Drinks

Martini Le Rocher

Martini Le Rocher.

Wie soll das denn gehen? Ein Dirty Martini ganz ohne Olivenlake? Es geht, man muß nur anstelle des Gins den Clairin Le Rocher verwenden. Probiert es einmal aus, es funktioniert hervorragend.

 

40 ml Clairin le Rocher
40 ml Dolin Blanc Wermut

Zubereitung: Gerührt.

Auf dem Bar Convent des letzten Jahres hatten wir das Vergnügen, von Christoph Henkel verschiedene von Kirsch Import vertriebene Clairins verkosten zu dürfen.

Unter der Bezeichnung Clairin versteht man ein üblicherweise aus Zuckerrohrsaft hergestelltes Destillat aus Haiti. Für ein besseres Verständnis könnte man ganz allgemein sagen, daß es so etwas wie ein haitianischer Rhum Agricole ist. Aber dennoch ist Clairin eine eigene Spirituosengattung, neben Rhum Agricole und Cachaça, die beide ebenfalls aus Zuckerrohrsaft hergestellt werden.

Um es kurz zu machen: Alle Clairins, die wir probierten, waren ausgezeichnet. Einen davon fanden wir aber besonders. Den „Clarin Le Rocher“ von der Destillerie Le Rocher in Pignon, hergestellt aus Zuckerrohrsirup – das unterscheidet ihn von vielen anderen Clairins – , von wilden Hefen fermentiert und im Pot Still destilliert, unverdünnt abgefüllt mit 46,5 vol% Alkohol. Ihn zeichnet aus, daß während der Fermentierung 30% der Bestandteile aus einer vorangegangenen Destillation stammen. In Jamaika heißen diese „Dunder“, sorgen für zusätzliche Aromen, und werden dort hauptsächlich bei esterhaltigen Rums zugegeben.

Was seine Aromatik besonders macht, ist der Geschmack nach Oliven. Wir waren uns schnell mit Christoph einig, daß sich dieses Produkt hervorragend mit einem französischen Wermut kombinieren ließe, um so etwas wie einen Dirty Martini zu erhalten, ohne daß man noch irgendwelche Olivenlake zugeben müßte.

Wir haben den Clairin Le Rocher bisher schon mehrfach genossen und sind immer noch von ihm überzeugt. Also: Eine ganz eindeutige Empfehlung von uns.

Dieser Clairin, kombiniert mit dem Wermut, benötigt auch einen eigenen Namen. Eigentlich ist es ja „nur“ ein weiterer Rum-Manhattan. Doch diese Bezeichnung würde dieser Mischung nicht gerecht werden, zu deutlich sind die Unterschiede. Man denkt geschmacklich sofort an einen Dirty Martini, weshalb wir uns entschieden haben, diese Mischung – auch wenn Rum anstelle von Gin verwendet wird – „Martini Le Rocher“ zu nennen. Historisch gesehen sicherlich ein Ding der Unmöglichkeit – aber so ist es nun einmal. Man muß auch nicht immer zu dogmatisch sein 🙂

Martini Le Rocher.
Martini Le Rocher.

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Hallo, ich bin Armin, und in meiner Freizeit als Blogger, freier Journalist und Bildungstrinker möchte ich die Barkultur fördern. Mein Schwerpunkt liegt auf der Recherche zur Geschichte der Mischgetränke. Falls ich einmal eine Dir bekannte Quelle nicht berücksichtigt habe, und Du der Meinung bist, diese müsse berücksichtigt werden, freue ich mich schon darauf, diese von Dir zu erfahren, um etwas Neues zu lernen.

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