Flor de Jerez. Beitragsbild.

Flor de Jerez

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Der Flor de Jerez von Joaquín Simo aus dem New Yorker Death & Co ist ein Aperitif-Cocktail aus Amontillado-Sherry, der mit Rum, Zitrone und Aprikose abgerundet wird.

Flor de Jerez.

Flor de Jerez.

30 ml Lustau Los Arcos Amontillado Sherry
15 ml Zitronensaft
10 ml Compagnie des Indes Jamaica Navy Strength
10 ml Zuckersirup (2:1)
5 ml Scheibel Alte Zeit Apricot Brandy
1 dash Angostura Bitters

Zubereitung: Geschüttelt, einfach gestraint.

Der Flor de Jerez stammt von Joaquín Simo und entstand 2009 im Death & Co in New York. Joaquín war besonders vom Amontillado angetan. Durch die Zugabe des Rums werden die rosinenartigen Aromen des Sherries hervorgehoben, die Aprikose betont die fruchtigen Noten. [1] [2]

Joaquín hatte damals einen Aperitif-Cocktail im Sinn, in dem die Aromen von Früchten und Nüssen hervorschienen, der aber dennoch trocken und erfrischend blieb. Ein trockener Amontillado mit seinen gerösteten Mandelaromen, ausbalanciert von getrockneten Früchten und Holz schien ihm eine gute Basis zu sein. Er ist einfacher zu handhaben als ein Manzanilla, da er sich besser gegenüber den übrigen Aromen durchsetzen kann. Er griff die im Appleton Reserve vorhandenen Noten von getrockneten Aprikosen auf und verstärkte sie mit Aprikosenlikör. Im Drink sind geröstete Mandel- und Gewürznoten vorhanden, und der Drink bleibt durch die Säure aus Zitrone und Sherry trocken. Joaquín drehte die üblichen alkoholreichen Rezepturen um, verwendete also mehr Sherry, und die charakteristische Säure des Sherrys schien im Drink hervor. Er ist ein gutes Beispiel dafür, daß ein Drink mit geringem Alkoholgehalt weder an Geschmack noch Komplexität verlieren muß:

„I was after a light-bodied cocktail that shone forth with fruit and nuts, yet remained dry and refreshing. A dry amontillado seemed a natural fit, with its toasted almond notes balanced with hints of dried fruits and wood.Turning the usual spirit-heavy drink recipe on its head lets the characteristic acidity of Sherry to shine, cleansing the palate and leaving it wanting more.“ [3]

“I wanted to come up with a drier aperitif cocktail that still had some bright fruitiness. Amontillado sherry isn’t as delicate as manzanilla, so I knew it could stand up to a base spirit being used as a modifier. I always get a big dried apricot note from the Appleton Reserve, so I echoed that note with the fresh fruit taste of Orchard apricot liqueur. Toasted almond notes and spice notes abound, and the drink stays dry due to the double dose of acidity between the sherry and lemon juice. A great example of a low-abv cocktail that doesn’t skimp on taste or complexity.” [4]

Die Bezeichnung „Flor de Jerez“ nimmt Bezug auf die sich über dem Sherry bildende Schutzschicht, den Flor, unter dem der Wein vor Oxidation geschützt zu einem Fino oder Manzanilla heranreift. Diese verwandeln sich durch anschließende Oxidation in einen Amontillado. Er nimmt aber auch Bezug auf die Art des Getränkes. „Flor“ bedeutet im Spanischen „Blume“, und dieser Cocktail ist von seiner Struktur her im Wesentlichen eine Daisy, wörtlich übersetzt ein Gänseblümchen. [3]

Quellen
  1. David Kaplan, Nick Fauchald, Alex Day: Death & Co. Modern Classic Cocktails. ISBN 978-1-60774-525-9. Berkley, Ten Speed Press, 2014.
  2. Takia Baiocchi: A Modern Guide to Sherry. ISBN 978-1-60774-581-5. Ten Speed Press, New York, 2014.
  3. https://www.bitterbooze.com/flor_de_jerez_sherry_drink/: Flor de Jerez, a fabulous Sherry Drink. Von Reinhard Pohorec, 6. Mai 2015.
  4. http://www.gazregan.com/flor-de-jerez-joaquin-simo/: Flor de Jerez by Joaquin Simo. Von Gaz Regan, 26. Mai 2012.
Flor de Jerez.

Flor de Jerez.

Rezepte

2014 David Kaplan, Nick Fauchald, Alex Day: Death & Co. Seite 107 und 171. Flor de Jerez. 1/2 ounce Appleton Estate reserve rum; 1 1/2 ounces Lustau amontillado sherry; 1/4 ounce Rothman & Winter apricot liqueur; 3/4 ounce lemon juice; 1/2 ounce cane sugar syrup; 1 dash Angostura bitters.

2014 Talia Baiocchi: A Modern Guide to Sherry. Seite 191. Flor de Jerez. 1 1/2 ounces amontillado. 1/2 ounce Jamaican rum; 1/4 ounce apricor liqueur, preferably Rothman & Winter; 3/4 ounce fresh lemon juice; 1/2 ounce cane syrup (2:1 sugar:water); dash of Angosuta bitters.

2 Kommentare

  1. Da werde ich mir wohl Sherry besorgen müssen, denn der Drink klingt großartig.

    • Sherry lohnt sich immer. Wir haben ihn sehr lieben gelernt, und man kann damit großartige Drinks zubereiten. Wir bevorzugen zur Zeit von Lustau die Qualitäten Jarana (Fino), Papirusa (Manzanilla), Los Arcos (Amontillado), San Emilio (PX) und East India Solera. Von Williams & Humbert nehmen wir den Don Zoillo (PX, etwas süßer und rosiniger) und den Dry Sack Solera Especial (Oloroso) gerne. Sherry ist einfach zu vielfältig, um nur eine Flasche zu haben. Ein kleiner Tip am Rande: Wir füllen die Restmengen immer in 20 ml-, 60 ml- und 100ml-Fläschchen um, dann hat man auch kein Problem damit, daß der Sherry oxidiert und verdirbt.

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