Angostura. Beitragsbild.

Angostura Bitters und Angosturarinden-Bitter

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Angostura-Bitter sind eines der großen Rätsel der historischen Bar-Bücher. Was auf den ersten Blick als eindeutig erscheint, ist vertrackter, als gedacht, und erst ab 1907 gibt es relative Klarheit. Um das Rätsel zu verstehen, müssen wir uns etwas mit der Geschichte der Bitter beschäftigen.

Bitter waren damals ein Allheilmittel, und die Hersteller derselben warben damit, daß sie bei allerlei Gebrechen halfen, von Magenverstimmung bis hin zur Malaria. [1-12] Mitte des 19. Jahrhunderts waren hunderte verschiedene Bitter erhältlich, [1-12] und so verwundert es nicht, daß zwischen den Herstellern ein Konkurrenzkampf herrschte, der mit allen verfügbaren juristischen Mitteln ausgefochten wurde, allen voran die Firma Siegert mit ihren Angostura Bitters. Sie lagen im Streit mit allen anderen Anbietern von Angostura Bitter, und in diesem Streit ging es darum, wer den Begriff „Angostura“ verwenden durfte. Insbesondere der Streit zwischen Abbott und Siegert ist bekannt. Abbott nannte seinen Bitter „Angostura Aromatic Bitters“ nach der darin verwendeten Zutat, der Rinde des Angostura-Baumes. Der Bitter von Siegert enthielt diese Rinde nicht, sondern nannte sich nach der Stadt Angostura in Venezuela, dort wo er ursprünglich hergestellt wurde. [1-13]

Angostura Bitters, Anzeige von 1913, aus Jacques Straubs Buch „A Complete Manual of Mixed Drinks“.

Angostura Bitters, Anzeige von 1913, aus Jacques Straubs Buch „A Complete Manual of Mixed Drinks“. [13]

Wir wollen an dieser Stelle nicht im Detail auf diese Rechtsstreitigkeiten eingehen, sondern uns auf das beschränken, worauf es in diesem Artikel ankommt. Wir beziehen uns dabei auf das, was vom Supreme Court des Staates New York festgestellt und 1893 publiziert wurde. Das Gericht stellte fest, daß Dr. Johannes G. B. Siegert 1824 einen Bitter herstellte, den wir heute als Angostura Bitters kennen, und daß er zu jener Zeit Bewohner der Stadt Angostura in Venezuela war. Um 1830 begann er damit, diesen Bitter kommerziell zu vertreiben. Von 1830 bis 1864 war er alleiniger Eigentümer, und von 1864 bis zu seinem Tod im Jahre 1870 war sein Sohn, Carlos D. Siegert, sein Geschäftspartner. In der Stadt Angostura, deren Namen 1846 in Ciudad Bolivar geändert wurde und die bis heute so heißt, produzierte die Firma bis 1876. In jenem Jahr wurde die Firma nach Port of Spain auf der Insel Trinidad verlegt. Wichtig ist die Feststellung, daß auf dem Etikett des Bitters vor 1875 „Aromatic Bitters, prepared by Dr. Siegert, at Angostura (now Cuidad Bolivar)“ stand, zwischen 1875 und 1884 „Aromatic Bitters, or Angostura Bitters, prepared by Dr. Siegert, at Angostura (now Port of Spain, Trinidad).“ [2-243] [2-244]

1881 verklagte Siegert nun erstmals die Firma Abbott, da diese den Begriff „Angostura“ ebenfalls für ihren Bitter verwendete. Diese Firma aus Baltimore firmierte zuvor als G. H. Maynard & Co, die seit 1872 einen Bitter unter dem Namen „Angostura Aromatic Bitters“ vertrieb. Cornelius F. Abbott war in dieser Firma beschäftigt und übernahm sie 1876, in den frühen 1880er Jahren wurde sein Sohn Geschäftspartner, seitdem hieß sie C. W. Abbott & Co. [2-244] [6] Das Gericht stellte eindeutig anhand von Beweisen fest, daß die Firma G. H. Maynard & Co zuerst den Begriff Angostura auf ihren Etiketten verwendete, und Siegert verlor die Klage. [2-245]

In den Folgejahren kam es zu weiteren Klagen, die von Siegert angestrengt wurden, schließlich verlor Abbott den Streit um das Markenrecht, sie durften ihr Produkt nach 1906 nicht mehr mit Angostura bezeichnen. [1-13] [5] Gleiches galt natürlich entsprechend für andere Hersteller von Angostura-(Rinden)-Bitter.

In diesem Zusammenhang ist nun folgendes interessant: Das, was wir heute als Angostura Bitters kennen, ist nicht immer das gewesen, was man unter einem Angostura-Bitter verstand. Erst nach 1906, respektive in den Jahren danach, können wir davon ausgehen, daß in den Rezepten nach und nach wirklich die uns bekannten Angostura Bitters, und nicht Angosturarinden-Bitter gemeint waren. Es gab neben Abbott noch weitere Hersteller von Bitter, die Angostura Bitters hießen, da ihre Hauptzutat Angosturarinde war. Diese werden recht erfolgreich gewesen sein, und so sah Siegert in der gerichtlichen Auseinandersetzung eine Möglichkeit, unliebsame und erfolgreiche Wettbewerber vom Markt zu drängen. Jedenfalls haben wir gelesen, die drei meistverkauften Bitter seien neben den Angostura Bitters von Siegert und den Peychaud Bitters die Angosturarinden-Bitter aus dem Hause Abbott gewesen. [7]

Wir gehen vor diesem Hintergrund davon aus, daß in den Rezepten, die vor 1907 veröffentlicht wurden, und auch noch ein gerüttelt Maß an Zeit danach, unter Angostura Bitters nicht (oder zumindest nicht immer) diejenigen der Firma Siegert gemeint waren. Dafür sprechen aus unserer Sicht zwei gewichtige Argumente. Zum einen haben wir die historischen Büchern nach Rezepten für Angostura Bitters durchsucht. Bis auf zwei Ausnahmen sind alle Rezepte, die wir finden konnten, von 1869 bis 1946 identisch, und sie verwenden Angosturarinde:

4 Unzen Angosturarinde
1 Unze Kamillenblüten
1/4 Unze Kardamomsamen
1/4 Unze Zimtrinde
1 Unze Orangenschalen
1 Pfund Rosinen
2 1/2 Gallonen einer Spirituose mit 50 vol% Alkohol
Für einen Monat mazerieren, dann auspressen und filtern.

Man mag nun einwenden, ein Autor hätte vom anderen abgeschrieben. Das mag durchaus sein, daß dies jedoch über einen Zeitraum von fast 80 Jahren immer wieder und ausschließlich geschieht, läßt auch Zweifel aufkommen. Vielleicht führt diese Rezeptur auch einfach nur zu einem befriedigenden Ergebnis, so daß man keinen Grund sah, sie zu verändern.

Es gibt aber auch noch zwei abweichende Rezepturen, eine in einem mexikanischen Buch aus dem Jahr 1896, und dann die Rezeptur von Charles H. Baker, Jr., aus dem Jahre 1939 bzw. 1946. Wie aus den dort angegebenen Zutaten jedoch ersichtlich wird, handelt es sich hierbei nicht um Angosturarinden-Bitter. Vielmehr steht in der mexikanischen Rezeptur der Enzian klar im Vordergrund, so wie dies auch bei Siegerts Angostura Bitters der Fall ist. [14] Es scheint sich also um eine Rezeptur zu handeln, die Siegerts Rezeptur nachahmen sollte. Das Rezept von Charles H. Baker soll Gerüchten zufolge sogar dasjenige aus dem Hause Siegert sein – es ist also ebenso ein Imitat.

Orinoco Bitters.

Orinoco Bitters. [8]

Doch wie sieht es nun mit dem Geschmack der Angosturarinden-Bitter aus? Basierend auf unserer These, daß in den alten Rezepten, insbesondere bei jenen, die im 19. Jahrhundert bis kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert entstanden sind,  nicht etwa Angostura Bitters, sondern Angosturarinden-Bitter gemeint gewesen sein könnten, haben wir uns auf die Suche nach Bitters gemacht, die auf Angosturarinde basieren. Wir sind dabei auf die Dead Rabbit Orinoco Bitters aus dem Hause von Dr. Adam Elmegirab gestoßen. Wir haben sie an einigen beispielhaften Cocktails des 19. Jahrhunderts im Vergleich mit anderen Bitter verkostet, insbesondere im Vergleich mit Siegerts Angostura Bitters, und das Resultat war umwerfend. Im East India Cocktail lieferten die Orinoco Bitters ein hervorragendes Ergebnis, besser als mit allen anderen Bitter. Gleiches gilt für den Manhattan Cocktail. Für uns sind die Orinoco Bitters der bisher beste Bitter für diese Drinks. Doch inwieweit ist dieser Bitter, in dem Angosturarinde verwendet wird, mit den Angosturarinden-Bitter des 19. Jahrhunderts vergleichbar? Wir wissen es nicht, da wir die Rezepturen der verschiedenen Anbieter der damaligen Zeit nicht kennen. Das Rezept, das uns in den Büchern überliefert wurde, ist sicherlich nur eine Variante, denn jeder Anbieter wird wohl eine andere Rezeptur gehabt haben, um sich von seinen Mitbewerbern zu unterscheiden. Wie dicht diese an der in den Büchern überlieferten Rezeptur lagen, wissen wir nicht.

Daß die Rezepturen abwichen, kann man beispielsweise erneut an den Abbott’s Bitters sehen. Geschmacklich ähnlich wie die historischen Proben der Abbott’s Bitters war eine Rezeptur des Angosturarinden-Bitter der Firma O. B. Van Camp. Hier wurden neben ca. 17 anderen Zutaten auch Enzian, Angosturarinde, Kardamom, Cassia und Nelken verwendet. [5]

Eine antike Flasche der Orinoco Bitters.

Eine antike Flasche der Orinoco Bitters. [8]

Wie verhält es sich nun bei den Orinoco Bitters? Wir haben uns das Etikett derselben genau durchgelesen und auch auf die Produktseite geschaut. Als Zutaten werden angegeben: Angostura-Rinde, Kamille, grüner Kardamom, Zimtrinde, Orangenschale, Rosinen, darüber hinaus Quassia-Rinde, Rotes Sandelholz, Melasse-Zucker. [9] [15]

Wir haben überrascht festgestellt, daß dies – die Quassia-Rinde und das Rote Sandelholz einmal ausgenommen – den historischen Zutaten eines Angosturarinden-Bitter entspricht. Wir können also davon ausgehen, daß man mit diesem Bitter einem Angosturarinden-Bitter des 19. Jahrhunderts recht nahe kommen dürfte.

Die Zusätzliche Verwendung von Quassia-Rinde ist einleuchtend, denn aufgrund ihrer Bitterkeit werden sie in Bitters verwendet. Der Baum, auch Bitterholz genannt, stammt aus dem südamerikanischem Regenwald und wird als Heilmittel bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, Magen-, Darm und Gallenbeschwerden eingesetzt. [10] [11] Man darf sie nicht mit Cassia-Rinde verwechseln, denn das ist die Rinde des Zimtbaumes, Cinnamomum cassia. [12]

Wir wollen die Gelegenheit ergreifen, und etwas mehr über die Orinoco Bitters berichten. Sie entstanden bei Dr. Adam Elmegirab als Reproduktion einer Abfüllung aus dem 19. Jahrhundert. Adam sammelte eine Reihe von Proben verschiedener historischen Bitter, viele davon bitterer und aromatischer als Bitter, die wir heute gewohnt sind, und dieser historische Stil sollte bei den Dead Rabbit Orinoco Bitters im Vordergrund stehen. Der Name bezieht sich auf die Orinoco Bitters, die ursprünglich von der Firma Blemmerg Manufacturing Company aus Boston im späten 19. Jahrhundert hergestellt wurden. [3]

Orinoco Bitters, Anzeige von 1884, aus George Winters Buch „How to Mix Drinks“.

Orinoco Bitters, Anzeige von 1884, aus George Winters Buch „How to Mix Drinks“. [4]

Wir finden eine Anzeige für diese Bitter im Jahr 1884 in George Winters Buch „How to Mix Drinks“, und sie werden dort als „Angostura Bitters“ beworben. Diese Anzeige fiel auch Jack McGarry in New York ins Auge, als er die erste Cocktailkarte für seine Bar zusammenstellte. Ihm war klar, daß diese Bitters die House-Bitters seiner Bar sein mußten. So suchte er nach jemanden, der die Bitters wiederauferstehen lassen konnte, und wählte schließlich Dr. Adam Elmegirab dafür aus. Der Grund für Jacks Entscheidung, diesen Bitter herstellen zu lassen, war sicherlich auch die fast schon schicksalhafte Verbindung zwischen den Orinoco Bitters und seiner Bar. Auf der bei George Winter publizierten Anzeige wird angegeben, der Bitter würde durch Max D. Stern in New York, ansässig in der Water Street Nummer 32, vertrieben. 129 Jahre später, direkt nebenan, in der Hausnummer 30, eröffnete Jack im Jahr 2013 zusammen mit Sean Muldoon die renommierte Bar „Dead Rabbit Grocery & Grog“. [3]

Mit den Orinoco Bitters haben wir einen Bitter zur Verfügung, mit dem wir – wie unsere Versuche gezeigt haben – alte Klassiker überzeugend nachbilden können. Sie sind jedoch nicht nur für historische Rezepte hervorragend geeignet.

Vor dem Hintergrund des zuvor Geschriebenen sind unsere eigenen Verkostungen Beweis genug, daß für zahlreiche alte Klassiker, für die in den Rezepturen Angostura Bitters stehen, in der Regel Bitter mit Angosturarinde gemeint waren, und nicht die Siegertschen Angostura Bitters, die ohne Angosturarinde hergestellt werden. Doch wir wollen nicht ungerecht sein. Auch letztere gehören unbedingt in jede Bar, jedoch sind sie aus unserer Sicht eher etwas für modernere Getränke, die entsprechend für diese entwickelt worden sind.

Wenn wir uns auf einige wenige Bitter aus dem inzwischen umfangreichen Sortiment entscheiden müßten, so gehören neben klassischen Orangenbitter, den Siegertschen Angostura Bitters und den Peychaud’s Bitters auch die Orinoco Bitters und die Booker’s Bitters, ebenfalls aus dem Hause von Adam Elmegirab, in jede Bar. Mit diesen fünf verschiedenen Bitter kann man prinzipiell jeden Drink zubereiten, es sei denn, es werden spezielle andere Bitter in der Rezeptur verlangt.

Quellen
  1. Brad Thomas Parsons: Bitters: a spirited history of a classic cure-all, with cocktails, recipes, and formulas. ISBN 978-1-58008-359-1. New York, Ten Speed Press, 2011. Angegeben wird zusätzlich im Quellenvermerk die Seite im Buch, beispielsweise bedeutet [1-15]: Seite 15.
  2. Marcus T. Hun: Reports of Cases Heard and Determined in the Supreme Court of the State of New York. Volume LXXIX. 1893. Hun 72. Seite 243-254. New York, Banks & Brothers. Angegeben wird zusätzlich im Quellenvermerk die Seite im Buch, beispielsweise bedeutet [2-244]: Seite 244. http://abbottsbitters.com/sites/default/files/documents/SIEGERT%20v.%20ABBOTT%20Legal%20Summary%20%281893%29.pdf
  3. E-Mail von Adam Elmegirab vom 6. Dezember 2016.
  4. George Winter: How to Mix Drinks. New York, 1884. Anzeige für die Orinoco Bitters.
  5. http://abbottsbitters.com/about-abbotts-bitters: About Abbott’s Bitters.
  6. http://www.fohbc.org/2015/02/abbotts-bitters-from-baltimore/: Abbott’s Bitters from Baltimore. Von Peter Schaf, 22. Februar 2015.
  7. http://www.peachridgeglass.com/2011/12/abbotts-aromatic-bitters-a-later-bitters-with-class/: Abbott’s Aromatic Bitters – A Later Bitters with Class. Ferdinand Meyer V., 27. Dezember 2011.
  8. Die Fotos wurden uns freundlicherweise von Adam Elmegirab zur Verfügung gestellt.
  9. http://www.doctoradams.co.uk/orinoco-aromatic-bitters.html: Orinoco Aromatic Bitters.
  10. https://en.wikipedia.org/wiki/Quassia_amara: Quassia amara.
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Quassia_amara: Quassia amara.
  12. https://de.wikipedia.org/wiki/Zimtkassie: Zimtkassie.
  13. Jacques Straub: A Complete Manual of Mixed Drinks For All Occasions. Chicago, R. Francis Welsh Publishing Co., 1913.
  14. https://elementalmixology.blog/2014/08/14/stoughtons-bitters-and-stoughtonesque-bitters/: Stoughton’s Bitters and Stoughtonesque Bitters. Von Andrew Willett, 14. August 2014.
  15. E-Mail von Adam Elmegirab vom 8. März 2017.

Historische Rezepte

1869 Anonymus: Haney’s Steward & Barkeeper’s Manual. Seite 61. Angostura Bitters.

Angostura bark, four ounces; camomile flowers, one
ounce; cardamom seeds, quarter ounce; cinnamon bark,
quarter ounce; orange peel, one ounce; raisins, one pound;
proof spirits, two and a half gallons. Macerate for a month,
then press and filter.

1884 O. H. Byron: The Modern Bartenders‘ Guide. Seite 94. Angostura Bitters.

4 oz. Angustura bark.
1 oz. chamomile flowers,
1/4 oz. cardamom seeds.
1/4 oz. cinnamon bark.
1 oz. orange peel.
1 lb. raisins.
2 1/2 gallons proof spirit.
Macerate for a month, then press and filter.

1896 Martin Fonts: Tratado teorico-pratico de la fabrication de vinos y licores de todas clases. Dritte Auflage. Mexico, 1896. Biter angostura o sea ingles.

Alcohol de 50 grados . . . . . . . . 100 litros.
Canela de china . . . . . . . . . . . . .   50 gramos.
Cálamo aromático  . . . . . . . . . .  120     “
Comino  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .    30     “
Genciana . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 450     “
Gengibre . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   60     “
Clavo  . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   20     “
Semilla de angélica   . . . . . . . . .  50     “
Cortezas frescas de . . . . . . . . .   20 limones
Cortezas frescas de . . . . . . . . .   30 naranjas
Nueces moscadas . . . . . . . . . .   15
Póngase todo en infusión fría por espacio de un més, y quítesey fil-
trese.
En caso de que se quiera precipitar la operación, puede adelantarse
poniendo todo junto en una olla de cobre y procurar que por espacio de
24 horas se mantenga á una temperatura lo más alta posible, pero que
no llegue á hervir; déjese enfriar, y con el azúcar quemado désele el co-
lor necesario y se puede filtrar.

1904 Paul E. Lowe: Drinks As They Are Mixed. Seite 85. Angostura Bitters.

Angostura bark, 4 oz.
Chamomile flowers, 1 oz.
Cardamom seeds, 1/4 oz.
Cinnamon bark, 1/4 oz.
Raisins, 1 lb.
Orange peel, 1 oz.
Proof spirits, 2 1/2 gallons.
Macerate for 30 days; press and
filter.

1904 Thomas Stuart: Stuart’s Fancy Drinks and How to Mix Them. Seite 122. Angostura Bitters.

4 oz. Angustura bark.
1 oz.  chamomile flowers.
1/4 oz. cardamom seeds.
1/4 oz. cinnamon bark.
1 oz. orange peel.
1 lb. raisins.
2 1/4 gallons proof spirit.
Macerate for a month, then press and filter.

1912 Anonymus: Wehman Bros.‘ Bartenders‘ Guide. Seite 74. Angostura Bitters.

Four ounces of angostura bark,
One ouince of chamomile flowers,
One-quarter ounce of cardamon seeds,
One-quarter ounce of cinnamon bark,
One ounce of orange peel,
One pound of raisins,
Two and one-half gallons of proof spirit.
Macerate for a month, then press and filter.

1912 Charles S. Mahoney: The Hoffman House Bartender’s Guide. Seite 228. Angostura Bitters.

Four ounces Angostura bark.
One ounce chamomile flowers.
One-fourth ounce cardamom seeds.
One-fourth ounce cinnamon bark.
One ounce orange peel.
One pound raisins.
Two and one-half gallons proof spirit.
Macerate for a month, then press and filter

1913 Harry Montague: The Up-To-Date Bartender’s Guide. Seite 44. Angostura Bitters.

4 oz. Angostura bark.
1 oz. camomile flowers.
1/4 oz. cinnamon bark.
1/4 oz. cardamon seed.
1 lb. raisins.
1 oz. orange peel.
2 1/2 gallons proof spirits.
Macerate 1 month; press; filter and bottle.

1914 Harry Montague: The Up-To-Date Bartender’s Guide. Seite 44. Angostura Bitters.

4 oz. Angostura bark.
1 oz. camomile flowers.
1/4 oz. cinnamon bark.
1/4 oz. cardamon seed.
1 lb. raisins.
1 oz. orange peel.
2 1/2 gallons proof spirits.
Macerate 1 month; press; filter and bottle.

1927 Paul Fouassier: Pour le distillateur. Seite 26. Angostura.

L’amer angostura, qui joue un
rôle primordial dans la confection de presque tous
les coktails, peut être préparé en faisant macérer pen-
dant un mois, dans environ 10 litres d’alcool à 90°:
Écorced’angostura . . . . . . . . . . . . . . . 120 grammes.
Fleurs sèches de camomille  . . . . . .    30       —
Semences de cardamome . . . . . . . .      5       —
Écorce de cannelle  . . . . . . . . . . . . . . .     5       —
Raisins secs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 500      —
Remuer de temps à autre. Finalement décanter
et presser le résidu dans un nouet.

1934 Anonymus: Jayne’s Bartender’s Guide. Seite 132. Angostura Bitters.

One-quarter ounce cinnamon bark.
One-quarter ounce cardamom seeds.
1 ounce orange peel, cut fine.
4 ounces angostura bark.
1 pound raisins.
Two and one-half gallons proof spirits.
Macerate 30 days; press and filter.

1939 Charles H. Baker, Jr.: The Gentleman’s Companion. Seite 150.

FIRST a BRIEF DISCOURSE on the Health-Giving Tribe of
Bitters, Including Three Receipts for Their Compoundition
Being an Alleged Formula for Angostura, One for Orange, & One
for Hell-Fire-Bitters – sometimes Called „Cayenne Wine.“
Let us wave our white bar towel in a good-natured plea for truce
right at the outset, and affirm that this receipt for Angostura bitters
makes no claim to be the one hundred per cent, unchangeable, price-
less and violently kept secret formula. By the same token, if we
breathed our last in tonight’s sleep, the heirs and assigns of Dr. Johann
Gottlieb Benjamin Siegert – one-time surgeon in Bleucher’s army (we
trust the Angostura receipt booklet means the Blücher who, aged and
infirm, made that incredibly severe forced march to aid Wellington,
and even though he was „late,“ nevertheless added the vital crushing
effect against Napoleon at Waterloo) – should lower all house flags
at half mast for the vats of their liquid we have consumed, or caused
to be consumed in our warped and intermittent career.
Let it never be said that so starry-eyed a devotee at the Angostura
shrine would ever claim that their „world’s best kept secret“ had ever
crept out into light of day, in spite of the 7 people – all members of
the Siegert family – who have courted insomnia and shattered nervous
tone guarding it from profane eyes of a mercenary and covetous world
all those 115 years since 1824! According to the book of Angostura,
3 of these are still alive and active, and we hope our favourite male
actor Frank Morgan is one of them – as the rumour goes.
Angostura was originated as a tonic, a simple to ward off fevers,
miasmas, tropical swamp mists, and the general assortment of mauve
willies that beset Nordics under the equator – and the content of
quinine or cinchona definitely had virtue along this line. However,
as is so often the case with truly worth-while ventures, fate stuck her
tongue in cheek, and decreed that the bitters invented for health should
prove not only to be one of the best titillaters of the jaded appetite, but
by far the best priceless ingredient in all sorts of cocktails and mixed
drinks; as well as in many of the tastiest exotic food receipts we have
sampled around the world.
Actually there are 6 main kinds of bitters sold on the open market:
Angostura, orange, Peychaud’s, Calisaya, Amer Picon, and Boker’s.
Hell-Fire Bitters or Cayenne Wine, are local semi-amateur tropical
creations. Peach bitters, Boonekamp’s and others may be found in
first flight provision houses catering in hard-to-find, and usually im-
ported oddments of drink and good food. Of all these Angostura is
by far the most important. We now append a formula for Trinidad
bitters we had given us by a friend who lived in Port of Spain, and
which dated many years back into an old publication he had dis-
covered among some family accumulations in settling an estate. The
old text claimed this to be the leaked-out secret formula for Angostura,
but of course we cannot confirm this as being true without verifica-
tion from the Siegert clan – which is about as likely as we would tee
up our right eyeball fur a shot over the water hole at Del Monte!
We will say this though: our own pharmacy supplied us with all the
ingredients over 2 years ago: Those that weren’t ground or pounded
fine we reduced to that state in a small kitchen mortar we own. The
rest, the blending with spirits, was easy; the result was an inconceiv-
ably more economical form of bitters with the same flavour, action
and virtue.

Cinchona bark, 8 drachms                  Camomile Bowers, 2 drachms
Lemon peel, 2 drachms                       Bark cinnamon, 1/2 drachm
Orange peel, 2 drachms                      Raisins, 1/4 lb
Cardamon seeds, shelled and           Best grain alcohol, 2 qts
crushed, 1/2 drachm

All ingredients must be ground or pounded fine except the raisins,
and these are first chopped fine, then mixed thoroughly with every-
thing else. Seal tightly in a 2 qt jar and pour in enough of the finest
grain alcohol obtainable, to fill-which will be a scant 2 qts. Let stand
at an even, fairly warm temperature for 6 weeks, stirring or shaking
vigorously twice every day. Strain, then strain through a cloth; press-
ing at the last to extract essentials from the sediment. Stir and strain
once more, and bottle for use. Bon chance, Messieurs.

1946 Charles H. Baker, Jr.: The Gentleman’s Companion. Seite 150.

FIRST a BRIEF DISCOURSE on the Health-Giving Tribe of
Bitters, Including Three Receipts for Their Compoundition
Being an Alleged Formula for Angostura, One for Orange, & One
for Hell-Fire-Bitters – sometimes Called „Cayenne Wine.“
Let us wave our white bar towel in a good-natured plea for truce
right at the outset, and affirm that this receipt for Angostura bitters
makes no claim to be the one hundred per cent, unchangeable, price-
less and violently kept secret formula. By the same token, if we
breathed our last in tonight’s sleep, the heirs and assigns of Dr. Johann
Gottlieb Benjamin Siegert – one-time surgeon in Bleucher’s army (we
trust the Angostura receipt booklet means the Blücher who, aged and
infirm, made that incredibly severe forced march to aid Wellington,
and even though he was „late,“ nevertheless added the vital crushing
effect against Napoleon at Waterloo) – should lower all house flags
at half mast for the vats of their liquid we have consumed, or caused
to be consumed in our warped and intermittent career.
Let it never be said that so starry-eyed a devotee at the Angostura
shrine would ever claim that their „world’s best kept secret“ had ever
crept out into light of day, in spite of the 7 people – all members of
the Siegert family – who have courted insomnia and shattered nervous
tone guarding it from profane eyes of a mercenary and covetous world
all those 115 years since 1824! According to the book of Angostura,
3 of these are still alive and active, and we hope our favourite male
actor Frank Morgan is one of them – as the rumour goes.
Angostura was originated as a tonic, a simple to ward off fevers,
miasmas, tropical swamp mists, and the general assortment of mauve
willies that beset Nordics under the equator – and the content of
quinine or cinchona definitely had virtue along this line. However,
as is so often the case with truly worth-while ventures, fate stuck her
tongue in cheek, and decreed that the bitters invented for health should
prove not only to be one of the best titillaters of the jaded appetite, but
by far the best priceless ingredient in all sorts of cocktails and mixed
drinks; as well as in many of the tastiest exotic food receipts we have
sampled around the world.
Actually there are 6 main kinds of bitters sold on the open market:
Angostura, orange, Peychaud’s, Calisaya, Amer Picon, and Boker’s.
Hell-Fire Bitters or Cayenne Wine, are local semi-amateur tropical
creations. Peach bitters, Boonekamp’s and others may be found in
first flight provision houses catering in hard-to-find, and usually im-
ported oddments of drink and good food. Of all these Angostura is
by far the most important. We now append a formula for Trinidad
bitters we had given us by a friend who lived in Port of Spain, and
which dated many years back into an old publication he had dis-
covered among some family accumulations in settling an estate. The
old text claimed this to be the leaked-out secret formula for Angostura,
but of course we cannot confirm this as being true without verifica-
tion from the Siegert clan – which is about as likely as we would tee
up our right eyeball fur a shot over the water hole at Del Monte!
We will say this though: our own pharmacy supplied us with all the
ingredients over 2 years ago: Those that weren’t ground or pounded
fine we reduced to that state in a small kitchen mortar we own. The
rest, the blending with spirits, was easy; the result was an inconceiv-
ably more economical form of bitters with the same flavour, action
and virtue.

Cinchona bark, 8 drachms                  Camomile Bowers, 2 drachms
Lemon peel, 2 drachms                       Bark cinnamon, 1/2 drachm
Orange peel, 2 drachms                      Raisins, 1/4 lb
Cardamon seeds, shelled and           Best grain alcohol, 2 qts
crushed, 1/2 drachm

All ingredients must be ground or pounded fine except the raisins,
and these are first chopped fine, then mixed thoroughly with every-
thing else. Seal tightly in a 2 qt jar and pour in enough of the finest
grain alcohol obtainable, to fill-which will be a scant 2 qts. Let stand
at an even, fairly warm temperature for 6 weeks, stirring or shaking
vigorously twice every day. Strain, then strain through a cloth; press-
ing at the last to extract essentials from the sediment. Stir and strain
once more, and bottle for use. Bon chance, Messieurs.

2 Kommentare

  1. Mal wieder vielen Dank für diesen sehr gut recherchierten Artikel!  Dieser Blog sucht definitiv seines Gleichen.
    Über Bitters wird (leider) viel zu wenig geredet und auch geschrieben.
    Glücklicherweise kann ich ein Fläschchen Orinoco Bitters mein Eigen nennen! Ich kann auch bestätigen, dass diese Bitters sehr gut im Manhattan funktionieren.
    Danke für den Artikel, Ihr seid die Besten!

    • Es freut mich, daß Dir der Artikel so gut gefallen hat. Es wird auch noch ein allgemeinerer Beitrag über Bitter folgen, ich bin noch am recherchieren und warte noch auf ein paar Bücher, die zu diesem Thema erscheinen sollen. Also bitte noch etwas Geduld.

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