Welche Ziele und Visionen verfolgt das Netzwerk Bar.Kultur.Geschichte und wer sind die Adressaten? Diese Fragen beantwortet unser Positionspapier, dass wir hier mit Euch teilen möchten.
Falls Ihr mit dem Netzwerk Kontakt aufnehmen möchtet könnt uns am besten unter https://barkulturgeschichte.de/ (kontakt[at]barkulturgeschichte.de) erreichen.
Idee
Das Netzwerk Bar.Kultur.Geschichte. setzt sich dafür ein, die Bar als komplexes Gesamtkunstwerk zu betrachten, historische sowie kulturelle Hintergründe zu erforschen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse für eine qualitätsbewusste Bar-Praxis nutzbar zu machen.
Die Initiatoren des Netzwerks – Andreas und Jenny Berg (MIRABEAU bar, Freiburg), Dr. Michael C. Bienert (Stiftung Ernst-Reuter-Archiv, Berlin) und Armin Zimmermann (Bar-Vademecum, Hannover) – stoßen mit dem Forum für Barkultur einen Dialog mit Bartenderinnen und Bartendern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Kulturschaffenden sowie Journalistinnen und Journalisten an.
Das Netzwerk ist frei, unabhängig und verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen.
Adressaten
Das Netzwerk Bar.Kultur.Geschichte. heißt alle willkommen, die die Bar als Kulturort verstehen und sich spartenübergreifend zu diesem Thema austauschen und weiterbilden möchten. Ganz besonders natürlich Bartenderinnen und Bartender, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen, Kulturschaffende, Brennerinnen und Brenner, Journalistinnen und Journalisten, Barbesucherinnen und -besucher.
Forschung
Die Bar als Kulturort ist ein Forschungsfeld, das in Deutschland bislang weitgehend unbeachtet geblieben ist. Wir unterstützen eine Forschung, die interdisziplinär, quellenbasiert und ergebnisoffen agiert. Dazu können folgende Disziplinen beitragen: Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturgeschichte, Soziologie, Musikwissenschaft, Architekturwissenschaft, Genderforschung etc.
Erste Projektideen: Wilhelm Schmidt und seine Mix-Kunst, Geschmacksprofil der Hauptstadt um 1930 und eine Bibliographie der deutschsprachigen Barliteratur.
Forum
Die zusammengetragenen Erkenntnisse sollen einmal jährlich auf einem Forum vorgestellt und diskutiert werden. Dabei sollte das Forum stets einem spezifischen Schwerpunktthema gewidmet sein. Eine wichtige Aufgabe des Forums soll es sein, gemeinsam Wege zu finden, wie die Ergebnisse sich in der Bar-Praxis umsetzen lassen.
Öffentlichkeit
Die Forschung ist kein Selbstzweck, sondern soll in Barwelt und Öffentlichkeit getragen werden. Hierfür erscheint es uns essenziell, unsere Erkenntnisse frei zugänglich zu machen (z. B. auf einer digitalen Plattform). Auf diese Weise wollen wir ein Bewusstsein für die Bar als Kulturort schaffen und schärfen.
Qualität sichtbar machen
Bislang gibt es kein überzeugendes System, das Qualität in der Bar sichtbar macht. Platzierungen auf Bestenlisten und Auszeichnungen fußen meist auf subjektiven, intransparenten Urteilen und sagen allein nichts über die Güte von Drinks aus. Dabei gibt es objektive Qualitätskriterien, wenn man auf das zentrale Produkt, den Drink und dessen Zutaten fokussiert: z. B. frischgepresste Zitrussäfte, hausgemachte Sirupe, Liköre ohne Aroma-, Zusatz- und Konservierungsstoffe, handwerkliche Brände, unbehandelte Früchte etc.
Das Netzwerk Bar.Kultur.Geschichte. strebt an, einen überschaubaren, praktischen und transparenten Katalog für Qualitätskriterien in der Bar (z. B. 10 Gebote) zu erarbeiten. Dieser könnte in einem Qualitätssiegel münden. Jede Bar, egal ob diese kreative Modern Drinks anbietet, nach historischen Rezepten arbeitet oder ein sonst wie geartetes Konzept fährt, kann das Siegel erhalten, sofern sie die Qualitätskriterien erfüllte.
Ein solches objektives und transparentes System hätte viele Vorteile: Der Gast könnte sich orientieren, kleine Bars bekämen eine größere Sichtbarkeit, eine neue Community entstünde. Dieser innovative Barkompass könnte erweitert werden, etwa um handwerklich produzierte Spirituosen, mit denen die ausgezeichneten Bars arbeiten, die sich also zum Mixen bewährt haben. Für Brenner und Manufakturen wäre das Ganze somit ebenfalls von Interesse.
Wettbewerb
Die Barwelt kennt seit etwa 150 Jahren Wettbewerbe. Bis heute sind die allermeisten produktbezogen, werden von der Spirituosenindustrie zu Marketingzwecken und zur Kundenbindung veranstaltet. Wir möchten einen alternativen Preis ausloben, der die sorgfältige und kreative Erarbeitung eines vorgegebenen unbekannten historischen Rezepts zum Inhalt hat. Ein solcher Preis zeichnete Bartenderinnen und Bartender aus, die über herausragende Produktkenntnisse und großes handwerkliches Geschick verfügten. Da Wilhelm Schmidt (Künstlername „The Only William“, gestorben 1905 in New York) als einer der innovativsten Bartender aller Zeiten einen gewaltigen Schatz an kunstvollen Rezepturen hinterließ, schlagen die Initiatoren des Netzwerks als Namen für den Preis William-Schmidt-Bar-Award vor.
Museum, Dauerausstellung
Ein Museum oder eine Dauerausstellung, die die verschiedenen Aspekte der Bar aufzeigt und darstellt, gibt es in Deutschland bisher nicht. Das Netzwerk setzt sich zum Ziel, Sammlungen (aus Nachlässen, z. B. Gebrauchsgegenstände und Ausstattung aus der Bar, historische Bücher und Menükarten etc.) zusammenzutragen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Anerkennung der Bar als immaterielles Kulturerbe
Die Netzwerk- und Forschungsarbeit könnte in der Anerkennung der Bar als immaterielles Kulturerbe gipfeln. Es gilt somit glaubhaft zu belegen, dass die Bar eine eigenständige Kunstform und ein spartenübergreifender Kulturraum (Verbindung traditioneller Elemente aus Musik, Design, Malerei, Literatur etc.) mit einer eigenen kulturellen Tradition ist.
Institutionalisierung, Rechtsform
Das Netzwerk startet zunächst als loser Zusammenschluss interessierter und engagierter barbegeisterter Menschen. Eine Institutionalisierung gemeinnütziger Verein wird angestrebt.
explicit capitulum
*
Falls Ihr mit dem Netzwerk Kontakt aufnehmen möchtet könnt uns am besten unter https://barkulturgeschichte.de/ (kontakt[at]barkulturgeschichte.de) erreichen.
Idee
Das Netzwerk Bar.Kultur.Geschichte. setzt sich dafür ein, die Bar als komplexes Gesamtkunstwerk zu betrachten, historische sowie kulturelle Hintergründe zu erforschen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse für eine qualitätsbewusste Bar-Praxis nutzbar zu machen.
Die Initiatoren des Netzwerks – Andreas und Jenny Berg (MIRABEAU bar, Freiburg), Dr. Michael C. Bienert (Stiftung Ernst-Reuter-Archiv, Berlin) und Armin Zimmermann (Bar-Vademecum, Hannover) – stoßen mit dem Forum für Barkultur einen Dialog mit Bartenderinnen und Bartendern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Kulturschaffenden sowie Journalistinnen und Journalisten an.
Das Netzwerk ist frei, unabhängig und verfolgt keinerlei kommerzielle Interessen.
Adressaten
Das Netzwerk Bar.Kultur.Geschichte. heißt alle willkommen, die die Bar als Kulturort verstehen und sich spartenübergreifend zu diesem Thema austauschen und weiterbilden möchten. Ganz besonders natürlich Bartenderinnen und Bartender, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen, Kulturschaffende, Brennerinnen und Brenner, Journalistinnen und Journalisten, Barbesucherinnen und -besucher.
Forschung
Die Bar als Kulturort ist ein Forschungsfeld, das in Deutschland bislang weitgehend unbeachtet geblieben ist. Wir unterstützen eine Forschung, die interdisziplinär, quellenbasiert und ergebnisoffen agiert. Dazu können folgende Disziplinen beitragen: Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturgeschichte, Soziologie, Musikwissenschaft, Architekturwissenschaft, Genderforschung etc.
Erste Projektideen: Wilhelm Schmidt und seine Mix-Kunst, Geschmacksprofil der Hauptstadt um 1930 und eine Bibliographie der deutschsprachigen Barliteratur.
Forum
Die zusammengetragenen Erkenntnisse sollen einmal jährlich auf einem Forum vorgestellt und diskutiert werden. Dabei sollte das Forum stets einem spezifischen Schwerpunktthema gewidmet sein. Eine wichtige Aufgabe des Forums soll es sein, gemeinsam Wege zu finden, wie die Ergebnisse sich in der Bar-Praxis umsetzen lassen.
Öffentlichkeit
Die Forschung ist kein Selbstzweck, sondern soll in Barwelt und Öffentlichkeit getragen werden. Hierfür erscheint es uns essenziell, unsere Erkenntnisse frei zugänglich zu machen (z. B. auf einer digitalen Plattform). Auf diese Weise wollen wir ein Bewusstsein für die Bar als Kulturort schaffen und schärfen.
Qualität sichtbar machen
Bislang gibt es kein überzeugendes System, das Qualität in der Bar sichtbar macht. Platzierungen auf Bestenlisten und Auszeichnungen fußen meist auf subjektiven, intransparenten Urteilen und sagen allein nichts über die Güte von Drinks aus. Dabei gibt es objektive Qualitätskriterien, wenn man auf das zentrale Produkt, den Drink und dessen Zutaten fokussiert: z. B. frischgepresste Zitrussäfte, hausgemachte Sirupe, Liköre ohne Aroma-, Zusatz- und Konservierungsstoffe, handwerkliche Brände, unbehandelte Früchte etc.
Das Netzwerk Bar.Kultur.Geschichte. strebt an, einen überschaubaren, praktischen und transparenten Katalog für Qualitätskriterien in der Bar (z. B. 10 Gebote) zu erarbeiten. Dieser könnte in einem Qualitätssiegel münden. Jede Bar, egal ob diese kreative Modern Drinks anbietet, nach historischen Rezepten arbeitet oder ein sonst wie geartetes Konzept fährt, kann das Siegel erhalten, sofern sie die Qualitätskriterien erfüllte.
Ein solches objektives und transparentes System hätte viele Vorteile: Der Gast könnte sich orientieren, kleine Bars bekämen eine größere Sichtbarkeit, eine neue Community entstünde. Dieser innovative Barkompass könnte erweitert werden, etwa um handwerklich produzierte Spirituosen, mit denen die ausgezeichneten Bars arbeiten, die sich also zum Mixen bewährt haben. Für Brenner und Manufakturen wäre das Ganze somit ebenfalls von Interesse.
Wettbewerb
Die Barwelt kennt seit etwa 150 Jahren Wettbewerbe. Bis heute sind die allermeisten produktbezogen, werden von der Spirituosenindustrie zu Marketingzwecken und zur Kundenbindung veranstaltet. Wir möchten einen alternativen Preis ausloben, der die sorgfältige und kreative Erarbeitung eines vorgegebenen unbekannten historischen Rezepts zum Inhalt hat. Ein solcher Preis zeichnete Bartenderinnen und Bartender aus, die über herausragende Produktkenntnisse und großes handwerkliches Geschick verfügten. Da Wilhelm Schmidt (Künstlername „The Only William“, gestorben 1905 in New York) als einer der innovativsten Bartender aller Zeiten einen gewaltigen Schatz an kunstvollen Rezepturen hinterließ, schlagen die Initiatoren des Netzwerks als Namen für den Preis William-Schmidt-Bar-Award vor.
Museum, Dauerausstellung
Ein Museum oder eine Dauerausstellung, die die verschiedenen Aspekte der Bar aufzeigt und darstellt, gibt es in Deutschland bisher nicht. Das Netzwerk setzt sich zum Ziel, Sammlungen (aus Nachlässen, z. B. Gebrauchsgegenstände und Ausstattung aus der Bar, historische Bücher und Menükarten etc.) zusammenzutragen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Anerkennung der Bar als immaterielles Kulturerbe
Die Netzwerk- und Forschungsarbeit könnte in der Anerkennung der Bar als immaterielles Kulturerbe gipfeln. Es gilt somit glaubhaft zu belegen, dass die Bar eine eigenständige Kunstform und ein spartenübergreifender Kulturraum (Verbindung traditioneller Elemente aus Musik, Design, Malerei, Literatur etc.) mit einer eigenen kulturellen Tradition ist.
Institutionalisierung, Rechtsform
Das Netzwerk startet zunächst als loser Zusammenschluss interessierter und engagierter barbegeisterter Menschen. Eine Institutionalisierung gemeinnütziger Verein wird angestrebt.
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