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Punch, Toddy, Grog & Co. – Teil 16: Bumbo und Rumbo

Punch, Toddy, Grog & Co. - Bumbo & Rumbo.

Wir sind bei unserer Recherche der alten Getränkekategorien auch auf die Bezeichnung Bumbo und Rumbo gestoßen. Heute kennt man diese Bezeichnung kaum noch, obwohl der Pirat Captain Kidd und der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, George Washington, ihn tranken. Was verstand man darunter? Werfen wir also einen chronologischen Blick auf die überlieferten Quellen.

Bumbo

Ein Piratentrunk vor Madagaskar

Captain William Kidd.
Captain William Kidd. [5]

Den ersten Hinweis auf einen Bumbo konnten wir im Zusammenhang mit Captain Kidd finden. Dieser hatte eine englische Freibeuterlizenz erhalten, mit der er französische Schiffe kapern durfte. Damit hatte er jedoch keinen Erfolg und große Schwierigkeiten, die Kosten zu decken und den adligen Herren, die vier Fünftel der Kosten deckten, einen Gewinn auszuzahlen. Auch fuhr seine Mannschaft nicht auf Heuer, sondern auf Anteil. Ohne ausreichende Beute hatte sie also auch keine Einnahmen. So wurden Captain Kidd und seine Mannschaft selber zu Piraten. [3]

Am 30. Januar 1698 kaperten sie die Quedagh Merchant. [2-64] [2-65] [3] [4] Mit diesem und seinem eigenen Schiff segelte Captain Kidd nach Madagaskar. [2-64] [2-65] [2-66] [3] Beim Prozeß gegen Captain Kidd, bei dem es um Mord und Piraterie ging, berichtete der Zeuge Palmer am 8. und 9. März 1701: Palmer: Als wir Ende April oder Anfang Mai 1696 nach Madagaskar kamen, war da ein Schiff, genannt „The Resolution“, das früher „The Moco Fregatte“ hieß; mehrere der Männer kamen zu Kapitän Kidd und sagten ihm, sie hätten gehört, er sei gekommen, um sie zu ergreifen und zu hängen. Er sagte, daß dies nicht der Fall sei und daß er ihnen alles Gute tun werde, was er könne. Und Kapitän Culliford kam an Bord von Kapitän Kidd, und Kapitän Kidd ging an Bord von Culliford. Mr. Coniers: Wer war dieser Culliford? Palmer: Der Kapitän des Schiffes. Und auf dem Achterdeck machten sie etwas Bomboo und tranken zusammen; und Kapitän Kidd sagte, bevor ich Euch Schaden zufügte, ließe ich meine Seele im Höllenfeuer braten; und er wünschte sich selbst mehrmals die Verdammnis, wenn er das täte. Und er nahm den Kelch und wünschte, es wäre sein letzter, wenn er ihnen nicht alles Gute täte, was er könne. Mr. Powell: Haben Sie diese Männer für Piraten gehalten? Palmer: Sie galten als solche. Dr. Newton: Hat Kapitän Kidd Culliford irgendwelche Geschenke gemacht? Palmer: Ja, er bekam vier Kanonen von ihm. Dr. Newton: Von wem? Palmer: Von Kapitän Kidd, er gab sie ihm.“ [1-306] – Hierzu ist eine Anmerkung nötig: Es muß 1698 heißen, denn Captain Kidd verließ Plymouth erst im Mai 1796. [2-59]

Anonymus: A complete collection of state-trials. 1730, Seite 306.
Anonymus: A complete collection of state-trials. 1730, Seite 306. [1-306]

– „Palmer. When we came to Madagascar, in the latter end of April, or beginning of May, 1696, there was a Ship call’d, The Resolution, which was formerly call’d, The Moco Frigate; several of the Men came off to Capt. Kidd, and told him, they heard he came to take, and hang them. He said, that it was not such Thing, and that he would do them all the Good he could. And Captain Culliford came aboard of Capt. Kidd, and Capt. Kidd went aboard of Culliford. Mr Coniers. Who was that Culliford? Palmer. The Captain of the Ship. And on the Quarter-deck they made some Bomboo, and drank together; and Capt. Kidd said, before I would do you any Harm, I would have my Soul fry in Hell-fire; and wished Damnation to himself several times, if he did. And he took the Cup, and wished that might be his last, if he did not do them all the Good he could. Mr.Powell. Did you take these Men to be Pirates? Palmer. They were reckoned so. Dr. Newton. Did Captain Kidd make Culliford any Presents? Palmer. Yes, he had four Guns of him. Dr. Newton. Of whom? Palmer. Of Captain Kidd, he presented him with them.“ [1-306]

Später heißt es in dem Verhör: Mr. Bar. Hatsell: Was sagte Capt. Kidd zu Culliford, als sie zusammen tranken? Palmer: Sie bereiteten einen Bottich mit Bomboo zu, wie sie ihn nennen (er besteht aus Wasser und Limetten und Zucker), und dort stießen sie aufeinander an; und, sagt Kapitän Kidd, bevor ich Euch Schaden zufügte, ließe ich lieber meine Seele im Höllenfeuer schmoren. Mr. Soll. Gen.: Waren Sie damals dabei? Palmer. Das war auf dem Achterdeck der Fregatte Mocca. Mr. Soll. Gen.: Was waren das für Männer auf dem Schiff? Als was haben Sie sie wahrgenommen? Palmer: Sie waren Piraten.“ [1-335]

Anonymus: A complete collection of state-trials. 1730, Seite 335.
Anonymus: A complete collection of state-trials. 1730, Seite 335. [1-335]

– „Mr. Bar. Hatsell. What did Capt. Kidd say to Culliford, when they were drinking together? Palmer. They made a Tub of Bomboo, as they call it, (it is made of Water and Limes, and Sugar) and there they drank to one another; and, says Capt. Kidd, before I would do you any Damage, I had rather my Soul should broil in Hell-fire. Mr. Soll. Gen. Was you there then? Palmer. This was on the Quarter-deck of the Mocca Frigate. Mr. Soll. Gen. What were those Men in that Ship? What did you apprehend them to be? Palmer. They were Pirates.“ [1-335]

Am 23. Mai 1701 wurde Captain Kidd in London gehängt. [3]

Bei dem hier genannten Bomboo handelt es sich offensichtlich um Bumbo, nur mit einer anderen Schreibweise. Er wird dem Bericht zufolge aus Wasser, Limetten und Zucker zubereitet. Eine wesentliche Zutat scheint hier nicht angegeben zu sein: So etwas wie Rum. Dies hat man vielleicht als selbstverständlich vorausgesetzt oder einfach nur vergessen, es zu erwähnen. Alle anderen späteren Angaben darüber, wie ein Bumbo zubereitet wird, nennen nämlich immer eine Spirituose.

Es fällt auch wirklich schwer, sich Piraten auf einem Achterdeck vorzustellen, die sich genüßlich mit einer Limonade zuprosten. In der Tat war es nämlich so, daß der freizügige Alkoholkonsum mit ein Grund dafür war, ein Pirat zu sein. [6-52] Piraten tranken oft zur Entspannung oder um gemeinsam zu feiern, und zu den Mahlzeiten durfte ein Becher voll Wein, Rum oder Grog nicht fehlen, wozu man zahlreiche Toasts ausbrachte. In vielen Freibeuterkommunen war es üblich, konsequent betrunken zu sein. [6-53]

Ein Getränk in Nordamerika

Doch nicht nur vor Madagaskar tranken die Piraten ihren Bumbo, man trank ihn auch in Nordamerika. Im Jahr 1734 geschah dies hoch im Norden,  an der Hudson Bay: „Das Wetter wurde wieder dichter, mehr als je zuvor, der Schnee fiel in größeren Mengen, und der Tag war noch lange nicht zu Ende. Da ich nicht daran dachte, meinen Schlafplatz an dem Ort einzunehmen, an dem wir waren, sagte ich zu Allen, daß wir nur ein kleines Feuer anzünden würden, um aus dem geschmolzenen Schnee einen Bumbo zu machen, und sofort zum Zelt zurückkehren würden.“ [8-28]

Joseph Robson: An account of six years residence in Hudson’s-Bay. 1752, Seite 28.
Joseph Robson: An account of six years residence in Hudson’s-Bay. 1752, Seite 28. [8-28]

„The weather thickened again more than ever, the snow fell in greater quantities, and the day was far spent. Having no mind to take up my residence where we were, I told Allen that we would only light a small fire in order to make some bumbo with melted snow, and return immediately to the tent.“ [8-28]

Zehn Jahre später wird über den Bumbo berichtet: „Montag, 18. Juni 1744. Frühstück bei Mr. Thomas gegen 8 Uhr heute Morgen, und kurz danach brachen wir mit ihm und dem Pfarrer Mr. Craddock auf, … nach Patapscoe. Wir kamen gegen ein Uhr im James Moore’s Gasthaus am Oberlauf des Severn River an, wo wir zu Abend aßen; aber ein solches Abendessen wurde für uns zubereitet, wie man es weder in den schottischen Highlands noch auf den Orkney-Inseln je gesehen oder gekocht hatte. Es bestand aus sechs Eiern, gebraten mit sechs Stücken Speck, mit etwas klebrigem Mais- oder indianischem Brot. Aber da der Hunger wenig von Sauberkeit weiß und dabei sehr ungeduldig ist, gaben wir nach und verschlangen bald die Kost. Unsere Spirituose war erbärmlicher Rum, vermischt mit Wasser und Zucker, was den heidnischen Namen „Bumbo“ trägt. Davon tranken wir etwa ein halbes Pint, um die ekligen Eier und den Speck unter Kontrolle zu behalten.“ [7-171] [7-172]

Anonymus: Collections of the Massachusetts Historical Society, for the year 1800. 1801, Seite 171-172.
Anonymus: Collections of the Massachusetts Historical Society, for the year 1800. 1801, Seite 171-172. [7-171] [7-172]

„Monday, June 18th, 1744. Breakfasted at Mr. Thomas’s about 8 o’clock this morning, and soon after set out with him, and the Rev. Mr. Craddock, … for Patapscoe. Arrived at James Moore’s ordinary, at the head of Severn river, about one o’clock, where we dined; but such a dinner was prepared for us, as never was either seen or coocked in the highlands of Scotland, or the isles of Orkney. It consisted of six eggs fried with six pieces of bacon, with some clammy pone or Indian bread. But as hunger knows little of cleanliness, and withal very impatient, we fell to, and soon devoured the victuals. Our liquor was sorry rum, mixed with water and sugar, which bears the heathenish name of bumbo. Of this we drank about a pint, to keep down the nauseous eggs and bacon.“ [7-171] [7-172]

Anonymus: Collections of the Massachusetts Historical Society, for the year 1800. 1801, Seite 184-185.
Anonymus: Collections of the Massachusetts Historical Society, for the year 1800. 1801, Seite 184-185. [7-184][7-185]

„Montagmorgen, 25. Juni 1744. Um 10 Uhr trafen die Indianerhäuptlinge den Gouverneur, die ehrenwerten Kommissare von Virginia und von dieser Provinz, als Seine Ehren eine Rede hielt, * auf die Cannasateego im Namen aller anderen Anwesenden eine Antwort gab. Die Indianer blieben etwa zwei Stunden im Gerichtssaal und wurden mit etwas Bumbo und Sangree bewirtet.“ [7-184] [7-185]

– „Monday morning, 25th June, 1744. At 10 o’clock, the Indian sachems met the Governor, the honourable commissioners of Virginia, and those of this province, when his Honour made them a speech, * to which Cannasateego returned an answer in behalf of all others present. The Indians staid in the court-house about two hours; and were regaled with some bumbo and sangree.“ [7-184] [7-185]

Anonymus: Collections of the Massachusetts Historical Society, for the year 1800. 1801, Seite 191-192.
Anonymus: Collections of the Massachusetts Historical Society, for the year 1800. 1801, Seite 191-192. [7-191] [7-192]

Man berichtet auch über ein Treffen mit den Vertretern der Sechs Nationen, das ist eine Bezeichnung für Irokesen, die sich selbst Haudenosaunee, „Leute des Langhauses“, nennen: [23] „Freitag, den 29. Juni 1744, A.M. Unsere Kommissare und die Sechs Nationen hatten eine private Konferenz im Gerichtssaal, als sie gemeinsam die Grenzen und die Menge an Land, die sie an Lord Baltimore in Maryland abgeben sollten, festzulegen begannen; … Wir überreichten den Häuptlingen hier erneut einen Bumbo-Punch, mit dem sie auf Wohlstand und Erfolg ihres Vaters, des großen Königs jenseits des Wassers, und auf die Gesundheit unserer Kommissare tranken.“ [7-191] [7-192]

„Friday, June the 29th, 1744, A. M. Our commissioners and the Six Nations had a private conference in the court-house chamber, when they jointly proceeded to settle the bounds and quantity of land the latter were to release to Lord baltimore, in Maryland; … We again presented the sachems, here, with bumbo punch, with which they drank prosperity and success to their Father, the great King over the waters, and to the health of our commissioners.“ [7-191] [7-192]

John Ferdinand Smyth: A tour in the United States of America. Lonon, 1784, Seite 41-42.
John Ferdinand Smyth: A tour in the United States of America. London, 1784, Seite 41-42. [19-41] [19-42]

1784 steht in einem Reisebericht aus den Vereinigten Staaten von Amerika eine Beschreibung, die uns vermuten läßt, daß Bumbo und Toddy identisch seien: „Der vermögende Gentleman steht gegen neun Uhr auf; … er kehrt zum Frühstück zurück, zwischen neun und zehn … ; zwischen zwölf und eins nimmt er einen Schluck Bombo, oder Toddy, eine Spirituose aus Wasser, Zucker, Rum und Muskatnuss, die schwach zubereitet und kühl gehalten wird: er ißt zwischen zwei und drei … … ; beim Abendessen trinkt er Cider, Toddy, Punch, Portwein, Claret und Madeira, der hier im Allgemeinen ausgezeichnet ist: nachdem er nach dem Essen einige Gläser Wein getrunken hat, kehrt er zu seinem Geschmack zurück, mit seinen beiden ihn fächelnden Schwarzen, und trinkt den ganzen Nachmittag weiter Toddy oder Sangaree“. [19-41] [19-42]

– „The gentleman of fortune rises about nine o’clock; … he returns to breakfast, between nine and ten … ; between twelve and one he takes a draught of bombo, or toddy, a liquor composed of water, sugar, rum, and nutmeg, which is made weak, and kept cool: he dines between two and three … ; at dinner he drinks cyder, toddy, punch, port, claret, and madeira, which is generally excellent here: having drank some few glasses of wine after dinner, he returns to his pallat, with his two blacks to fan him, and continues to drink toddy, or sangaree, all afternoon“ [19-41] [19-42]

Ein Getränk in Afrika

Für das Jahr 1735 wird berichtet: „Am 31., gegen Mittag, starb einer unserer Schiffskameraden, Mr. James Ellis, der krank war, als wir Gambia verließen, aber als Märtyrer für Rum starb; denn als er nicht in der Lage war, einen Becher an seinen Mund zu heben, wechselte er dazu über, durch eine Pfeife zu saugen, und starb mit einer Pfeife und einem Becher voll Bumbo in der Nähe seines Kissens.“ [9-232]

Francis Moore: Travels into the inland parts of Africa. 1738, Seite 232.
Francis Moore: Travels into the inland parts of Africa. 1738, Seite 232. [9-232]

„On the 31st, about Noon, died one of our Ship-Mates, Mr James Ellis, who was ill when we left Gambia, but died a Martyr to Rum; for when he was not able to lift a Mug to his Mouth, he made shift to suck thro‘ a Pipe, and died with a Pipe and a Mug full of Bumbo close to his Pillow.“ [9-232]

Dies ist ein Hinweis darauf, daß man Bumbo mit Rum herstellte.

Zur Wendekreistaufe

Über eine im Oktober 1746 gefeierte Wendekreistaufe, die man begeht, wenn man erstmals den Wendekreis überquert, wird berichtet: „Beim Passieren des Wendekreises und beim Betreten der Tropenzone bewirteten alle an Bord befindlichen Personen, die diese Reise noch nie gemacht hatten, ihre Begleiter mit Punch, Bumbo, &c.“ [10-5]

Anonymus: Voyage to the East Indies in 1747 and 1748. Seite 5.
Anonymus: Voyage to the East Indies in 1747 and 1748. Seite 5. [10-5]

„On passing the Tropic, and entering the Torrid-Zone, all the people on board, who had never gone this voyage, according to custom, treated their companions with punch, bumbo, &c.“ [10-5]

Ein Heißetränk

Einen Bumbo kann man auch als Heißgetränk zu sich nehmen, wie ein Bericht von 1757 berichtet: „Eine Kanne Bumbo raucht in seiner Hand“. [13-180]

The Gentleman’s Magazine. April 1757, Seite 13.
The Gentleman’s Magazine. April 1757, Seite 13. [13-180]

„A can of bumbo smoaking in his hand;“ [13-180]

Ein Getränk an den Küsten Großbritanniens und Irlands

Es geht um Schmuggel auf der Isle of Man, vor der Küstenstadt Whitehaven im Nordwesten von England gelegen. Ein Autor berichtet in einem Buch des Jahres 1757 darüber wie folgt: „Über 4000 Gallonen dieses Branntweins wurden im vergangenen Jahr verschiedene Male beschlagnahmt und im Zollamt von Whitehaven zum Verkauf angeboten, aber nicht einmal die Zollgebühren des Königs wurden eingenommen. Ist dies nicht ein klarer Beweis dafür, daß das Land etwa von den Schmugglern zu einem viel niedrigeren Preis damit versorgt wurde? … Fast jede Seele entlang der Küste von Cumberland &c., sogar die Bettler und ihre Bälger, wenn sie etwas stehlen können, um Hagelzucker davon zu kaufen, trinken ein- oder zweimal am Tag Tee, besonders die verdammten Tees, die aus Göteborg &c. auf die Isle of Man importiert wurden … . Auf solch bedauerliche Weise haben Punch, Bumbo, Rumbo und trockene Drams allgemein unter allen Schichten der Menschen an den Küsten Großbritanniens und Irlands, die um die besagte Insel herum liegen, überhand genommen, zum unfaßbaren Nachteil sowohl der Zölle als auch der Verbrauchssteuern, und es verringert proportional den Konsum von Starkbier und den notwendigen Ansporn, es gut zu brauen.“ [17-407] [17-408]

Malachy Postlethwayt: Britain’s commercial interest explained and improved. Volume 1. 1757, Seite 407-408.
Malachy Postlethwayt: Britain’s commercial interest explained and improved. Volume 1. 1757, Seite 407-408. [17-407] [17-408]

„Above 4000 gallons of this brandy were last year seized at different times, put up to sale at the custom-house at Whitehaven, but it would not fetch even the king’s duty. Is not this a plain demonstration that the country about was supplied with it by the smugglers at a much lower price? … Almost every soul along the coast of Cumberland, &c. even the beggars and their brats, if they can steal any thing to purchase coarse sugar, drink tea once or twice a day, especially the damnified teas imported from Gottenburgh, &c. into the Isle of Man … . By such deplorable means, punch, bumbo, rumbo, and dry drams, have universally prevailed among all degrees of people on the coasts of Great-Britain and Ireland lying round the said island, to the inconceivable detriment of both the customs and excise, and it lessens in proportion the consumption of malt liquor, and the necessary motives of brewing it well.“ [17-407] [17-408]

Ein Getränk, um Wähler für sich zu gewinnen

Bereits George Washington bestach seine Wähler mit Alkohol. Als er vierundzwanzigjährig zum ersten Mal für einen Sitz im Virginia House of Burgesses kandidierte und nicht gewann, führte er seine Niederlage darauf zurück, daß er den Wählern bei der Wahl nicht genügend Alkohol zur Verfügung gestellt habe. Zwei Jahre später, 1758, kandidierte er erneut und gab 160 Gallonen von Rum, Punch, Hard Cider und Bier aus. Jeder seiner Wähler erhielt rund anderthalb Liter davon. Diese Praxis war damals in den südlichen und mittleren amerikanischen Kolonien weit verbreitet, insbesondere in Virginia, Maryland und New York, und man soll sie als „swilling the planters with bumbo“, was man übersetzen könnte mit „Abfüllen der Pflanzer mit Bumbo“, oder etwas weniger positiv formuliert als „Schweinefütterung der Pflanzer mit Bumbo“ bezeichnet haben. [14] [15]

Ein Milchmischgetränk

Aus dem Jahr 1769 wird im Zusammenhang mit Giftmischerei berichtet, daß es auch Milch-Bumbo gab: „ein Wirtshaus war zur Hand, und auf Wunsch von Buss und seiner Frau ging er hinein und bestellte etwas Milchbumbo … ; als der Bumbo gebracht wurde, trank Mrs. Lott ihn zuerst, dann trank Buss.“ [18-625]

The Gentleman’s and London’s Magazine. 1769, Seite 625.
The Gentleman’s and London’s Magazine. 1769, Seite 625. [18-625]

– „a public house was at hand, and at the request of Buss and his wife he went in and ordered some milk bumbo … ; when the bumbo was brought, Mrs. Lott drank it first, then Buss drank“ [18-625]

Was sagt das Sprach-Lexikon?

1788 definiert ein Lexikon: „BUMBO. Brandy, Wasser und Zucker; auch der Negername für die Geschlechtsteile einer Frau.“ [28-BUMBO]

Anonymus (Francis Grose): A classical dictionary of the vulgar tongue. 1788.
Anonymus (Francis Grose): A classical dictionary of the vulgar tongue. 1788. [28-BUMBO]

„BUMBO. Brandy, water, and sugar; also the negro name for the private parts of a woman.“ [28-BUMBO]

Weitere Funde

 

Im Jahr 1738 erschien anonym ein Buch mit dem Titel „Ein Brief von Capt. Flip an Major Bumbo: Darin werden die verletzten Charaktere des verstorbenen tapferen Admirals Punch und seiner höchst tüchtigen Töchter, der Damen Arrack, Coniac, Royal-Gin und Rumbo, gerechtfertigt. Es werden die bedeutenden Dienste aufgezeigt, die diese ehrenwerte und würdige Familie dieser Nation bei jeder Expedition nach Spithead oder den Westindischen Inseln geleistet hat und leisten kann; die Notwendigkeit, den degradierten Admiral wieder auf seinen früheren Posten zu versetzen; die vorteilhaften Folgen, wenn man seinen vier liebenswürdigen Töchtern erlaubt, sich frei mit unseren couragierten Matrosen zu unterhalten.[20-5]

Anonymus: A Letter from Capt. Flip to Major Bumbo. 1738, Titel.
Anonymus: A Letter from Capt. Flip to Major Bumbo. 1738, Titel. [20-5]

– „A Letter from Capt. Flip to Major Bumbo: Wherein are Vindicated, the Injured Characters of the Late Brave Admiral Punch, and His Most Accomplish’d Daughters, the Ladies Arrack, Coniac, Royal-Gin & Rumbo. Shewing, to a Demonstration, the Signal Services this Honourable and Worthy Family Have Done, and May Do to this Nation, in Any Expedition, Either to Spithead, Or the West-Indies; The Necessity of Restoring the degraded Admiral to His former Post; the beneficial Consequences of permitting his four amiable Daughters to converse freely with our couragious Sailors.[20-5]

In diesem Buch wird gesagt:  „die meisten Familien der Flips und Bumbos sind sehr nahe mit der edlen Familie der Punchos verwandt.[20-49]

Anonymus: A Letter from Capt. Flip to Major Bumbo. 1738, Seite 49.
Anonymus: A Letter from Capt. Flip to Major Bumbo. 1738, Seite 49. [20-49]

– „most of the Families of the Flips and Bumbo’s, are very near of Kin to the most noble Family of the Punchos.[20-49]

Man schreibt auch: „Wir wollen keinen königlichen Wein trinken, sondern begnügen uns mit königlichem Gin, der entweder in Punch, Flip oder Bumbo umgewandelt wird, ungeachtet dessen, was seine Ärzte zu verstehen geben mögen.[20-53]

Anonymus: A Letter from Capt. Flip to Major Bumbo. 1738, Seite 53.
Anonymus: A Letter from Capt. Flip to Major Bumbo. 1738, Seite 53. [20-53]

– „We will not desire to drink Royal-Wine, but be content to drink Royal-Gin, converted either into Punch, Flip, or Bumbo; notwithstanding what his Physicians may intimate.[20-53]

1780 wird angegeben: „Bumbo ist ein alkoholisches Getränk, das aus Rum, Zucker, Wasser und Muskatnuss besteht.“ [27-120]

The Novelist’s Magazine. Vol. 2. 1780, Seite 120.
The Novelist’s Magazine. Vol. 2. 1780, Seite 120. [27-120]

– „Bumbo is a liquor composed of rum, sugar, water and nutmeg.[27-120]

Ebenfalls 1788 heißt es: „und seinen Bumbo, den ich gemacht habe.“ [29-180]

The annual register. The second Edition. London, 1790, Seite 180.
The annual register. The second Edition. London, 1790, Seite 180. [29-180]

– „and his bumbo I made.“ [29-180]

1793 schreibt man in einem Gedicht „Während mächtige Züge von Bumbo, Grog und Flip die gedankenlosen Insassen des Schiffes erfreuen“. [30-253]

The Bee, or the literary weekly intelligencer. 13. Februar 1793, Seite 253.
The Bee, or the literary weekly intelligencer. 13. Februar 1793, Seite 253. [30-253]

– „Whilst potent draughts of bumbo, grog, and flip, Regale the thoughtless inmates of the ship.[30-253]

1810 berichtet man, daß die Bergmänner und die Männer, die Kohle auf ihren Booten zu Kohlenschiffen transportierten, einen mit Gin zubereiteten Bumbo trinken. [32-48] [33]

Joseph Ritson: Northern Garlands. 1810, Seite 48.
Joseph Ritson: Northern Garlands. 1810, Seite 48. [32-48]

„The pitmen and the keelmen trim, They drink bumbo made of gin“. [32-48]

1836 berichtet ein Buch: „Jeder Schritt, der uns näher an Salisbury brachte, verstärkte meinen Schmerz bei dem Gedanken, einen so interessanten Mitreisenden zurückzulassen. Ich beobachtete, dass er sich beim Abendessen mit Wasser als Getränk begnügte. Ich fragte ihn: „Ob er jemals Bumbo gekostet habe?“, ein westindisches Getränk, das nicht mehr und nicht weniger als sehr starker Punch ist.[26-442]

Anonymus: Johnsoniana. 1836, Seite 442.
Anonymus: Johnsoniana. 1836, Seite 442. [26-442]

– „Every step which brought us nearer to Salisbury increased my pain at the thought of leaving so interesting a fellow-traveller. I observed that, at dinner, he contented himself with water, as his beverage. I asked him, „Whether he had ever tasted bumbo?“ a West Indian potation, which is neither more nor less than very strong punch.[26-442]

1844 schreibt man sogar „und ein Glas, das einen Schluck Bombo, oder Sangaree enthält, eine Spirituose, die aus Wasser, Zucker, Rum, Zitronensaft und Muskatnuss zusammengesetzt ist“. [22-62]

Bentley's miscellany. Vol. XV. 1844, Seite 62.
Bentley’s miscellany. Vol. XV. 1844, Seite 62. [22-62]

– „and a glass containing a draught of bombo, or sangaree, a liquor composed of water, sugar, rum, lemon-juice, and nutmeg“. [22-62]

1871 erscheint ein Leserbrief von Mr. Cowper mit einer Antwort auf seine Frage: „In einer alten Hotelrechnung von 1769 finde ich – … „Bumbo . . . . 1 s. 0 d.“ … was war Bumbo? J.M. Cowper. … Bumbo halten wir für Rumbo, ein seemännisches Getränk. Sir Walter Scott sagt: „Er machte sich mit der schrecklichen Anwesenheit von Hawkins, dem Bootsmann, und Derrick, dem Bootsmannsmaat, bekannt, die sich nach der anstrengenden Arbeit des Tages an einer Kanne Rumbo erfreuten. (Der Pirat, Kap. xxxix.)“[25-512]

Notes and Queries. 1871, Seite 512.
Notes and Queries. 1871, Seite 512. [25-512]

„In an old hotel bill of 1769 I find – … „Bumbo . . . 1 s. 0 d.“ … what was Bumbo? J. M. Cowper. … Bumbo we take to be Rumbo, a nautical drink. Sir Walter Scott says: „He introduced himself on the awful presence of Hawkins the boatswain, and Derrick the quarter-master, who were regaling themselves with a can of rumbo, after the fatiguing duty of the day.“ (The Pirate, ch. xxxix.)““ [25-512]

1913 definiert das The Oxford Dictionary: „Bumbo. Auch Bumboo, Bombo … ‚Ein alkoholisches Getränk aus Rum, Zucker, Wasser und Muskatnuss‘ … auch andere alkoholische Mischungen.[24-1174]

The Oxford English Dictionary. Volume 1. 1913, Seite 1174.
The Oxford English Dictionary. Volume 1. 1913, Seite 1174. [24-1174]

– „Bumbo. Also bumboo, bombo. … ‚A liquor composed of rum, sugar, water and nutmeg‘ … also other alcoholic mixtures. [24-1174]

Generell fällt auf, daß ungefähr ab 1800 der Begriff „Bumbo“ nicht mehr so oft genannt wird. Er schien nicht mehr in Mode gewesen zu sein, oder wurde anders genannt.

Welche Zutaten gehören in einen Bumbo?

  • 1698: (Rum), Wasser, Limette, Zucker. [1-335]
  • 1734: Man kann vermuten, daß der Bumbo heiß getrunken wurde. [8-28]
  • 1735: Bumbo wird mit Rum zubereitet. [9-232]
  • 1738: Einem Punch ähnlich. [20-49]
  • 1744: Rum, Wasser, Zucker. [7-172]
  • 1744: Bumbo ist kein Sangree. [7-185]
  • 1744: Bumbo Punch. [7-191]
  • 1746: Bumbo ist kein Punch. [10-5]
  • 1757: Bumbo wird heiß getrunken. [13-180]
  • 1757: Punch, Bumbo und Rumbo wird genannt. [17-407] [17-408] Damit ist Bumbo wohl etwas anderes als Rumbo (?) und als Punch?
  • 1769: Man bereitet Milch-Bumbo zu. [18-625]
  • 1780: Rum, Zucker, Wasser und Muskatnuß. [27-120]
  • 1784: auch Toddy genannt (?), eine Spirituose aus Wasser, Zucker, Rum und Muskatnuss, die schwach zubereitet und kühl gehalten wird. [19-41] [19-42]
  • 1788: Brandy, Wasser, Zucker. [28-BUMBO]
  • 1788: Ein Mischgetränk. [29-180]
  • 1793: Bumbo, Grog und Flip sind voneinander verschieden. [30-253]
  • 1810: Bumbo wird mit Gin zubereitet. [32-48]
  • 1836: Bumbo ist ein sehr starker Punch, also mit wenig Verdünnung. Stammt von den westindischen Inseln. [26-442]
  • 1869: Rum, Wasser, Zucker, Muskat. [Historische Rezepte]
  • 1913: Rum, Zucker, Wasser, Muskat. Und anderes. [24-1174]
  • 1937: Rum, Wasser, Zucker, Muskat. [Historische Rezepte]

Wie wir sehen, ist die Rezeptur eines Bumbos nicht eindeutig definiert. Er kann so etwas sein wie ein Toddy, ein Punch. Man kann ihn heiß oder kalt trinken. Man kann ihn mit Milch zubereiten. Man kann Gewürze hinzugeben oder darauf verzichten. Daraus läßt sich ableiten, daß der Bumbo keine eigene Getränkekategorie ist.

Rumbo – was läßt sich darüber finden?

Im Zusammenhang mit dem Bumbo wurde manchmal auch der Rumbo genannt. Betrachten wir deshalb, ob sich beide unterscheiden. Was schreiben die alten Bücher über den Rumbo?

Bereits im Jahr 1738 wird der Rumbo zusammen mit dem Bumbo erwähnt, ohne jedoch genauer darauf einzugehen, was das ist. [20-5]

Die Abenteuer von Peregrine Pickle

In den Abenteuern von Peregrine Pickle, erschienen 1751, heißt es: „Denn wenn es ihm gut geht, kommen er und mein guter Meister Hatchway jeden Abend hierher und trinken jeweils ein paar Kannen Rumbo.“ [11-10]

Anonymus (Tobias George Smollet): The adventures of Peregrine Pickle. Vol. 1. 1751, Seite 10.
Anonymus (Tobias George Smollet): The adventures of Peregrine Pickle. Vol. 1. 1751, Seite 10. [11-10]

„For, when he is well, he and my good master Hatchway come hither every evening, and drink a couple of canns of rumbo apiece.“ [11-10]

„Hatchway … ging sofort zum Gastgeber und bestellte eine Postkutsche für Mr. Pickle und seinen Begleiter, mit dem er sich anschließend eine doppelte Kanne Rumbo gönnte“. [11-157]

Anonymus (Tobias George Smollet): The adventures of Peregrine Pickle. Vol. 1. 1751, Seite 157.
Anonymus (Tobias George Smollet): The adventures of Peregrine Pickle. Vol. 1. 1751, Seite 157. [11-157]

„Hatchway … went immediately to the hoster and bespoke a post-chaise for Mr. Pickle and his man, with whom he afterwards indulged himself in a double cann of rumbo“. [11-157]

Ein Punch ohne Säure

1755 wird im Zusammenhang mit Nierensteinen der Rumbo genauer beschrieben. Man sagt, der Patient „sollte sich von Säuren und fermentierenden Flüssigkeiten fernhalten. Er darf aber Punch ohne Säure trinken, der gemeinhin als Rumbo bezeichnet wird. Spirituosen dürfen überhaupt nicht getrunken werden“. [12-87]

Anonymus: Cookery reformed. 1755, Seite 87.
Anonymus: Cookery reformed. 1755, Seite 87. [12-87]

„should abstain from acids and fermenting liquors. But he may drink punch without acid, commonly called rumbo. Spirits must not be drank at all“. [12-87]

Ein Trunk für Soldaten

Ein Befehl vom 29. April 1760 legt für britische Soldaten in Quebec City fest: „Die Offiziere sollen sehr umsichtig sein, um die Männer nüchtern zu halten; ihr Rum soll in Anwesenheit eines Offiziers stets mit Wasser gemischt werden. Die diensthabenden Männer sind angewiesen, mit ihren Feldflaschen mit Rumbo zu paradieren und immer die Versorgung von vierundzwanzig Stunden bereitzuhalten.“ [16-297]

John Knox: An historical journal of the campaigns in North-America. 1769, Seite 297.
John Knox: An historical journal of the campaigns in North-America. 1769, Seite 297. [16-297]

„The Officers are desired to be very circumspect in keeping the men sober; their rum to be continually mixed with water, in the presence of an Officer. The men on duty are directed to parade with their canteens of rumbo, and always twenty-four hours‘ provisions ready dressed.“ [16-297]

Ein Getränk für Reisende

1760 schreibt Tobias George Smollett: „Drei der Reisenden, die zu Pferd ankamen, erklärten sich, nachdem sie gesehen hatten, dass ihr Vieh ordnungsgemäß im Stall untergebracht war, bereit, sich die Zeit bis zum Aufklaren des Wetters mit einer Schüssel Rumbo zu vertreiben, die entsprechend vorbereitet war.[31-2]

Anonymus (Tobias George Smollett): The adventures of Sir Launcelot Greaves. Vol. 1. 1793, Seite 2.
Anonymus (Tobias George Smollett): The adventures of Sir Launcelot Greaves. Vol. 1. 1793, Seite 2. [31-2]

– „Three of the travellers, who arrived on horseback, having seen their cattle properly accommodated in the stable, agreed to pass the time, until the weather should clear up, over a bowl of rumbo, which was accordingly prepared“. [31-2]

Ein Revolutionsgetränk

Es wird über das Jahr 1775 aus New York berichtet: „Es wurde eine Versammlung einberufen, die Parteien trafen sich, und nachdem sie (im Haus von Jasper Drake, einem Schankwirt am Hafen und Schwiegervater des bereits erwähnten Isaac Sears) eine ausreichende Menge Rumbo 1 geschluckt hatten,  zogen sie gegen zwölf Uhr nachts los … 1 Eine Art von starkem Punch, der hauptsächlich aus Rum besteht.[21-64]

Thomas Jones: History of New York during the Revolutionary War. Volume I. 1879, Seite 64.
Thomas Jones: History of New York during the Revolutionary War. Volume I. 1879, Seite 64. [21-64]

– „A meeting was summoned, the parties met, and after swallowing (at the house of Jasper Drake, a tavern-keeper upon the dock, and father-in-law to Isaac Sears before mentioned) a sufficient quantity of Rumbo, 1 about twelve at night they sallied forth … 1 A kind of strong punch made chiefly of rum.[21-64]

Was sagt das Sprach-Lexikon?

1788 definiert ein Lexikon: „RUMBO. Rum, Wasser und Zucker; auch ein Gefängnis.[28-RUMBO]

Anonymus (Francis Grose): A classical dictionary of the vulgar tongue. 1788 - Rumbo.
Anonymus (Francis Grose): A classical dictionary of the vulgar tongue. 1788 – Rumbo. [28-RUMBO]

– „RUMBO. Rum, water, and sugar; also a prison.[28-RUMBO]

Man trinkt heiß …

1811 wird ein Gespräch publiziert, in dem es heißt: „„Ich bin nicht für heißes Wasser,“ sage ich, „gute junge Frau, es sei denn in Rumbo gemischt, mit Zucker und Zitrone.“ [35-4]

W. Oxberry: The actor’s budget. Vol. 1. 1811, Seite 4.
W. Oxberry: The actor’s budget. Vol. 1. 1811, Seite 4. [35-4]

– „„I’am not for hot water,“ says I, „good young woman, unless mixed with rumbo, with sugar and lemon.“[35-4]

… oder stärker

1813 berichtet man, daß ein Rumbo auch stärker zubereitet werden kann: „eine Kanne kräftigen Rumbo“ [34-96]

Anonymus: The posthumous dramatick works of the late Richard Chamberlain, esq. Vol. 1. 1813, Seite 96.
Anonymus: The posthumous dramatick works of the late Richard Chamberlain, esq. Vol. 1. 1813, Seite 96. [34-96]

– „a can of stout rumbo [34-96]

Weitere Erwähnungen

1823 berichtet man: „Spirituosen in allen Variationen zubereitet, splitterfasernackt, mit heißem oder kaltem Wasser; Negus, oder gottgleicher Grog, Flip, Lambswool, Syllabub, Rumbo; Toddy, oder Punch“ [36-66]

Blackwood’s Edinburgh magazine. Juli 1823, Seite 66.
Blackwood’s Edinburgh magazine. Juli 1823, Seite 66. [36-66]

„Spirits in all ways prepared, stark-naked, hot or cold watered; Negus, or godlike grog, flip, lambswool, syllabub, rumbo; Toddy, or punch“. [36-66]

Welche Zutaten gehören in einen Rumbo?

  • 1755: Ein Punch ohne Säure. [12-87]
  • 1775: Eine Art von starkem Punch, der hauptsächlich aus Rum besteht. [21-64]
  • 1788: Rum, Wasser, Zucker. [28-RUMBO]
  • 1811: Rum, heißes Wasser, Zucker, Zitrone [35-4]
  • 1823: Kein Grog, Toddy oder Punch? [36-66]

Auch hier zeigt sich, daß ein Rumbo nicht genau definiert ist. Das verwundert nicht, denn auch wenn ein Lexikon schreibt, Bumbo werde mit Brandy gemacht und Rumbo mit Rum, so ist dies eine Mutmaßung aus jüngerer Zeit und läßt sich nicht anhand weiterer Quellen belegen.

Etymologie der Bezeichnung Bumbo und Rumbo

Bumbo und Rumbo sind identisch, und wir dürfen davon ausgehen, daß sich die Unterschiede im Namen aus lokalen Abweichungen und Sprachgebräuchen ergeben haben.

Wir haben uns mit der Etymologie dieser Bezeichnung beschäftigt und sind dabei auf Erstaunliches gestoßen. Bumbo und Rumbo mögen zwar keine eigene Kategorie an Mischgetränken darstellen, aber sie sind sprachlich gesehen das Bindeglied zu einer Beantwortung einer jahrhundertealten, bisher nicht geklärten Frage: Warum heißt Rum „Rum“ oder „Kill Devil“?

Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Ihr könnt Euch schon auf eine umfangreiche, spannende Analyse freuen.

Quellen
  1. https://archive.org/details/completecollecti05salm?q=bomboo Anonymus: A complete collection of state-trials, and proceedings for high-treason, and other crimes and misdemeanours; from the reign of King Richard II. to the end of the reign of King George I. The fifth volume. The second edition, with great additions. London, 1730.
  2. https://archive.org/details/historyofpirates01care?q=bomboo Anonymus: The History of the pirates, containing the lives of those noted pirate captains, Misson, Bowen, Kidd, Tew, Halsey, White, Condent, Bellamy, Fly, Howard, Lewis, Cornelius, Williams, Burgess, North, and their several crews. Hartford, 1829.
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/William_Kidd_(Pirat) William Kidd (Pirat).
  4. https://en.wikipedia.org/wiki/Quedagh_Merchant Quedagh Merchant.
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/William_Kidd_(Pirat)#/media/Datei:William_Kidd.jpg William Kidd, privateer, pirate. 18th century portrait by Sir James Thornhill.
  6. https://core.ac.uk/download/pdf/11582129.pdf Florian Hartl: Seeräuberalltag in der Karibik – Über das Leben in frühneuzeitlichen Freibeuterkommunen. Diplomarbeit zur Erlangung des akademischen Grades Magister der Philosophie (Mag. phil.) an der Universität Wien, April 2008.
  7. https://archive.org/details/collectionsv7mass/page/172/mode/2up?q=bumbo Anonymus: Collections of the Massachusetts Historical Society, for the year 1800. Boston, 1801.
  8. https://archive.org/details/accountofsixyear00robs_0/page/n43/mode/2up?q=bumbo Joseph Robson: An account of six years residence in Hudson’s-Bay, from 1733 to 1736, and 1744 to 1747. By Joseph Robson, late surveyor and supervisor of the buildings to the Hudson’s-Bay company. Containing a variety of facts, observations, and discoveries. London, 1752.
  9. https://archive.org/details/travelsintoinlan00moor/page/232/mode/2up?q=bumbo Francis Moore: Travels into the inland parts of Africa: containing a Description of the Several Nations for the space of Six Hundred Miles up the River Gambia; their Trade, Habits, Customs, Language, Manners, Religion and Government; the Power, Disposition and Characters of some Negro Princes; with a particular Account of Job Ben Solomon, a Pholey, who was in England in the Year 1733, and known by the Name of the African. To which is added, Capt. Stibbs’s Voyage up the Gambia in the Year 1723, to make Discoveries; with An Accurate Map of that River taken on the Spot: And many other Copper Plates. Also extracts from the Nubian’s Geography, Leo the African, and other Authors antient and modern, concerning the Niger, Nile, or Gambia, and Observations thereon. London, 1738.
  10. https://archive.org/details/in.ernet.dli.2015.55695?q=bumbo Anonymus: Voyage to the East Indies in 1747 and 1748. London, 17xx.
  11. https://archive.org/details/bub_gb_OrBbAAAAQAAJ/page/n23/mode/2up?q=rumbo Anonymus (Tobias George Smollet): The adventures of Peregrine Pickle In which are included, Memoirs of a lady of quality. In four volumes. Vol. 1. London, 1751.
  12. https://archive.org/details/cookeryreformedo00londiala?q=rumbo Anonymus: Cookery reformed: or, The Lady’s assistant. Containing a select number of the best and most approved receipts in cookery, pastry, preserving, candying, pickling, &c. … To which is added, The Family Physician; comprehending an easy, safe and certain method of curing most diseases incident to the human body. London, 1755.
  13. https://archive.org/details/s2492id1330005?q=bumbo Anonymus: The Gentleman’s Magazine. Vol. 27. London, April 1757.
  14. https://www.smithsonianmag.com/arts-culture/swilling-the-planters-with-bumbo-when-booze-bought-elections-102758236/ Swilling the Planters With Bumbo: When Booze Bought Elections. Von Lisa Bramen, vom 20. Oktober 2010.
  15. https://www.questia.com/read/14291983/campaigning-in-america-a-history-of-election-practices Campaigning in America: A History of Election Practices. Von J. Dinkin, 1989.
  16. https://archive.org/details/historicaljourna02knox?q=rumbo John Knox: An historical journal of the campaigns in North-America, for the years 1757, 1758, 1759, and 1760: containing the most remarkable occurrences of that period; particularly the two sieges of Quebec, &c. &c. the orders of the admirals and general officers; descriptions of the countries where the author has served, with their forts and garrisons; their climates, soil, produce; and a regular diary of the weather. As also several manifesto’s, a mandate of the late bishop of Canada; the French orders and disposition for the defence of the colony, &c. &c. &c. . Vol. 2, London, 1769.
  17. https://books.google.de/books?id=yno7AAAAcAAJ&pg=PA408&lpg=PA408&dq=%22bumbo%22+%22rumbo%22&source=bl&ots=Z5tiBxiP-l&sig=ACfU3U2zdxdFTEU36JtWZEbUimTQSGkIrg&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwit2cP4vrbqAhXyt3EKHeTVBvYQ6AEwDHoECAkQAQ#v=onepage&q=%22bumbo%22%20%22rumbo%22&f=false Malachy Postlethwayt: Britain’s commercial interest explained and improved; in a series of dissertations on several important branches of her trade and police: containing a candid enquiry into the secret causes of the present misfortunes of the nation. With proposals for their remedy. Also the great advantages which would accrue to this kingdom from an union with Ireland. In two volumes. Band 1. London, 1757.
  18. https://archive.org/details/gentlemanslondon00unse/page/626/mode/2up?q=bumbo Anonymus: The Gentleman’s and London’s Magazine: or, the monthly chronologer. Vol. 39. Dublin, 1769.
  19. https://archive.org/details/cihm_41222/page/n69/mode/2up/search/toddy?q=toddy J[ohn] F[erdinand] Smyth: A tour in the United States of America: containing an account of the present situation of that country, the population, agriculture, commerce, customs, and manners of the inhabitants; anecdotes of several members of the congress, and general officers in the American army; and many other very singular and interesting occurrences. With a description of the Indian nations, the general face of the country, mountains, forests, rivers, and the most beautiful, grand, and picturesque views throughout that vast continent. Likewise improvements in husbandry that may be adopted with great advantage in Europe. London, 1784.
  20. https://books.google.de/books?id=OxJgAAAAcAAJ&pg=PA5&lpg=PA5&dq=bumbo+rumbo&source=bl&ots=CT-rZwqidf&sig=ACfU3U2QWH–she9i0px2x8chnGfOrQr4A&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjT2Yb4_631AhXjhv0HHYSsAQU4MhDoAXoECAIQAw#v=onepage&q=bumbo%20rumbo&f=false Anonymus: A Letter from Capt. Flip to Major Bumbo: Wherein are Vindicated, the Injured Characters of the Late Brave Admiral Punch, and His Most Accomplish’d Daughters, the Ladies Arrack, Coniac, Royal-Gin & Rumbo. Shewing, to a Demonstration, the Signal Services this Honourable and Worthy Family Have Done, and May Do to this Nation, in Any Expedition, Either to Spithead, Or the West-Indies; The Necessity of Restoring the degraded Admiral to His former Post; the beneficial Consequences of permitting his four amiable Daughters to converse freely with our couragious Sailors. London, 1738.
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  22. https://archive.org/details/bentleysmiscell23smitgoog/page/n74/mode/2up/search/sangaree?q=sangaree Bentley’s miscellany. Vol. XV. London, 1844.
  23. https://de.wikipedia.org/wiki/Irokesen Irokesen.
  24. https://archive.org/details/in.ernet.dli.2015.99992/page/n1211/mode/2up?q=bumbo James A. H. Murray et. al. [Hrsg.]: The Oxford English Dictionary. Volume 1. Oxford, 1913.
  25. https://archive.org/details/notesqueries47unse/page/512/mode/2up?q=bumbo Anonymus: Notes and Queries. Fourth series, volume seventh. London, 1871.
  26. https://archive.org/details/johnsonianaorsup00boswrich/page/442/mode/2up?q=bumbo Anonymus: Johnsoniana; or, supplement to Boswell: being anecdotes and sayings of Dr. Johnson. London, 1836.
  27. https://archive.org/details/novelistsmagazi09unkngoog?q=bumbo Anonymus: The Novelist’s Magazine. Vol. 2. London, 1780.
  28. https://archive.org/details/b2876190x/page/n399/mode/2up?q=bumbo Anonymus (Francis Grose): A classical dictionary of the vulgar tongue. The second edition, corrected and enlarged. London, 1788.
  29. https://archive.org/details/annualregistero10conggoog/page/n502/mode/2up?q=bumbo Anonymus: The annual register, or a view of the history, politics, and literature for the year 1788. The second Edition. London, 1790.
  30. https://archive.org/details/beeorliterarywe00unkngoog/page/n267/mode/2up?q=bumbo Anonymus: The Bee, or the literary weekly intelligencer. Edinburgh, 13. Februar 1793.
  31. https://archive.org/details/adventuressirla00smolgoog?q=rumbo Anonymus (Tobias George Smollett): The adventures of Sir Launcelot Greaves. A new edition, corrected. Vol. 1. London, 1793. Erstmals veröffentlicht 1760-1761 in The British Magazine. [https://en.wikipedia.org/wiki/The_Life_and_Adventures_of_Sir_Launcelot_Greaves]
  32. https://archive.org/details/northerngarlands00hasl?q=bumbo Joseph Ritson (Hrsg.): Northern Garlands. London, 1810.
  33. https://en.wikipedia.org/wiki/Keelmen Keelmen.
  34. https://archive.org/details/posthumousdramat01cumbiala?q=rumbo Anonymus: The posthumous dramatick works of the late Richard Chamberlain, esq. Vol. 1. London, 1813.
  35. https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=inu.30000113491215&view=1up&seq=18&q1=rumbo W. Oxberry: The actor’s budget: consisting of monologues, prologues, epilogues, and tales, serious and comic; together with ollins’s evening brush, and rare and genuine collection of theatrical anecdotes, comic songs, &c. &c. Vol. 1. London, 1811.
  36. https://archive.org/details/blackwoodsedinb46unkngoog/page/n84/mode/2up?q=rumbo Anonymus: Blackwood’s Edinburgh magazine. No. 78, Vol. 14. London, Juli 1823.

Historische Rezepte

1869 William Terrington: Cooling Cups and Dainty Drinks. Seite 216. Roderick Random, or Bumbo Punch.

Grate a
nutmeg into 1 pint of rum; let it digest two days;
strain; add pint of water; sufficient sugar to
taste.

1937 R. de Fleury: 1800 – And All That. Seite 296. Roderick Random or Bumbo Punch.

Grate a Nutmeg into a
pint of Rum and let it
digest for two days.
Strain and add a pint
of Water and sufficient
Sugar to taste.

explicit capitulum
*

über

Hallo, ich bin Armin, und in meiner Freizeit als Blogger, freier Journalist und Bildungstrinker möchte ich die Barkultur fördern. Mein Schwerpunkt liegt auf der Recherche zur Geschichte der Mischgetränke. Falls ich einmal eine Dir bekannte Quelle nicht berücksichtigt habe, und Du der Meinung bist, diese müsse berücksichtigt werden, freue ich mich schon darauf, diese von Dir zu erfahren, um etwas Neues zu lernen.

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