Red Widow – einmal publiziert und nie wieder davon gehört. Was nicht verständlich ist. Wieder einmal zeigt sich, dass man in alten Büchern suchen muss, um Vergessenes oder nie Bekanntes hervorzuholen.
30 ml Compagnie des Indes Jamaica Overproof Rum 30 ml Eagle Rare 10 Bourbon 15 ml Antica Torino rosso 15 ml Himbeersirup
Zubereitung: 3 Eiswürfel, 20 Sekunden (60 Mal) gerührt. * Himbeersirup: 100 ml Himbeersaft (aus tiefgefrorenen Früchten) mit 100 g Zucker kurz aufkochen und abkühlen lassen.
Über die ›Rote Witwe‹ kann man eigentlich nicht viel schreiben: das Rezept wurde nur ein Mal publiziert, und zwar in der 1917er Ausgabe von ›The Reminder‹, geschrieben von Jacob A. Didier. Da es in der 1909er Ausgabe noch fehlt, können wir den Entstehungszeitram einschränken: Zwischen 1909 und 1917.
Aber vielleicht kann ich die Gelegenheit nutzen, um etwas zu Jacob A. Didier zu schreiben. Ein Buch über Binghampton aus dem Jahr 1900 gibt uns über ihn Auskunft: »Didier, Jacob A., Inhaber des attraktiv eingerichteten Opera Cafe gegenüber dem Stone Opera House in der Chenango Street, lebt seit etwa sieben Jahren in Binghamton, obwohl er bereits 1889 in die Stadt kam. Herr Didier ist vergleichsweise ein junger Mann, genießt jedoch als Hersteller und Ausgeber von Café-Erfrischungen beträchtliche Berühmtheit, da er seit fast zwanzig Jahren entweder als Eigentümer oder Angestellter in fast ebenso vielen wichtigen Städten des Landes tätig war. Er wurde am 21. April 1865 in Albany geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit der Familie seines Vaters nach Gloversville, wo dieser als Bauunternehmer tätig war. Im Alter von sechzehn Jahren ging ›Honest Jake‹, wie er unter seinen vielen Freunden und Bekannten bekannt ist, nach Detroit und wurde in dem zum Russell House gehörenden Café angestellt. Zwei Jahre später ging er nach Chicago, um für Chapin & Gore zu arbeiten, und später verbreitete er ›gute Laune‹ im berühmten Continental Hotel in Philadelphia. 1883 kehrte er nach Detroit zurück und wurde Besitzer des Recreation Park Saloons, kam aber im nächsten Jahr nach Syracuse, wo er eine Zeit lang für A. G. Courtney und später im Vanderbilt House arbeitete. Im Jahr 1889 kam er nach Binghamton und arbeitete in der Bar des Crandall House, ging jedoch bald darauf nach St. Paul, Minnesota, wo er nur wenige Monate blieb, bevor er in diese Stadt zurückkehrte. Er war nacheinander bei so beliebten Eigentümern wie J. D. Stratton, Mott E. Boss und dem Crandall House beschäftigt, eröffnete jedoch 1893 das Opera Cafe, einen beliebten und gut geführten Treffpunkt für Männer. Der Eigentümer selbst ist ein ruhiger und umgänglicher Gentleman und interessiert sich ernsthaft für alles, was mit dem Wohlergehen der Stadt zu tun hat. 1887 heiratete Herr Didier Anna, die Tochter des verstorbenen Jacob Fess aus dieser Stadt. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor.« [2-870]
William S. Lawyer: Binghamton, its settlement, growth and development. 1900, Seite 870. [2-870]
– »Didier, Jacob A., proprietor of the attractively appointed Opera Cafe, opposite the Stone Opera House on Chenango street, has been a resident of Binghamton about seven years, although he first came to the city in 1889. Mr. Didier is comparatively a young man, yet as a compounder and dispenser of cafe refreshments he enjoys considerable celebrity, having been in business either as proprietor or employee nearly twenty years and in almost as many important cities in the country. He was born in Albany, April 21, 1865, and when five years old removed with his father’s family to Gloversville, where the latter was a contractor and builder. At the age of sixteen years „Honest Jake,“ as he is best known among his many friends and acquaintances, went to Detroit and was employed in the cafe connected with the Russell House. Two years later he went to work in Chicago for Chapin & Gore, and still later dispensed „good cheer“ in the famous Continental Hotel in Philadelphia. In 1883 he returned to Detroit and became proprietor of Recreation Park saloon, but in the next year came to Syracuse, where he worked for a time for A. G. Courtney and later in the Vanderbilt House. In 1889 he came to Binghamton and worked in the Crandall House bar, but soon afterward went to St. Paul, Minn, remaining only a few months, and then returned to this city. He was employed successively by such popular proprietors as J. D. Stratton, Mott E.Boss and the Crandall House, but in 1893 he opened the Opera Cafe, a popular and well managed resort for men. The proprietor himself is a quiet and companionable gentleman and takes an earnest interest in all that pertams to the welfare of the city. In 1887 Mr. Didier married Anna, daughter of the late Jacob Fess, of this city. One daughter has been born of this marriage.« [2-870]
Robert Simonson hat sich ein wenig mit der Biographie beschäftigt, und fügt hinzu, dass Jacob A. Didier später ein Geschäft in der Court Street betrieb. Er musste aber einem Neubau weichen und eröffnete 1907 einen Billardsalon in 78 Court Street. 1910 erhielt er eine Schanklizenz für ein Lokal in 166 Walter Street. Dieses wurde Didier’s Café oder Didier’s Restaurant genannt, tatsächlich war es aber eine Saloon-Bar. Die erste Ausgabe seines Cocktailbuches The Reminder veröffentlichte er 1909, und so dürfen wir davon ausgehen, dass es sehr wahrscheinlich die Rezepte enthält, die er ab 1910 in seinem Saloon servierte. 1917 führte er zudem 1917 einen Zigarrenladen in 43 Chenango Street. Interessanterweise war er als Bekanntheit als Box-Schiedsrichter bekannter als als Hotelier oder Barkeeper: ab den 1890er Jahren wurde er oft als Boxkampfrichter in der Presse erwähnt.Am 5. September 1935 erlitt Didier während der Arbeit im Didier’s Restaurant einen Schlaganfall und starb später im Our Lady of Lourdes Hospital, im Alter von 70 Jahren. Begraben ist er auf dem St. Patrick’s Cemetery in Johnson City. [1]
1917 Jacob A. Didier: The Reminder. Seite 152. Red Widow.
Use old-fashioned cocktail glass.
1 or 2 pieces of ice.
1/6 raspberry syrup.
1/6 Italian vermouth.
1/3 Bourbon whiskey.
1/3 Jamaica rum.
Serve with small bar spoon in glass.
30 ml Compagnie des Indes Jamaica Overproof Rum
30 ml Eagle Rare 10 Bourbon
15 ml Antica Torino rosso
15 ml Himbeersirup
Zubereitung: 3 Eiswürfel, 20 Sekunden (60 Mal) gerührt.
* Himbeersirup: 100 ml Himbeersaft (aus tiefgefrorenen Früchten) mit 100 g Zucker kurz aufkochen und abkühlen lassen.
Über die ›Rote Witwe‹ kann man eigentlich nicht viel schreiben: das Rezept wurde nur ein Mal publiziert, und zwar in der 1917er Ausgabe von ›The Reminder‹, geschrieben von Jacob A. Didier. Da es in der 1909er Ausgabe noch fehlt, können wir den Entstehungszeitram einschränken: Zwischen 1909 und 1917.
Aber vielleicht kann ich die Gelegenheit nutzen, um etwas zu Jacob A. Didier zu schreiben. Ein Buch über Binghampton aus dem Jahr 1900 gibt uns über ihn Auskunft: »Didier, Jacob A., Inhaber des attraktiv eingerichteten Opera Cafe gegenüber dem Stone Opera House in der Chenango Street, lebt seit etwa sieben Jahren in Binghamton, obwohl er bereits 1889 in die Stadt kam. Herr Didier ist vergleichsweise ein junger Mann, genießt jedoch als Hersteller und Ausgeber von Café-Erfrischungen beträchtliche Berühmtheit, da er seit fast zwanzig Jahren entweder als Eigentümer oder Angestellter in fast ebenso vielen wichtigen Städten des Landes tätig war. Er wurde am 21. April 1865 in Albany geboren und zog im Alter von fünf Jahren mit der Familie seines Vaters nach Gloversville, wo dieser als Bauunternehmer tätig war. Im Alter von sechzehn Jahren ging ›Honest Jake‹, wie er unter seinen vielen Freunden und Bekannten bekannt ist, nach Detroit und wurde in dem zum Russell House gehörenden Café angestellt. Zwei Jahre später ging er nach Chicago, um für Chapin & Gore zu arbeiten, und später verbreitete er ›gute Laune‹ im berühmten Continental Hotel in Philadelphia. 1883 kehrte er nach Detroit zurück und wurde Besitzer des Recreation Park Saloons, kam aber im nächsten Jahr nach Syracuse, wo er eine Zeit lang für A. G. Courtney und später im Vanderbilt House arbeitete. Im Jahr 1889 kam er nach Binghamton und arbeitete in der Bar des Crandall House, ging jedoch bald darauf nach St. Paul, Minnesota, wo er nur wenige Monate blieb, bevor er in diese Stadt zurückkehrte. Er war nacheinander bei so beliebten Eigentümern wie J. D. Stratton, Mott E. Boss und dem Crandall House beschäftigt, eröffnete jedoch 1893 das Opera Cafe, einen beliebten und gut geführten Treffpunkt für Männer. Der Eigentümer selbst ist ein ruhiger und umgänglicher Gentleman und interessiert sich ernsthaft für alles, was mit dem Wohlergehen der Stadt zu tun hat. 1887 heiratete Herr Didier Anna, die Tochter des verstorbenen Jacob Fess aus dieser Stadt. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor.« [2-870]
– »Didier, Jacob A., proprietor of the attractively appointed Opera Cafe, opposite the Stone Opera House on Chenango street, has been a resident of Binghamton about seven years, although he first came to the city in 1889. Mr. Didier is comparatively a young man, yet as a compounder and dispenser of cafe refreshments he enjoys considerable celebrity, having been in business either as proprietor or employee nearly twenty years and in almost as many important cities in the country. He was born in Albany, April 21, 1865, and when five years old removed with his father’s family to Gloversville, where the latter was a contractor and builder. At the age of sixteen years „Honest Jake,“ as he is best known among his many friends and acquaintances, went to Detroit and was employed in the cafe connected with the Russell House. Two years later he went to work in Chicago for Chapin & Gore, and still later dispensed „good cheer“ in the famous Continental Hotel in Philadelphia. In 1883 he returned to Detroit and became proprietor of Recreation Park saloon, but in the next year came to Syracuse, where he worked for a time for A. G. Courtney and later in the Vanderbilt House. In 1889 he came to Binghamton and worked in the Crandall House bar, but soon afterward went to St. Paul, Minn, remaining only a few months, and then returned to this city. He was employed successively by such popular proprietors as J. D. Stratton, Mott E.Boss and the Crandall House, but in 1893 he opened the Opera Cafe, a popular and well managed resort for men. The proprietor himself is a quiet and companionable gentleman and takes an earnest interest in all that pertams to the welfare of the city. In 1887 Mr. Didier married Anna, daughter of the late Jacob Fess, of this city. One daughter has been born of this marriage.« [2-870]
Robert Simonson hat sich ein wenig mit der Biographie beschäftigt, und fügt hinzu, dass Jacob A. Didier später ein Geschäft in der Court Street betrieb. Er musste aber einem Neubau weichen und eröffnete 1907 einen Billardsalon in 78 Court Street. 1910 erhielt er eine Schanklizenz für ein Lokal in 166 Walter Street. Dieses wurde Didier’s Café oder Didier’s Restaurant genannt, tatsächlich war es aber eine Saloon-Bar. Die erste Ausgabe seines Cocktailbuches The Reminder veröffentlichte er 1909, und so dürfen wir davon ausgehen, dass es sehr wahrscheinlich die Rezepte enthält, die er ab 1910 in seinem Saloon servierte. 1917 führte er zudem 1917 einen Zigarrenladen in 43 Chenango Street. Interessanterweise war er als Bekanntheit als Box-Schiedsrichter bekannter als als Hotelier oder Barkeeper: ab den 1890er Jahren wurde er oft als Boxkampfrichter in der Presse erwähnt.Am 5. September 1935 erlitt Didier während der Arbeit im Didier’s Restaurant einen Schlaganfall und starb später im Our Lady of Lourdes Hospital, im Alter von 70 Jahren. Begraben ist er auf dem St. Patrick’s Cemetery in Johnson City. [1]
Quellen
Historische Rezepte
1917 Jacob A. Didier: The Reminder. Seite 152. Red Widow.
Use old-fashioned cocktail glass.
1 or 2 pieces of ice.
1/6 raspberry syrup.
1/6 Italian vermouth.
1/3 Bourbon whiskey.
1/3 Jamaica rum.
Serve with small bar spoon in glass.
explicit capitulum
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