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Gin & Tonic – Teil 2 – Malaria, Fieber und Wechselfieber und dessen Behandlung mit Chininwein

Gin & Tonic Teil 2 - Titelbild.

Im zweiten Teil dieser Serie wenden wir uns dem medizinischen Nutzen des Chinins zu. Wir berichten über Malaria, Fieber und Wechselfieber und dessen Behandlung mit Chininwein.

Malaria

Die Bezeichnung Malaria leitet sich aus dem Italienischen ab und bedeutet „schlechte Luft“. [2-32] Das Wesen der Malaria wurde lange Zeit nicht verstanden. [2-11] Erst 1880 erkannte Charles Louis Alphonse Laveran den Zusammenhang von Malaria und Parasiten im Blut. Dafür erhielt er 1907 den Medizin-Nobelpreis. [2-34] Ronald Ross entdeckte, daß Moskitos den Parasiten übertragen und erhielt dafür den Medizin-Nobelpreis im Jahr 1902. [2-36] [2-34] Die Malaria-Parasiten existierten schon vor 30 bis 40 Millionen Jahren. Man fand sie in Bernstein eingeschlossen. [2-25]

Man mag heutzutage denken, daß Malaria eine tropische Krankheit sei, doch bis vor kurzem war sie auch in Europa vorhanden, und zwar bis an den nördlichen Polarkreis und in Westeuropa. [2-14] [2-25] So schrieb beispielsweise Horace Walpole im Jahr 1740: „Es gibt ein schreckliches Ding namens Malaria, das jeden Sommer nach Rom kommt und einen tötet.[2-32]

– „there is a horrid thing called the malaria, that comes to Rome every summer, and kills one.[2-32]

Malaria war bis Mitte des 20. Jahrhunderts nicht nur in Süd-, sondern auch in Mitteleuropa verbreitet. [2] Malaria und tropische Krankheiten waren auch in den Kolonien ein ernsthaftes Problem. Beispielsweise starben bei den britischen Truppen in Sierra Leone zwischen 1819 und 1836 durchschnittlich 48% der Soldaten durch tropische Krankheiten. Auf William Bolts Expedition nach Mosambik starben von 152 europäischen Teilnehmern 132. Bei der Niger-Expedition von Lander-Laird im Jahr 1832 waren es 40 von 49. [2-46] Zwar wurde von der British Navy ab dem späten 18. Jahrhundert gelegentlich Chinarinde verwendet, doch der Einsatz von Chinin zur Prävention von Malaria wurde erst 1854 formell anerkannt, als William Balfour Baikie eine Niger-Expedition leitete. Jeder der teilnehmenden Europäer nahm täglich eine Ration ein, und alle kehrten lebend zurück. [2-48]

Gin Punch als Medizin

Man setzte bei der Behandlung von Malaria und ähnlichen Krankheiten auch Gin Punch ein. Wir wollen an dieser Stelle aber nicht detailliert darauf eingehen, da wir dies bereits in unserem Beitrag über den Gin Punch taten. An dieser Stelle möge eine Zusammenfassung genügen: man gab Gin Punch begleitend zur Behandlung von Malaria und anderen ähnlichen Krankheiten, auch gemeinsam mit Chinarinde oder Chininwein.

Auch in einem Buch aus dem Jahr 1848 über die Krankheiten Indiens finden sich Beispiele dafür, daß Gin Punch zusammen mit Chinarinde verschrieben wurde. [12-286] [12-287] Dies erinnert an die Einnahme von Gin & Tonic, denn dieser ist doch eine Art von Gin Punch, dem Chinin zugegeben wurde. Doch bevor wir uns mit dem Gin & Tonic näher beschäftigen können, müssen wir uns dem Chininwein widmen.

Chinin und Wein als Medizin

Erinnern wir uns: Chinin ist in Alkohol gut löslich, in Wasser jedoch nur schlecht, und Säure unterstützt die Löslichkeit. Vielleicht löste man Chinin bevorzugt in Wein auf, da Wein neben Alkohol auch Säure enthält? Dennoch verwendete man anscheinend nicht ausschließlich Wein zur Lösung des Chinins. In einem im Jahr 1841 erschienenen Beitrag im The English Journal, betitelt mit „Summer Tourists“, beschwert man sich über eine Reise nach Holland, wo man Genever und Chinin trinken muß, um die Malaria fern zu halten: „Ich mag es nicht, in einem Landhaus zur Musik der Frösche in den grünen Gräben Tee zu trinken, wobei ich das Miasma mit ewigen Dosen von Chinin und Genever fernhalte.“ [2-93]

„I do notlike sipping tea at a lust huis to the music of frogs in the green moats around keeping out the miasma with eternal doses of quinine and geneva.“ [2-93]

Betrachten wir also vor allem einmal chronologisch die Quellenlage vor allem des 19. Jahrhunderts, um zu verstehen, mit welcher Spirituose man Chinin zu sich nahm, wie viel davon, und zu welchem Zweck.

Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die English Remedy des Robert Talbor zum Ende des 17. Jahrhunderts mit Wein und Chinin hergestellt wurde. Diese Rezeptur enthielt jedoch noch weitere Zutaten.

1734

In einer Veröffentlichung aus dem Jahr 1734 haben wir eine Herstellungsanweisung für einen Chininwein gefunden. Man bereitet ihn aus „Peruvina bark“, also Chinarinde, und Wein zu, und man stellt fest, daß diese Mischung einige Arten des Wechselfiebers heilen könne. [15-230] [15-231] [15-232]

Zahlreiche medizinische Werke gehen in der Folgezeit auf „Rinde und Wein“,  „bark and wine“ ein. Überspringen wir die Nennungen der nächsten Jahre und springen wir direkt ins Jahr 1755.

1755

1755 wird über Skorbut an Bord von Schiffen geschrieben: „Die Schwierigkeit, Patienten an Bord von Schiffen so zu behandeln, wie es sich gehört, macht es kaum möglich, die Krankheit aufzuhalten, wenn sie einmal begonnen hat; es ist daher viel besser, sich um ihre Vermeidung zu bemühen und so das Leben vieler tapferer Männer und viel unwirksame Mühe zu sparen: … Das Schiff wird so sauber wie möglich gehalten, die Matrosen sind verpflichtet, sich soweit es die Arbeit erlaubt, trocken zu halten, indem sie die Kleidung wechseln und sogar dem Alkohol frönen, wenn auch nicht zu berauschend, wobei Branntwein und Wasser anstelle von Bier erlaubt sind; jeder Mann an Bord ist verpflichtet, jeden Morgen einen Aufguß aus Peruanischer Rinde oder an ihrer Stelle aus Eichenrinde zu trinken, in den ein Vitriol-Elixier getropft wird, jeden Morgen so regelmäßig wie jede andere Pflicht an Bord;[7-191] [7-192]

John Shebbeare: The practice of physic. 1755, Seite 191-192.
John Shebbeare: The practice of physic. 1755, Seite 191-192. [7-191] [7-192]

– „The difficulty of treating patients as they ought on board ships, makes it scarce possible to stop the disease when it is once begun; it is therefore much better to endeavour at its prevention, and thus save the lives of many brave men, and much ineffectual trouble: …  the ship kept as clean as possible, the sailors obliged to keep themselves dry as much as duty will permit, by changing clothes, and even indulged in spirituous liquors, though not to inebriating, brandy and water being allowed in the place of beer; every man on board obliged to drink an infusion of cortex peruvianus, or in its place oak bark, in which is dropt elixir of vitriol, every morning as regularly as any other duty on board;[7-191] [7-192]

In diesem Text wird das bereits Dargelegte sichtbar. Chinarinde, hier Peruanische Rinde oder cortex peruvianus genannt, ist in Alkohol besser löslich als in Wasser, und die Löslichkeit wird in einem sauren Milieu verbessert, weshalb anscheinend Vitriol hinzugegeben wurde. Vitriol ist ein Trivialname für Salze der Schwefelsäure, die man auch Vitriolöl nannte. [41]

1775

1775 erschien ein Buch mit dem Titel „Observations on the diseases of the army“ – „Beobachtungen zu den Krankheiten in der Armee“. In ihm wird über das lange Fortbestehen der Krankheit und die Rückfälle bei „marsh-fever“, also „Sumpffieber“ geschrieben, „gegen die es keine Sicherheit gab, es sei denn, der Patient nahm alle zehn oder zwölf Tage eine Unze des Pulvers ein, den ganzen Herbst hindurch. Die wirksamste Methode, einen Soldaten dazu zu bringen, die Rinde weiter einzunehmen, ist, sie mit gleichen Teilen Branntwein und Wasser zu mischen *. … * Ich habe seither beobachtet, daß der sicherste Weg, einen Rückfall zu verhindern, bei denjenigen, die unwillig zum Gebrauch der Rinde zurückkehren, darin besteht, vier oder fünf Unzen in Pulverform zu geben, sobald der Patient dazu gebracht werden kann, es einzunehmen: diese Menge kann er in sechs oder sieben Tagen verbrauchen.[6-210]

John Pringle: Observations on the diseases of the army. 1775, Seite 210.
John Pringle: Observations on the diseases of the army. 1775, Seite 210. [6-210]

– „against which there was no security, unless the patient took an ounce of the powder once every ten or twelve days, throughout the autumn. The most effectual method to make a soldier continue the Bark, is to mix it with equal parts of brandy and water *. … * I have since observed, that the surest way of preventing a relapse, in those who unwillingly return to the use of the Bark, is, to give four or five ounces in powder, as fast as the patient can be prevailed upon to take it: this quantity he may finish in six or seven days.[6-210]

1784

1784 wird ein Brief veröffentlicht, in dem der Autor berichtet, was ihm bei der Ankunft auf den Banana Islands geschah, vor Sierra Leone in Westafrika gelegen. [4] [5-186] [5-188] Er notiert: „Ungefähr fünf Tage nach meiner Ankunft auf den Bananen-Inseln und zu der Zeit, als meine kleine Ladung angelandet und gesichert war, war ich gezwungen, die Güte des Doktors in Anspruch zu nehmen, da ich von einem militärischen Fieber befallen wurde; von dem ich, indem ich seine Verschreibung ziemlich genau befolgte, mit einiger Bezugnahme auf meine anderen medizinischen Informationen, in ein paar Tagen sehr gesund wurde †. … † In einem der herzlichen Briefe des Doktors bemerkt er: „Die am meisten zu fürchtenden Krankheiten an der Küste Afrikas sind Fieber und Flux [gemeint ist vielleicht die Ruhr]. Um diese so weit wie möglich zu verhindern, wenn man irgendwelche schweren Symptome wahrnimmt, … wird es bei den meisten Fiebern an der afrikanischen Küste notwendig sein, während der Anfälle die Rinde in großen Mengen einzunehmen: eine Unze entweder in etwas Branntwein und Wasser oder rotem Portwein und Wasser zwischen den Anfällen; eine halbe Unze zwischen den nächsten beiden Anfällen und so weiter, bis das Fieber verschwindet…“[5-188]

John Coakley Lettsom: The works of John Fothergill, M.D. Vol. 3. 1783, Seite 188.
John Coakley Lettsom: The works of John Fothergill, M.D. Vol. 3. 1783, Seite 188. [5-188]

– „In about five days after my arrival at the Bananas, and by the time my little cargo was landed and secured, I was compelled to avail myself of the Doctor’s goodness, being attacked by a military fever; of which, by following his prescription pretty closely, with some reference to my other medical information, I got very well in a few days †. … † In one of the Doctor’s affectionate letters he observes — „The diseases most to be dreaded on the coast of Africa, are fevers and fluxes. To prevent these as much as possible, in case of perceiving any severish symptoms, … . It will then be necessary, in most of the fevers on the coast of Africa, to have recourse to the bark, in large quantities, during the interval of the fits: an ounce may be taken, either in a little brandy and water, or red port and water, between the fits; half an ounce between the next two fits; and so on till the fever goes off. …“[5-188]

Wir ersehen anhand der hier exemplarisch ausgewählten Bespiele, daß man Chinarinde nicht nur in Destillaten, sondern auch in Wein auflöste. Gleichzeitig sieht man, daß die Menge der einzunehmenden Rinde erheblich war. Überspringen wir einmal die weiteren Funde der folgenden Jahre um fast vierzig Jahre. Zu jener Zeit war es gelungen, den eigentlichen Wirkstoff aus der Chinarinde zu extrahieren.

1823

Ein 1823 erschienenes Buch des Royal College of Surgeons of England, eine Übersetzung aus dem Französischen, beschreibt die beiden Alkaloide, die man aus Chinarinde extrahieren konnte. Diese Quelle ist wichtig, da sie auch Angaben macht, wie man zu dosieren hatte. Man unterschied Cinchonin und Chinin voneinander. Ersteres erhält man aus der grauen Rinde von Cinchona condaminea. Die gelbe Rinde der Cinchona cordifolia verwendete man hingegen, um Chinin zu extrahieren. [27-43]Cinchonin ist … nur in 700 Teilen kaltem Wasser löslich. Der letztere Umstand verursacht seine geringe Geschmacksintensität. Wenn es in Alkohol, oder besser gesagt in einer Säure, aufgelöst wird, ist sein Geschmack ein starker Bitter, der genau dem der grauen Rinde ähnelt. … Cinchonin … bildet mehr oder weniger lösliche Salze mit Säuren. … Das Sulfat und das Acetat des Cinchonins werden in der Medizin verwendet. Das erste dieser Salze ist sehr gut wasserlöslich, das zweite sehr viel weniger, aber ein Überschuß an Säure löst es mit vertretbarer Leichtigkeit auf.[27-46]

Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 46.
Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 46.  [27-46]

„Cinchonine is … soluble only in 700 parts of cold water. The latter circumstance occasions its little sapidity. If it be dissolved in alcohol, or rather in an acid, its flavour is a powerful bitter, which exactly resembles that of the grey bark. … Cinchonine … forms more or less soluble salts with acids. … The sulphate and acetate of cinchonine are used in medicine. The first of these salts is very soluble in water; the second much less so, but an excess of acid dissolves it with tolerable facility.“ [27-46]

Chinin hingegen ist „so wenig wasserlöslich wie das Cinchonin; es ist jedoch viel bitterer im Geschmack. Auch seine Salze sind im allgemeinen bitterer; … Chinin ist sehr gut in Ether löslich, während Cinchonin sehr wenig löslich ist. Dieser Unterschied dient nicht nur zur Unterscheidung dieser Stoffe, sondern auch zu ihrer Trennung, wenn sie vereint werden.[27-47]

Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 47.
Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 47.  [27-47]

„as little soluble in water as the cinchonine; it is much more bitter, however, to the taste. Its salts also are in general more bitter; … Quinine is very soluble in ether, while cinchonine is very little so. This difference not only serves to distinguish these cases, but also to separate them when united.“ [27-47]

Man beschreibt dann die Herstellung und Eigenschaften: „Das auf diese Weise erhaltene Chininsulfat liegt in Form von weißen Kristallen vor, die in Wasser vollständig löslich sind; in kaltem Wasser jedoch nur wenig, in kochendem und vor allem in schwach angesäuertem Wasser mehr.[27-48]

Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 48.
Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 48. [27-48]

„The sulphate of quinine obtained in this way, is in the form of white crystals, which are entirely soluble in water; little so, however, in cold water, but more so in boiling, and especially in weakly acidulated water.“ [27-48]

Man geht dann noch auf die Vorteile der Extrakte ein: „Patienten sterben oft an bösartigem Fieber, weil sie nicht die notwendige Menge der Rinde in Pulverform schlucken können.[27-51]Die Sulfate von Chinin und Cinchonin sind die am häufigsten verwendeten Präparate. Von einem bis zehn Gran (0,82 gr bis 8,20 gr T.) von jedem von ihnen können in vierundzwanzig Stunden verabreicht werden. Einige Ärzte hielten es für notwendig, die Dosis viel höher zu halten, aber im Allgemeinen hat der Erfolg nicht ihren Erwartungen entsprochen; mehrere Patienten haben in der Tat etwas schwere Unglücksfälle erlebt …[27-52]

Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 51.
Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 51. [27-51]

„Patients often die of malignant fevers, because they cannot swallow the necessary quantity of the bark in powder.“ [27-51]

Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 52.
Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 52. [27-52]

„The sulphates of quinine and cinchonine are the preparations most commonly employed. From one to ten grains (gr. 0.82 to gr. 8.20 T.) of either of them may be given in the twentyfour hours. Some physicians have thought it necessary to carry the dose much higher than this, but in general the success has not answered to their expectations; several patients, indeed, have experienced somewhat severe accidents …“ [27-52]

Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 53.
Charles Thomas Haden: Formulary, for the preparation and mode of employing several new remedies. 1823, Seite 53. [27-53]

Es folgen dann noch Rezepte für Chininsirup, Chininwein und einer Chinintinktur. An dieser Stelle von Interesse ist insbesondere der Chininwein. Um diesen zuzubereiten, nimmt man einen Liter guten Madeirawein und 12 Gran Chininsulfat. Alternativ kann man auch Malagawein oder gewöhnlichen Wein verwenden: „Wine of Quinine. Take of Good Madeira wine 1 litre (oz. 32.104 T.) Sulphate of quinine 12 grains (gr. 9.84 T.) This preparation may be made with Malaga wine, or even with vin ordinaire.[27-53] [27-54] Verwendet man Cinchonin, sind die Rezepte ähnlich, jedoch nimmt man mehr Cinchonin als Chinin. [27-55]

1824

Das 1824 erschienene „The Gentleman’s Medical Vade-mecum“ beschreibt, wie man Fieber oder Wechselfieber behandeln sollte: „nimm drei- oder viermal täglich einen Eßlöffel der Chininmischung; wenn sie nicht beschafft werden kann, nimm so große Dosen peruanischer Rinde, wie der Magen sie verträgt; bemühe dich außerdem während des Kälteanfalls darum, so schnell wie möglich das Warme durch warme Getränke, Blasen oder Flaschen mit warmem Wasser, die auf die Fußsohlen und den Magen aufgelegt werden, herbeizuführen. Schwacher Whisky-Punch erfüllt diesen Zweck sehr gut, er ist auch von Nutzen, indem er bei der Bildung der heißen Phase den Schweiß induziert.[28-25] [28-26] [28-27]

Henry McMurtie: The gentleman’s medical vade-mecum and travelling companion. 1824, Seite 26-27.
Henry McMurtie: The gentleman’s medical vade-mecum and travelling companion. 1824, Seite 26-27. [28-26] [28-27]

„use a tablespoonful of the quinine mixture, three or four times a day; if it cannot be procured, take as large doses of Peruvian bark as the stomach will bear; im addition to this, endeavour during the cold fit to bring on the hot one, as speedily as possible, by warm drinks, bladders or bottles filled with warm water applied to the soles of the feer and the stomach. Weak whisky punch answers this purpose very well, it also is of use by inducing sweat, when the hot stage is formed.“ [28-25] [28-26] [28-27]

Henry McMurtie: The gentleman’s medical vade-mecum and travelling companion. 1824, Seite 229.
Henry McMurtie: The gentleman’s medical vade-mecum and travelling companion. 1824, Seite 229. [28-229]

Die Rezeptur für die Chininmischung wird am Ende des Buches publiziert. Allerdings wird hier empfohlen, stündlich einen Eßlöffel davon einzunehmen. Bei der Zubereitung dieser Mischung verwendet man: „Sulphate of Quinine gr. xiii | Gum Arab. powdered, dr. i | Loaf Sugar oz. ss | Water oz. vi | Ess. of Pepermint, gutt. v | A tablespoonful every hour. Shaking the bottle well before it is poured out.[28-229] Dabei bedeuten: gr – grain (Gran); dr – drachm or three scruples (Drachme oder drei Skrupel); oz – 1 ounce or eight drachms (1 Unze oder acht Drachmen); gutt. – drops (Tropfen); ss – half of the quantity that precedes it (die halbe menge des Vorhergehenden). [28-229]

Auch bei anderen Fieberarten oder Typhus empfiehlt man diese Behandlung. [28-28] [28-31] Auch soll Chininsulfat gegen Nervenentzündungen des Gesichts helfen. [28-117] [28-118] Man geht im Zusammenhang mit Typhus und anderen Fiebern auch genauer auf die Verwendung von Chininsulfat ein: „Großes Vertrauen wird heute in das Chininsulfat gesetzt, das in Dosen von zwei oder drei Gran, viermal am Tag, aufgelöst in etwas Gummi-Arabikum-Tee oder in Tabletten eingenommen werden kann.[28-33]

Henry McMurtie: The gentleman’s medical vade-mecum and travelling companion. 1824, Seite 33.
Henry McMurtie: The gentleman’s medical vade-mecum and travelling companion. 1824, Seite 33. [28-33]

„Great reliance is now placed upon the sulphate of quinine, which may be taken in doses of two or three grains, four times a day, dissolved in a little gum arabic tea, or in pills.“ [28-33]

Gleichzeitig verschreibt man auch Alkoholisches, wie Wein, Brandy, oder Porter. [28-33] Die einzusetzende Chininmenge variiert jedoch. Man schreibt auch, daß man bei Verdauungsstörungen weniger nehmen solle: „Die neue Zubereitung von Rinde, genannt Chininsulfat, verspricht bei der Beschwerde, über die wir sprechen, von großem Nutzen zu sein. Sie muß in einer Menge von vier Gran pro Tag in geteilten Dosen eingenommen werden, entweder in Wasser aufgelöst oder in Tablettenform. Schwache Spirituosen und Wasser oder ein einziges Glas gesunder alter Madeira können zum Abendessen eingenommen werden, aber alle aus Malz gebrauten alkoholischen Getränke sollten vermieden werden.[28-61]

Henry McMurtie: The gentleman’s medical vade-mecum and travelling companion. 1824, Seite 61.
Henry McMurtie: The gentleman’s medical vade-mecum and travelling companion. 1824, Seite 61. [28-61]

„The new preparation of bark, called sulphate of quinine, promises to be of much use in the complaint of which we are speaking. It must be taken to the amount of four grains a-day, in divided doses, either dissolved in water, or in pills. Weak spirits and water, or a single glass of sound old Madeira, may be taken at dinner, but all malt liquors should be avoided.“ [28-61]

Sigmund Graf: Die Fieberrinden in botanischer, chemischer und pharmaceutischer Beziehung. 1824, Seite 103, 105, 106.
Sigmund Graf: Die Fieberrinden in botanischer, chemischer und pharmaceutischer Beziehung. 1824, Seite 103, 105, 106. [18-103] [18-105] [18-106]

Sigmund Graf gibt in seinem 1824 erschienenen Werk über die Fieberrinden an: „Die einfachste Art die Fieberrinde anzuwenden, ist der gepulverte Zustand. … Unter allen Zubereitungen verdienen jedoch die Tincturen den Vorzug. Denn nach allen vorliegenden Analysen ist es erwiesen, dass sie den wirksamen Stoff, an eine Säure gebunden, nebst einer geringen Menge färbender und fetter Materie enthalten; dagegen aber von Gummi, Stärkmehl, Chinaroth u.s.w. frey sind. Da Alkohol von einem grössern specifischen Gewichte als diese Alkalien viel leichter auflöset als wasserhaltiger, so ist er natürlich diesem vorzuziehen. Die sogenannten China-Weine stehen daher den Tincturen in ihrer Wirksamkeit am nächsten und sind um so besser, je geistiger der angewendete Wein war.“ [18-103] [18-105] [18-106]

Sigmund Graf: Die Fieberrinden in botanischer, chemischer und pharmaceutischer Beziehung. 1824, Seite 109.
Sigmund Graf: Die Fieberrinden in botanischer, chemischer und pharmaceutischer Beziehung. 1824, Seite 109. [18-109]

Im Folgenden wird eine Rezeptsammlung aus verschiedenen Veröffentlichungen gegeben. Beispielhaft nennen wir hier: „Man hat auch in Frankreich, wo die wirksamen Bestandtheile der Fieberrinden zuerst näher bekannt wurden, folgende Präparate in Anwendung zu bringen vorgeschlagen: … Wein mit Chinin. Man nimmt 1 Pinte *) guten Madera-Wein und löset in selber 12 Gran schwefelsauren Chinins auf.“ [18-109]

Dies ist ein wichtiger Text, denn er informiert uns nicht nur darüber, daß man in Frankreich Wein mit Chinin kannte und verwendete, sondern auch wie viel Chinin pro Liter verwendet werden sollte.

1829

1829 wird eine weitere Rezeptur für Chininwein veröffentlicht. Man nimmt dafür neun Gran Chininsulfat auf zwei Pfund Madeirawein. [29-153] [30] [31]

1830

Friedrich Ludwig Meissner: Encyclopädie der medicinischen Wissenschaften. Dritter Band. 1830, Seite 133.
Friedrich Ludwig Meissner: Encyclopädie der medicinischen Wissenschaften. Dritter Band. 1830, Seite 133. [10-133]

Im Jahr 1830 wird angegeben: „Man bereitet ein Chinin-Alkoholat, indem man sechs Gran schwefelsaures Chinin in einer Unze Alkohol auflösen lässt. Man muss, wie Magendie mit Recht bemerkt, das schwefelsaure Chinin dem reinen Chinin vorziehen, weil der Alkohol, indem er sich mit dem Wasser verbindet, das Alkaloïd fahren lassen würde, welches sich dann nicht auflöst. Man verbindet den Chininwein mit dem schwefelsauren Chinin in dem Verhältnisse von zwölf Gran schwefelsauren Chinins auf zwei Pfund Madera- oder Malagawein. Der Chininsyrup ist weit stärker; er enthält nach Magendie’s Formulare zwei Gran schwefelsaures Chinin in der Unze. Der Syrup, der Wein und das Alkoholat des Chinchonins sind auf die nämliche Weise zusammengesetzt, nur nimmt man vom schwefelsauren Chinchonin einen Dritttheil mehr. weil seine Wirkung, wie wir gesehen haben, im Allgemeinen weit schwächer als die des schwefelsauren Chinins ist.[10-133]

1840

Justus Radius: Auserlesene Heilformeln zum Gebrauche für praktische Aerzte und Wundärzte. 1840, Seite 247.
Justus Radius: Auserlesene Heilformeln zum Gebrauche für praktische Aerzte und Wundärzte. 1840, Seite 247. [11-247]

1840 wird geschrieben, daß man aus 6 Gran schwefelsaurem Chinin und einer Unze Alkohol eine Tinktur zubereiten solle. Dann fährt man fort: „Setzt man 2 Unzen dieser Tinctur eine Pinte Wein zu, so hat man einen guten Chininwein. Anw. als Stärkungsmittel, besonders bei Neigung zu Intermissionen im Befinden; Schlaffheit der Verdauung; Scrofeln.[11-247] Skrofulose ist eine historische Bezeichnung einer Hauterkrankung, bei der es sich am ehesten um Hauttuberkulose handelte. [3]

1843

Im Jahr 1843 erschien ein Bericht über eine Reise zum Niger. Darin heißt es: „Wein und Chinin können den Männern gelegentlich anstelle von Wein und Rinde gegeben werden, und die Ausgabe kann auf die gesamte Besatzung ausgedehnt werden, wenn der Schiffsarzt dies für wünschenswert hält.[32-22] Man schreibt auch: „… und Chinin gelöst in Wein wurde häufig in Zehn-Gran-Dosen an alle Personen ausgegeben.[32-176]Ich würde jedoch die tägliche Einnahme von Chinin empfehlen, mit einer guten Ernährung und einer moderaten Menge an Wein.[32-188]

James Ormiston M’William: Medical history of the expedition to the Niger during the years 1841-2. 1843, Seite 22.
James Ormiston M’William: Medical history of the expedition to the Niger during the years 1841-2. 1843, Seite 22. [32-22]

„Wine and quinine may be given to the men occasionally in lieu of wine and bark, and its issue may be extended to the whole crew when thought desirable by the surgeon.“ [32-22]

James Ormiston M’William: Medical history of the expedition to the Niger during the years 1841-2. 1843, Seite 176.
James Ormiston M’William: Medical history of the expedition to the Niger during the years 1841-2. 1843, Seite 176. [32-176]

– „… and quinine dissolved in wine was frequently administered in ten-grain doses to all hands.“ [32-176]

James Ormiston M’William: Medical history of the expedition to the Niger during the years 1841-2. 1843, Seite 188.
James Ormiston M’William: Medical history of the expedition to the Niger during the years 1841-2. 1843, Seite 188. [32-188]

– „I would, however, recommend the daily use of quinine, with a good diet, and a moderate allowance of wine“ [32-188]

1844

William Hamilton Kittoe: The pocket book of practical medicine. 1844, Seite 261.
William Hamilton Kittoe: The pocket book of practical medicine. 1844, Seite 261. [33-261]

1844 wird Chininwein hergestellt, indem man eine Pinte guten Madeirawein mit 16 Gran Chininsulfat vermischt, und davon wird zwei Mal am Tag ein volles Weinglas eingenommen. [33-261]

William Hamilton Kittoe: The pocket book of practical medicine. 1844, Seite 262.
William Hamilton Kittoe: The pocket book of practical medicine. 1844, Seite 262. [33-262]

Eine alternative Rezeptur verwendet 1 Skrupel Chinin, 10 Gran Zitronensäure, 1 Unze destilliertes Wasser und 11 Unzen Sherrywein. Hiervon soll man zwei bis drei Mal pro Tag ein bis zwei Teelöffel voll in ein mit kaltem Wasser gefülltes kleines Weinglas geben und trinken. [33-262]

1852

Im Zusammenhang mit einer Expedition des Jahres 1852 in den Wellington Channel, einer Meerenge im Kanadisch-Arktischen Archipel, [37] schlägt der Schiffskapitän für die Erhaltung der Gesundheit im polaren Klima vor: „Appetitlosigkeit, die auf einen Mangel an Tonus und Energie in den Verdauungsorganen zurückzuführen ist, folgt in einigen Körperbeschaffenheiten manchmal den Auswirkungen eines langen und mühsamen Winters. Ein Weinglas voll Chininwein, zweimal täglich verabreicht, ist in diesen Fällen das wirksamste Heilmittel; er wird am besten zubereitet, indem man etwa ein Skrupel Chinin mit der gleichen Menge an Zitronensäure in einem Weinglas voll Wasser auflöst und dann in eine Flasche Wein, entweder Portwein oder Sherry, gibt, wie es dem Anlaß am besten entspricht.[36-47]

Anonymus: Narrative of a boat expedition up the Wellington channel in the year 1852. 1854, Seite 47.
Anonymus: Narrative of a boat expedition up the Wellington channel in the year 1852. 1854, Seite 47. [36-47]

„Loss of appetite, from want of tone and energy in the digestive organs, sometimes follows the effects of a long and tedious winter in some constitutions. A wineglassful of quinine wine, given twice a day, is the most efficacious remedy in these cases; it is best prepared by dissolving about a scruple of quinine, with the same quantity of citric acid, in a wineglassful of water, and then adding it to a bottle of wine, either port ot sherry, as may best suit the occasion.“ [36-47]

1853

Die 1853 publizierte Rezeptur für Colliers Chininwein lautet: „Chinindisulfat, 18 Gran, Zitronensäure, 15 Gran, Orangenwein, 24 Unzen. Die Pulver mit etwas Wein mischen und den Rest hinzufügen. Tonikum, Anregungsmittel.[35-47]

Thomas F. Branston: The druggist’s hand-book of practical receipts. 1853, Seite 47.
Thomas F. Branston: The druggist’s hand-book of practical receipts. 1853, Seite 47. [35-47]

„Disulphate of quinine, 18 grains, citric acid, 15 grains, orange wine, 24 oz. Mix the powders with a little wine, and add the rest. Tonic, stimulant.“ [35-47]

Man schreibt auch: „QUININE, SULPHAT VON, L. – Ein kristallisiertes Salz, hergestellt aus gelber Rinde. Löslich in Wasser, besonders wenn es mit einer Säure gemischt wird … Disulfat von Chinin wird bei Wechselfieber, Rheuma und Trigeminusneuralgie verabreicht … Dosierung: 1 bis 10 Gran.[35-176]

Thomas F. Branston: The druggist’s hand-book of practical receipts. 1853, Seite 176.
Thomas F. Branston: The druggist’s hand-book of practical receipts. 1853, Seite 176. [35-176]

„QUININE, SULPHATE OF, L. – A crystallized salt, prepared from yellow bark. Soluble in water, especially if mixed with an acid. … Disulphate of quinine is given in ague, rheumatism, and tic-doloreux … Dose: 1 to 10 grains.“ [35-176]

1854

Im Jahr 1856 berichtet man über eine 1854 stattgefundene Expedition zum Niger und seinem Nebenfluß Benue. Dort kam Chinin zum Einsatz, und man berichtet: „Da wir nun ziemlich im Fluss waren, begannen wir, morgens und abends allen Europäern an Bord zwei Drittel eines Glases Chininwein zu geben, welches etwa fünf Gran Chinin enthielt, da wir glaubten, daß dies prophylaktisch oder verhindernd wirken würde, während wir – wie jeder, der sich im Delta aufhält – dem Einfluß von Malaria ausgesetzt sind.[39-34]

William Balfour Baikie: Narrative of an exploring voyage up the rivers Kwóra and Bínue (commonly known as the Niger and Tsádda) in 1854. 1856, Seite 34.
William Balfour Baikie: Narrative of an exploring voyage up the rivers Kwóra and Bínue (commonly known as the Niger and Tsádda) in 1854. 1856, Seite 34. [39-34]

„Being now fairly in the river, we commenced giving, morning and evening, to all Europeans on board, two-thirds of a glass of quinine wine, which contained about five grains of quinine, believing that this would act as a prophylactic or preventive, while exposed – as every one must be while in the Delta –  to the influence of malaria.“ [39-34]

1857

Die zweite Ausgabe von „The Seaman’s Medical Friend“, „Der medizinische Freund des Seemanns“, erschienen im Jahr 1857, gibt an: „Nr. 10. – CHININSULFAT. Dieses kraftvolle und dauerhafte Stärkungsmittel hat die Verwendung von peruanischer Rinde ziemlich verdrängt. Es wird zur Behandlung von Wechselfieber und anderen intermittierenden Störungen sowie als Tonikum zur allgemeinen Stärkung des Systems verwendet. Als Tonikum werden ein oder zwei Gran dreimal täglich, bei Wechselfieber zwei oder fünf Gran alle vier Stunden dosiert. Wenn Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Übelkeit auftreten, sollte das Chinin abgesetzt werden. Es kann in Tabletten, als Pulver oder in Wasser aufgelöst verabreicht werden, dem ein wenig Vitriolelixir (Nr. 53) – doppelt so viele Tropfen wie Gran von Chinin – zugesetzt wurde, da es sich nicht allein in Wasser auflöst.[40-20]

Frederick Dicker Fletcher: The seaman’s medical friend. 1857, Seite 20.
Frederick Dicker Fletcher: The seaman’s medical friend. 1857, Seite 20. [40-20]

„No. 10. – SULPHATE OF QUININE. This powerful and permanent tonic medicine has quite superseded the use of Peruvian Bark. It is used in the treatment of ague and other intermittent disorders, and as a tonic to strenghten the system generally. Dose, as a tonic, one or two grains three times a day; in ague, two or five grains every four hours. If headache, giddiness, and sickness come on, the Quinine should be stopped. It may be given in pills, as a powder, or dissolved in water, to which a little Elixir of Vitriol (No. 53) – twice as many drops as there are grains of Quinine – has been added, as it will not dissolve in water alone.“ [40-20]

Vitriol ist ein Salz der Schwefelsäure. [41] Dies ist ein interessanter Fund. Hier wird das Chininsulfat vom Seemann in Wasser aufgelöst. Erinnern wir uns: In Wasser ist Chinin schlecht löslich; weshalb vermutlich gleichzeitig Vitriolelixir hinzugegeben werden soll, um die Löslichkeit zu verbessern. Wein wird hier nicht erwähnt, vielleicht weil er für den normalen Seemann nicht so leicht und allgemein verfügbar war?

1862

Im Jahr 1862 geht W. J. Moore auf die Gesundheit in den Tropen ein, mit besonderem Bezug zu Europäern in Indien. Bei der Malariaprophylaxe kommt er zu folgendem Schluß: „In der Marine ist es seit langem eine feste Regel, die durch Art. 9 der „Anweisungen des Chirurgen“ vorgeschrieben wird, daß bei der Entsendung von Männern an Land in tropischem Klima der Schiffsarzt für jeden Mann vor dem Verlassen des Schiffes Chinin und Wein empfehlen soll, und dasselbe bei der Rückkehr, falls erforderlich. Dr. Bryson („Med. Times and Gazette“, Januar 1854) gibt die Berichte von zwölf medizinischen Offizieren wieder, die die gute Wirkung des Prophylaktikums am südafrikanischen Stützpunkt zeigen, wobei das Verhältnis der Todesfälle im Laufe des Jahres von einer enormen Zahl auf 6,9 pro 1000 zurückgeht. Ich kann auch die Wirksamkeit von Chinin als Schutzmittel gegen Fieber im Persischen Golf bezeugen, veranschaulicht durch die Befreiung von Malaria bei Seeleuten, die das Alkaloid einnehmen. Daher würde ich empfehlen, daß bei allen Gelegenheiten, bei denen die Soldaten bösartigen Einflüssen ausgesetzt sind oder sich an bekannten miasmatischen Orten aufhalten müssen, und während der bösartigen Monate, die schützende Wirkung des Chininweins ausgenutzt werden sollte, indem man ihn den Männern verabreicht.[48-232]

J. W. Moore: Health in the tropics; or, Sanitary art applied to Europeans in India. 1862, Seite 232.
J. W. Moore: Health in the tropics; or, Sanitary art applied to Europeans in India. 1862, Seite 232. [48-232]

„It has long been a standing rule in the navy, enjoined by Art. 9 of the ‚Surgeon’s Instructions,‘ that when men are sent on shore in tropical climates the surgeon is to recommend for each man, previous to leaving the ship, quinine and wine, and the same on return, if necessary. Dr. Bryson (‚Med. Times and Gazette,‘ January, 1854) gives the reports of twelve medical officers, showing the good effects of the prophylactic on the South African station, the ratio of deaths falling during the year from an enormous figure to 6.9 per 1000. I can also bear witness to the power of quinine as a preservative against fevers in the Persian Gulf, as exemplified by the exemption of seamen taking the alkaloid from malarious disease. Hence I would recommend that, on all occasions when soldiers are exposed to malarious influence or obliged to be located in known miasmatous localities, and during the malarious months, that the preservative effects of quinine wine should be taken advantage of, by administering it to the men.“ [48-232]

Der Autor fährt fort: „Die große Bedeutung der Einführung der Cinchona-Pflanze in Indien wurde in den letzten Jahren immer deutlicher, da die Nachfrage nach dem unschätzbaren Alkaloid Chinin gestiegen ist. Dr. Ewart („A Review of the Treatment of Tropical Diseases“; ‚Ind. An. Med. Sci., Band xiv) zeigt, daß die Ausgaben für dieses Mittel allein in den Jahren 1857-8 für die Präsidentschaft von Kalkutta 12.408 £ betrugen, neben den Kosten von Tausenden von Pfund für Chinarinde und mehr als hundert Pinten liquor amorphus quinae. In Madras wurden im gleichen Zeitraum 267 Pfund Chinin verwendet, welches 1.284 £ kostete. Den Niederländern ist es bereits gelungen, die Chinarindenpflanze in ihren östlichen Besitzungen anzubauen, und die Einführung in Indien wurde unter der Förderung von Lord Stanley begonnen, als er Minister war. Jüngste Berichte zeigen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Chinarindenpflanze auf unseren indischen Gebirgszügen eingebürgert wird – ein Ereignis, das dreifach vorteilhaft sein wird, da es den Staat von beträchtlichen Kosten entlastet, ein weites Betätigungsfeld für europäische Kolonisten bietet und das Antiperiodikum billiger und für alle in Indien ansässigen Klassen zugänglicher macht.[48-283] [48-284]

J. W. Moore: Health in the tropics; or, Sanitary art applied to Europeans in India. 1862, Seite 283-284.
J. W. Moore: Health in the tropics; or, Sanitary art applied to Europeans in India. 1862, Seite 283-284. [48-283] [48-284]

„The great importance of introducing the cinchona plant into India, has become more and more apparent of late years owing to the increased demand for its invaluable alkaloid quinine. Dr. Ewart („A Review of the Treatment of Tropical Diseases;“ ‚Ind. An. Med. Sci.,‘ vol. xiv) shows that the expense of this agent alone during 1857-8, for the Calcutta Presidency, amounts to £12,408, besides the cost of thousands of pounds on cinchona bark, und upwards of one hundred pints of liquor amorphus quinae. In Madras, during the same period, 267 lbs. of quinine was used, costing £1,284. The Dutch have already succeeded in growing the cinchona plant in their eastern possessions, and the introduction into India was commenced under the fostering care of Lord Stanley, when Secretary of State. Recent accounts show that there is every probability of the cinchona plant being naturalized on our Indian ranges – an event which will be trebly beneficial, relieving the state of considerable expense, affording a wide field of occupation for European colonists, and rendering the antiperiodic cheaper and more available to all classes resident in India.“ [48-283] [48-284]

Der erwähnte Lord Stanley leitete 1858 und 1859 das Kolonialministerium. [49]

1863

Über die Gesundheit der Marine an der afrikanischen Westküste berichtet ein jährlicher Rückblick auf die Erfahrungen von Sanitätsoffizieren der königlich britischen Armeen und Flotten aus allen Teilen der Welt, der im Jahr 1863 erschien. Darin wird mehrfach beschrieben, daß die Gabe von Chinin und Chininwein eine wirksame Malariaprophylaxe ist. Interessant ist vielleicht insbesondere ein Bericht von W. J. Moore über die Armee in Bombay, betitelt „Behandlung von Malaria durch die subkutane Injektion von Chinin“ – „Treatment of Malarious Fever by the Subcutaneous Injection of Quinine“. [50-190] Man nahm Chinin also nicht nur oral ein, sondern es wurde auch unter die Haut gespritzt. Die häufige Erwähnung und Beschreibung von Chinin läßt darauf schließen, daß man erst in den 1860er Jahren die Wirksamkeit und Anwendung von Chinin genauer untersuchte. Auch zeigen die Berichte, daß Chinin nicht immer oder nicht lang genug eingenommen wurde.

1866

Im Jahr 1866 erschien in London und Kalkutta ein Werk über Heereshygiene. Darin wird über die Einflüsse von Marschen, Sümpfen, Ufern von Gezeitenflüssen etc. angegeben: „Wenn eine einzelne Person oder eine Gruppe von Truppen vorübergehend solchen Einflüssen ausgesetzt ist, sollten sie in hohem Maße gesättigt sein, am frühen Morgen Kaffee trinken, Chininwein als prophylaktische Maßnahme verwenden und eine moderate Menge an Spirituosen erhalten.[52-132]

Charles Alexander Gordon: Army Hygiene. 1866, Seite 132.
Charles Alexander Gordon: Army Hygiene. 1866, Seite 132. [52-132]

„When an individual person, or a body of troops is temporarily exposed to such influences,they should be highly fed, have coffee in the early morning, use quinine wine, as a prophylactic measure, and have a moderate allowance of spirits issued to them.“ [52-132]

Carl Friedel: Die Krankheiten in der Marine. 1866, Seite 97-98.
Carl Friedel: Die Krankheiten in der Marine. 1866, Seite 97-98. [9-97] [9-98]

Ebenfalls 1866 wird über die Krankheiten der Marine berichtet: „Seit wann das Chinin eingeführt ist, erhellt nicht aus diesen Berichten. Die ersten Notizen darüber bringt der Rapport von 1856. Im März dieses Jahres ging „Bloodhound“ den Beninfluss 200 Meilen weit hinauf und verweilte 27 Tage in demselben. Während der ganzen Zeit und 14 Tage später noch, erhielt Jedermann am Bord täglich 3 — 6 Gran Chinin. Es erkrankten ganz leicht nur 6 Mann in Folge dieser 4 wöchentlichen Exponirung an die Malaria.[9-97]

Nach dem Ankleiden nimmt Jeder 1/2 Weinglas voll Chininwein. … Chininwein (6 – 8 Gran in 1 Unze Marsala-Wein) wurde der gesammten Manschaft noch 14 Tage nach Verlassen der Flüsse fortgegeben. Keine Krankheit irgendwelcher Art folgte den verschiedenen Expeditionen in diese notorisch so ungesunden Gegenden. …; es wurde stets Chininwein verabreicht, sobald man in der Nähe des Landes kreuzte oder ankerte. Von Wichtigkeit ist es, dass der Chininwein, resp. das Alcaloid für sich, in irgend passender Form noch während der mittleren Incubationszeit (14 Tage bis 3 Wochen) nach Beendigung solcher Fluss- resp. Landexpeditionen weitergegeben wird. Wo dies unterlassen wird, tritt dennoch später Fieber auf.[9-97] [9-98]

Carl Friedel: Die Krankheiten in der Marine. 1866, Seite 200-201.
Carl Friedel: Die Krankheiten in der Marine. 1866, Seite 200-201. [9-200] [9-201]

In San Blas wurde Chininwein bei Landungsmannschaften mit glänzendem Erfolge prophylactisch angewendet, während die am Bord Zurückgebliebenen, für die man keine Befürchtungen hegte und ihnen das Mittel nicht verabreichte, mehrfach erkrankten.[9-200] [9-201]

1867

Im Folgejahr, 1867, wird im Arzneimittelbuch „British Pharmacopoeia“ ein Rezept für Chininwein veröffentlicht: „VINUM QUINIAE. WEIN VON QUINIA. Synonym. – CHININ-WEIN. Nimm vom Chininsulfat 20 Gran, Zitronensäure 30 Gran, Orangenwein 1 Pinte. Löse zuerst die Zitronensäure und dann das Chininsulfat im Wein; lasse die Lösung drei Tage lang in einem geschlossenen Gefäß stehen und schüttle sie gelegentlich; filtere sie anschließend. Dosierung: – 1/2 bis 1 Flüssigunze.[26-369]

Anonymus: British Pharmacopoeia. 1867, Seite 369.
Anonymus: British Pharmacopoeia. 1867, Seite 369. [26-369]

„VINUM QUINIAE. WINE OF QUINIA. Synonym. – QUININE WINE. Take of Sulphate of Quinia 20 grains, Citric Acid 30 grains, Orange Wine 1 pint. Dissolve, first the citric acid, and then the sulphate of quinia, in the wine; allow the solution to remain for three days in a closed vessel, shaking it occasionally; and afterwards filter. Dose. – 1/2 to 1 fluid ounce.“ [26-369]

Darüber hinaus gibt es auch eine Rezeptur für Chinintinktur: „TINCTURA QUINIAE. CHININTINKTUR. Nimm 160 Gran Chininsulfat, Orangenschalentinktur 1 Pinte. Löse das Chininsulfat in der Tinktur mit Hilfe einer sanften Hitze auf, lasse die Lösung drei Tage lang in einem geschlossenen Gefäß stehen, schüttle sie gelegentlich und filter sie anschließend. Dosierung: – 1/2 bis 2 Flüssigdrachmen.[26-339]

Anonymus: British Pharmacopoeia. 1867, Seite 339.
Anonymus: British Pharmacopoeia. 1867, Seite 339. [26-339]

„TINCTURA QUINIAE. TINCTURE OF QUINIA. Take of Sulphate of Quinia 160 grains, Tincture of Orange Peel 1 pint. Dissolve the sulphate of quinia in the tincture with the aid of a gentle heat; then allow the solution to remain for three days in a closed vessel, shaking it occasionally; and afterwards filter. Dose. – 1/2 to 2 fluid drachms.“ [26-339]

Chininpillen bereitet man wie folgt zu: „PILULA QUINIAE. CHININPILLE. Nimm vom Chininsulfat 60 Gran, Hagebutten-Latwerge [?] 20 Gran. Mische beides zu einer einheitlichen Masse. Dosierung: – 2 bis 10 Gran.[26-239]

Anonymus: British Pharmacopoeia. 1867, Seite 239.
Anonymus: British Pharmacopoeia. 1867, Seite 239. [26-239]

„PILULA QUINIAE. PILL OF QUINIA. Take of Sulphate of Quinia 60 grains, Confection of Hips 20 grains. Mix them to a uniform mass. Dose: – 2 to 10 grains.“ [26-239]

Die Latwerge ist eine eingedickte Saft-Honig-Zubereitung von dick-zähflüssiger Konsistenz und fand als Arzneiform besonders in der Medizin des Mittelalters Verwendung. [25] Die Rezepte dieses Buches erschienen auch im Folgejahr, 1867, in der „Pharmacopoeia of India“. [24-112]

Ebenfalls 1867 schreibt Joseph Jones über Chinin als Prophylacticum gegen Malariafieber. Am Ende des Aufsatzes wird ein Verweis gegeben auf: „ Statistical Report of the Health of the Royal Navy, for the year 1857. Ordered by the House of Commons to be printed , 2 d August , 1859, pp. 78-85.“, [17-22] so daß wir davon ausgehen dürfen, daß dies die Quelle für seine Angaben ist. Er schreibt: „Unter diesen Bedingungen habe ich festgestellt, daß Chininsulfat, das zweimal am Tag in einer Menge von 3 bis 5 Gran eingenommen wird, in den meisten Fällen das Auftreten des Malariafiebers verhindert, und wenn es nicht gelingt, es vollständig abzuwehren, ist der Anfall von sehr geringem Ausmaß. Ich habe noch weiter beobachtet, daß beim ersten Auftreten des Klimafiebers mit einem Gefühl der Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Erregung des Pulses, mit abwechselnden Hitzewallungen, durch eine Dosis von fünf bis zehn Gran Chininsulfat, in Kombination mit Kaliumhydrogencarbonat und Hoffman’s Anodyne, dieses gestoppt werden kann. Je nach Schwere der Symptome können 5 bis 15 Gran Chininsulfat in Kombination mit 15 Gran Kaliumhydrogencarbonat und zwei Flüssigkeits-Drachmen von Hoffman’s Anodyne verabreicht werden. 5 bis 15 Gran Kampfer [Gum Camphor]; das Ganze ist in sechs Flüssigkeits-Drachmen Wasser aufzulösen.[17-9]

Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 9.
Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 9. [17-9]

„Under these exposures I have found that Sulphate of Quinia taken in from 3 to 5 grains twice during the day would, in most cases, prevent the occurence of Malarial Fever, and if it failed to ward it off entirely, the attack would be of a very slight character. I have still farther observed that when the climate fever first appeared, with a sense of lassitude, headache and excitement of the pulse, with alternate flushings, it might be arrested by a dose of from five to ten grains of Sulphate of Quinia, in combination with Bicarbonate of Pottassa and Hoffman’s Anodyne. From 5 to 15 grains of the Sulphate of Quinia may be given, according to the urgency of symptoms, united with 15 grains of Bicabonate of Potassa and fʒii of Hoffman’a Anodyne. From 5 to 15 grains of Gum Camphor; the whole to be dissolved in fʒvi of water.“ [17-9]

Wir empfehlen die Verwendung von Chinin als vorbeugendes Mittel gegen Klimafieber, und zwar in folgender Weise: Rezept. Chininsulfat 3 Gran. Verdünnte aromatische Schwefelsäure 5 Tropfen. Brandy, 1 Eßlöffelvoll. Wasser 2 Weinglasvoll. Tröpfle die verdünnte aromatische Schwefelsäure auf das Chininsulfat und füge dann den Branntwein und das Wasser hinzu. Zweimal am Tag verabreichen, morgens nach dem Aufstehen und kurz vor dem Schlafengehen.[17-10]

Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 10.
Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 10. [17-10]

– „We would recommend the use of Quinia as a preventive of Climate fever, in the following manner: R. Sulphate of Quinia, – grains, iii. Dilute Aromatic Sulphuric Acid, drops, v. Brandy – tablespoonful, 1. Water, – wineglassfuls, ii. Drop the diluted Aromatic Sulphuric Acid upon the Sulphate of Quinia, and then add the brandy and water. Administer twice during the day, after rising in the morning, and just before bed-time.[17-10]

Der Autor beschreibt dann noch verschiedene Expeditionen, bei denen Chinin gegeben wurde. Wir zitieren nur die Textstellen, die auch eine Angabe über die gereichten Chininmengen machen: „Die Bloodhound blieb das ganze Jahr über im nördlichen Teil der Station. Im März dampfte sie etwa 300 Meilen den Benin-Fluss hinauf; während der Fahrt auf dem Fluss und vierzehn Tage lang danach wurden jedem Mitglied der Schiffsbesatzung drei bis sechs Gran Chinindisulfat zur Vorbeugung von Fieber verabreicht, und obwohl sie siebenundzwanzig Tage lang den Ausdünstungen der Mangrovensümpfe ausgesetzt waren, litten nur sechs von ihnen leicht an Fieber.[17-15]

Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 15.
Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 15. [17-15]

– „The Bloodhound remained during the entire year on the northern division of the station. In March she steamed about 300 miles up the Benin river; while in the river and for fourteen days afterwards, from three to six grains of the disulphate of Quinine were given to each of the ship’s company as a preventive of fever, and although they were exposed to the emanations from the mangrove swamps for twenty-seven days, only six suffered slightly from fever.[17-15]

Die Bloodhound wurde im Januar auf dem Benin und im Juli auf dem Kongo eingesetzt. Solange sie sich in diesen Flüssen aufhielt, und zehn Tage lang danach, wurden jedem Weißen an Bord vier Gran Chinin in einem Viertel Gill Rum verabreicht. Ein einziger Fall ergab sich aus diesen beiden Expeditionen; und in diesem Fall hatte sich der Angegriffene auf höchst unvorsichtige Weise entblößt, als er inmitten des schleimigen Schlamms in den Mangroven-Dickichten am Ufer des Benin Wildgeflügel schoss; ob der Patient Chinin zur Vorbeugung einnahm, wird nicht erwähnt.[17-20]

Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 20.
Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 20. [17-20]

– „The Bloodhound was employed in January in the River Benin, and during July in the Congo; as long as she remained within these rivers, and for ten days afterwards, four grains of quinine in a quarter of a gill of rum, was administered to every white man on board. One case only resulted from these two expeditions; and in that instance, the person attacked had exposed himself in a most imprudent manner while shooting wild fowl amidst the slimy ooze in the mangrove thickets on the banks of the Benin; whether the patient took quinine as a preventive is not mentioned.[17-20]

Die Gig mit einem Offizier und zwei weißen Männern kehrte am 2. Dezember zurück, das andere Boot am 5. Dezember. Während ihrer Abwesenheit herrschte schönes Wetter, und alle kehrten offenbar bei guter Gesundheit zurück. Der Chininwein wurde nun durch Chinin ersetzt; jedem wurden täglich um sieben Uhr morgens vier Gran verabreicht; trotzdem erkrankten neun der elf Personen an Rückfallfieber.[17-21]

Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 21.
Joseph Jones: Quinine as a prophylactic against malarial fever. 1867, Seite 21. [17-21]

– „The gig, with one officer and two white men, returned on the 2d, and the other boat on the 5th of December. During their absence they had fine weather, and all returned apparently in good health. Quinine was now substituted for the quinine wine ; four grains were given daily to each person at seven in the morning ; but, notwithstanding this, nine out of the eleven were attacked by remitting fever.[17-21]

Wir haben im Vorherigen nur Texte zitiert, wenn darin eine Angabe über die einzunehmende Chininmenge gemacht wurde. Darüber hinaus haben wir zahlreiche Texte gefunden, die über die Wirksamkeit der Chinineinnahme berichten; sie wiederholen sich in ihren Aussagen und bieten so im Rahmen dieser Abhandlung keinen Mehrwert. Der geneigte Leser mag sie bei Bedarf selber nachschlagen. Sie stammen aus den Jahren 1847 [34-244], 1854 [39-179] [39-453], 1855 [38-10] [38-15] [38-25], 1858 [16-18], 1860 [42-44], 1861 [44-61] [44-308] [46-321], 1862 [47-37], 1863 [50-146] [50-147] [50-148], 1866 [52-290], 1867 [17-15] [17-16] [17-17] [17-18] [17-19] [17-20], 1871 [23-85], 1876 [21-99] [21-100].

1869

Die englischen Marineberichte wurden auch in andere Sprachen übersetzt und so allgemein bekannt gemacht. Beispielhaft seien die Medizinischen Jahrbücher der kaiserlich-königlichen Gesellschaft der Ärzte in Wien genannt. Im Jahr 1869 berichtet Professor Dr. Rudolf Ritter v. Vivenot jun. darin „Ueber die prophylaktische Anwendung des Chinins gegen Malaria-Intoxikation“. [8-39]

In diesem Werk wird erneut bestätigt, daß Malaria nicht nur eine Krankheit Afrikas, sondern auch Europas ist. Es bietet eine gute Übersicht über die zu jener Zeit neuen Erkenntnisse und hilft uns so, besser zu verstehen, welche Kenntnis man über die Verabreichung von Chinin bereits hatte. Wir können nicht nur dieser Quelle entnehmen, daß die Wirksamkeit von Chinarinde und Chinin zwar schon lange bekannt war, man aber offensichtlich erst in den 1850er Jahren damit begonnen hatte, es regelmäßig zu verabreichen und in wissenschaftlichen Studien zu untersuchen. Deshalb sei aus diesem Werk etwas umfangreicher zitiert:

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 40-41.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 40-41. [8-40] [8-41]

Wenn nun eine Krankheit über einen so ausgedehnten Erdstrich verbreitet und daselbst ständig eingebürgert erscheint, wie diess bei den Malariafiebern in dem von uns Eingangs skizzirten Ländercomplexe der österreichisch-ungarischen Monarchie der Fall ist; — wenn in Folge des Vorherrschens jener Fieber die bezeichneten Länderstrecken im Herzen von Europa kaum bewohnt sind, dagegen vermöge der strategischen Wichtigkeit ihrer Lage zahlreiche befestigte Punkte (Komorn, Mohacs, Munkics, Peterwardein, Temesvar, Arad, Pola u. s. w.) beherbergen, deren Garnisonen durch den Pesthauch der Fieberluft vergiftet, schon in Friedenszeit dienstuntauglich gemacht werden; — wenn jene Fieber in gewissen Kronländern, z. B. speciell in Istrien, so enorm häufig sind, „dass ganze Gegenden oft in Spitäler umgewandelt erscheinen und nahe 1/3 der gesammten Sterblichkeit des Landes durch Fieber selbst oder deren Nachkrankheiten bedingt ist“ 1); — wenn endlich dieselben in dem einzigen Kriegshafen des Reiches, in Pola, einen so hohen Stand zu erreichen vermögen, dass sie, wie diess in der vortrefflichen Arbeit des Obersten Marinearztes Dr. A. Jilek 2) ziffermässig nachgewiesen erscheint, die gesammte Krankheitsconstitution repräsentirend, mitunter mehr als 90% aller Erkrankungen darstellen und bei einem Locostande von 4000 Mann binnen 5 Jahren nahezu 16,000 (genau 15,828) Wechselfiebererkrankungen zu verzeichnen sind: so wird man wohl die Berechtigung anerkennen müssen, die Sanificirungsfrage jener Länder in den Vordergrund zu ziehen, und man durfte sich dabei der Ueberzeugung kaum verschliessen können, dass dieselbe geradezu als eine Lebensfrage der genannten Orte bezeichnet zu werden verdient.[8-40] [8-41]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 42-43.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 42-43. [8-42] [8-43]

Eine reiche Sammlung übereinstimmender und durch zahlreiche und gewichtige Gewährsmänner beglaubigter Thatsachen, deren Authenticität kaum angezweifelt werden kann, lässt die Schlussfolgerung berechtigt erscheinen, dass … unser Arzneischatz in dem längere Zeit hindurch täglich fortgesetzten prophylaktischen Gebrauch mässiger Gaben von Chinin, unter gleichzeitiger Beobachtung der anderweitigen hygienischen Vorsichtsmassregeln, über ein Mittel gebietet, welches die Empfänglichkeit des Organismus für die nachtheiligen Folgen des aufgenommenen Malariagiftes bedeutend herabzustimmen vermag.[8-42] [8-43]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 43-44.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 43-44. [8-43] [8-44]

Ihr durch Vorlage der zahlreichen , in der einschlägigen Literatur verzeichneten und in weiteren Kreisen wohl kaum ausführlicher bekannten, zu Gunsten der prophylaktischen Schutzkraft des Chinin sprechenden Zeugnisse (darunter namentlich auch jener Original-Berichte, auf deren Grundlage sich die britischen Behörden schon vor einer langen Reihe von Jahren [seit 1854] bewogen fanden, bei den in Fiebergegenden dislocirten Truppen der Land- und Seearmee die reglementarische Einführung der prophylaktischen Behandlung anzuordnen) auch von Seite der europäischen Fachgenossen die gebührende Beachtung zu sichern, ist der Zweck der vorliegenden Blätter.[8-43] [8-44]

Es folgt eine Auflistung der einzelnen Berichte aus Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten über die Wirksamkeit von Chiningaben, vorwiegend beginnend in den 1850er Jahren. Wir zitieren im Folgenden nur die Textstellen, die eine Angabe über die verabreichte Chininmenge machen.

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 45-46.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 45-46. [8-45] [8-46]

In den Medical-Reports der englischen Marine (Nr. 15) 1) [Medcal Times and Gazette. Jan. 1854] berichtet Al. Bryson in einer Arbeit über die prophylaktische Eigenschaft der Chinarinde: „In Ausführung des 9. Artikels der den Aerzten der königl. Marine gegebenen Instructionen befolgt man folgende Massregeln, so oft in den tropischen Gegenden ein Theil der Mannschaft ausgeschifft wird, um Wasser oder Lebensmittel zu holen oder am Lande schwere Arbeiten zu verrichten. Ehe die Mannschaft Morgens das Schiff verlässt und nachdem sie Abends dahin zurückgekehrt ist, verabfolgt der Arzt jedem Manne 1 Drachme pulverisirter Chinarinde in einem halben Glase Wein. Unmittelbar darauf erhält Jeder 1/2 Glas reinen Wein. Ist der Weinvorrath zu Ende, so wird derselbe durch etwas gewässerten Branntwein ersetzt. Der heilsame Erfolg dieser Anordnung gibt sich in folgenden Beispielen kund:[8-45] [8-46]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 46.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 46. [8-46]

In seinem Berichte über die Stationen Afrika’s schlug später Bryson 1) [Alex. Bryson: Report on the climate and principal diseases of the african Station, under the immediate direction of Sir William Burnett] der königlichen Marine vor, sich statt der Chinarinde des Chinin zur prophylaktischen Anwendung zu bedienen, und empfahl gleichzeitig den Gebrauch desselben nicht nur während des Aufenthaltes in den ungesunden Gegenden, sondern auch dessen Fortsetzung noch mindestens 14 Tage nach erfolgter Einschiffung der Mannschaft, um die Schutzkraft dieses Mittels bis nach Ablauf des Incubations-Stadiums der Erkrankung zu erhalten 2). Der Vorschlag wurde angenommen und die erzielten Erfolge waren in hohem Grade zufriedenstellend. Man mischte eine starke alkoholische Lösung von amorphem Chinin (Chinoidin) in mehrere Fässer Wein, in dem Verhältniss von 25 Centigrammen dieses Salzes auf 30 Gramm Wein (annäherungsweise 3 1/2 Gran Chinin auf 1 Unze Wein). Mit diesem Chinawein werden alle Afrika-Kreuzer versehen. Ueber die damit erhaltenen Resultate geben die nachfolgenden Auszüge aus den Berichten der Schiffsärzte Aufschluss.[8-46]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 47-48.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 47-48. [8-47] [8-48]

Es folgen detaillierte Berichte über die Wirksamkeit dieser Verabreichung. „In einer anderen, „die endemischen Fieber Afrika’s und die prophylaktische Anwendung des Chinin“ betitelten, der gleichen Quelle entlehnten Abhandlung äussert sich L. J. Hayne, Chirurg der königlichen Marine folgendermassen: … Es wurde Jedermann 1 Unze Chininwein (20 Centigrammes = 3 Gran schwefelsauren Chinins auf die Unze Wein) täglich verabfolgt.[8-47] [8-48]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 48.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 48. [8-48]

Der Schiffschirurg F. W. Davis, „welcher das grösste Vertrauen in die Heilkraft des Chinin setzt,“ und sowohl an der Niger-Expedition im Jahre 1854, wie auch an der von Dr. Baikie in den Jahren 1856, 1857 und 1858 ausgerüsteten Expedition Theil genommen hatte, berichtet 1) [Statistical Report of the Health of the Navy for the year 1864. 5. Aug. 1867, p. 149. — Blaubuch redigirt von Dr. Alex. E. Makay], dass er im Jahre 1854 der Bemannung des „Minx“ so oft dieselbe auf den Lagunen und längs der Ufer des Lagos-Flusses beschäftigt war, jeden Morgen 2 Gran Chinin verabfolgt habe, und schreibt dieser Vorsichtsmassregel die äusserst geringe Sterblichkeit (bei einem Mannschaftsstande von 47 waren nämlich nur 2 Todesfälle zu beklagen) zu.[8-48]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 49.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 49. [8-49]

Auf dem „Jaseur,“ welcher 12 Monate an der westafrikanischen Küste verweilte, wurde trotz mehrtägigem Aufenthalte des Schiffes in den Cameroon-, Brass- und Bonny-Flüssen nur Ein leichter Fieberanfall beobachtet. Schiffsarzt Dr. T. D. Allison schreibt diese bemerkenswerthe und erfreuliche Immunität der Mannschaft, abgesehen von den anderweitig angeordneten hygienischen Massregeln, in erster Linie dem prophylaktischen Genüsse von Chinin zu. „Dasselbe wurde“ — so berichtet er 2) [Statistical Report of the Health of the Navy for the year 1864. Medical-statistical returns of the West-Coast of Africa-Station. p. 174— 176.] — „jedem Weissen allabendlich in 4granigen Gaben, gelöst in etwas Rum, verabfolgt, und dessen Gebrauch noch eine Woche nach dem Verlassen der Flüsse fortgesetzt. Ich empfahl den Rum als Vehikel für das Chinin, da ich in Erfahrung brachte, dass es in dieser Lösung der Mannschaft am besten mundete, obwohl in einzelnen Fällen die erste Gabe davon wieder ausgebrochen wurde.[8-49]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 50.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 50. [8-50]

Im März des Jahres 1856 ging der „Bloodhound“ den Beninfluss 200 Meilen weit hinauf und verweilte 27 Tage in demselben. Während der ganzen Zeit und 14 Tage später noch erhielt Jedermann am Bord täglich 3 — 6 Gran Chinin. Es erkrankten ganz leicht nur 6 Mann in Folge dieser vierwöchentlichen Exponirung an die Malaria.  … Gleich günstige oder doch ähnliche Resultate lieferte im Jahre 1856 dies Verfahren auf „Childers“, dem von 32 Mann nur 9, meist leicht, erkrankten, und auf „Merlin“, der bei seinen zahlreichen Flussexpeditionen keinen Mann an Fieber verlor …. Auf letzterem Schiffe wurde der gesammten Mannschaft noch 14 Tage nach dem Verlassen der Flüsse Chininwein (6—8 Gran in eine Unze Marsala-Wein) fortgegeben.[8-50]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 51.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 51. [8-51]

Auch die einschlägigen Belege, welche von glaubwürdigen und intelligenten Reisenden, wie auch von Seite der englischen Handelsmarine mitgetheilt werden, bekräftigen nach jeder Richtung die in den Berichten der englischen Marineärzte niedergelegten Aussagen.[8-51]So erzählt unter andern der berühmte Africa-Reisende Du-Chaillu: „Von meinem Ankunftstage an der Küste angefangen, habe ich täglich Morgens und Abends 3—4 Gran Chinin zu mir genommen, und darin ein vortreffliches Schutzmittel gefunden.“[8-51]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 52.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 52. [8-52]

Wenn einige unserer Officiere, welche die vorgeschriebene Dosis nicht regelmässig eingenommen hatten, von einigen leichten Fieberanfällen befallen wurden, wichen dieselben bei geeigneter Behandlung stets nach Verabreichung von Chinin, steigernd bis auf 10 Gran pro dosi. Mit dem Schwinden der Symptome kehrte ich zur ursprünglichen Gabengrösse zurück … .[8-52]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 53.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 53. [8-53]

Die bewährte Vorsichtsmassregel, welche sicher gegen Erkrankung schützt, besteht laut einer auf eigene Erfahrung und mehrjährigen Aufenthalt in Ostindien gestützten Mittheilung meines geehrten Freundes Dr. G. y. Liebig, in einer Gabe von 10 Gran schwefelsaurem Chinin, die entweder Morgens vor dem Betreten jener ungesunden Gegend, oder täglich so lange man in Terrai weilt, zu sich genommen wird.[8-53]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 59.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 59. [8-59]

Einer Mittbeilung Dr. Hainmond’s zufolge wurden die in Van-Buren’s Denkschrift niedergelegten Thatsachen über die prophylaktischen Eigenschaften des Chinin durch die seither von dem Militär-Sanitätsdepartement der Vereinigten Staaten gesammelten Erfahrungen vollinhaltlich bestätigt gefunden; auch sei das schwefelsaure Cinchonin in Gaben von 5 bis 8 Gran mit nicht minder günstigen Erfolgen in Anwendung gezogen worden, ein Präparat, welches im Vergleich zu dem ungleich kostspieligeren schwefelsauren Chinin, aus ökonomischen Rücksichten warme Anempfehlung verdiene.[8-59]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 59-60.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 59-60. [8-59] [8-60]

Es wird aus einem Brief „von des damaligen Obersten Chefarzt der englischen Armee, dem General-Director A. Smith, an den General-Inspector der englischen Militärspitäler in der Krim[8-59] vom 27. Juli 1855 zitiert: „Indem ich demgemäss heute in der Lage bin, über eine genügende Menge dieses Mittels zu verfügen, um jeden der 35,000 Mann unseres Heeres täglich mit 5 Gran (= 36 Centigrammes) davon versorgen zu können, 1) so ersuche ich Sie, die Ihnen geeignet dünkenden Massregeln ergreifen zn wollen, um die Aerzte der Armee zur Verabreichung dieses Mittels zu veranlassen, in der Hoffnung den Ausbruch der Fieber dadurch hintanzuhalten.[8-59] [8-60]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 62.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 62. [8-62]

Es wird angeregt, selber Experimente durchzuführen. In diesem Zusammenhang schlägt der Autor vor, in Pola einen Versuch durchzuführen, „um die prophylaktische Wirksamkeit dieses Mittels auf noch nicht durchseuchte, noch vollkommen fieberfreie Individuen zu prüfen. Während der ganzen Versuchszeit wäre jedem Mann täglich eine Gabe von 3 Gran schwefelsaurem Chinin zu verabfolgen, und zwar am besten gelöst in einer Unze (4 Esslöffel) Wein, Rum oder Branntwein (als Chininwein oder Chininliqueur). Die Mischung könnte bereits in Wien unter amtlicher Controle in entsprechender Quantität vorräthig bereitet, von da in Fässchen nach dem Versuchsorte versendet und dem für die pünktliche und gewissenhafte Ausführung des Versuches verantwortlichen Militärarzt oder Offizier in Verwahrung übergeben werden.[8-62]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 63.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 63. [8-63]

Ist einmal die prophylaktische Kraft der für die erste Versuchsreihe normirten Tagesgabe von 3 Gran genügend sicher gestellt, so kann dieselbe in der Folge auf 2 und selbst 1 Gran herabgesetzt werden, um auf experimentellem Wege die Minimalgrenze der prophylaktischen Wirksamkeit kennen zu lernen, und die eventuelle Erzielung einer Kostenreduction um 1/3 — 2/3 zu ermöglichen. Auch wird es dann Gegenstand späterer Versuchsreihen sein, billiger im Preise stehende Chininsurrogate als: Cinchonin, Salicin, oder die von Polli empfohlenen Sulfite (schwefligsaure Magnesia), oder die laut Van Buren in Amerika als bewährte Fiebermittel vielfach in Anwendung gezogenen Rinden von Cornus florida und Prunus virginiana auf ihre prophylaktische Schutzkraft zu erproben.[8-63]

Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 64-65.
Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. 1869, Seite 64-65. [8-64] [8-65]

Am Ende der Abhandlung wurde ein Nachtrag hinzugefügt: „Nachschrift. Die verspätete Drucklegung dieser schon im Monate April druckfertig vorgelegten Denkschrift gestattete uns nicht nur dieselbe noch mit einigen uns seither zur Kenntniss gekommenen werthvollen Belegen zu bereichern, sondern sie versetzt uns in die angenehme Lage, derselben die ergänzende Mittheilung hinzuzufügen, dass von Seite des hohen Reichskriegsministeriums sofort die Anordnung getroffen wurde, um die von uns angeregte und in Vorschlag gebrachte Massregel bereits im laufenden Sommer u. zw. in grösserem Massstabe versuchsweise zur Ausführung zu bringen.[8-64] [8-65] Man berichtet, „dass von Seite der Marinesection des Kriegsministeriums sofort die Bewilligung ertheilt wurde, zunächst in Pola einen Versuch mit der prophylaktischen Verabreichung des Chinin unter den oben skizzirten Modalitäten auszuführen. Es werden daselbst zu diesem Experimente vorläufig 500 Mann verwendet, welchen, schon seit Monat Mai, täglich je 3 Gran schwefelsauren Chinins, gelöst in einem 1/16 Seitel Rum 1) unter der Bezeichnung „Magenliqueur“ verabfolgt wird. Gleichzeitig mit obiger Anordnung wurde von Seite des hohen Reichs-Kriegsministeriums die Verfügung getroffen, auch die Garnisonen der Festungen Komorn und Peterwardein versuchsweise der prophylaktischen Behandlung zu unterziehen; u. zw. wird in Komorn 1/32 Seitel in Wien bereiteter „Magentinctur“ (bereitet aus 40 Mass rectificirtem Weingeist [0.914] auf 21 Unzen und 8 Scrupel schwefelsauren Chinins) per Kopf täglich verabfolgt, in Peterwardein dagegen Extractum Nucis Vomicae statt des Chinin zum Versuche verwendet. … 1) 1/16 Seitel = etwa 1/2 Unze oder 2 Esslöffel. Diese Quantität des Vehikels wurde als die erforderliche ermittelt, um darin das Chinin gelöst zu halten. Mit Verminderung der Chiningabe kann auch jene der Rumportion eine Verminderung erfahren.[8-64] [8-65]

1874

Ein 1874 erschienenes Buch über tropische Krankheiten schreibt: „Ich würde dringend empfehlen, daß Personen, die in malariaverseuchten Gegenden wohnen oder in irgendeiner Weise dem Einfluß der Malaria ausgesetzt sind, hin und wieder Chininsulfat einnehmen sollten, da es als Vorbeugung dient; oder sollte die Person attackiert werden, würde sie eine mildere und leichter zu bewältigende Krankheit haben als eine andere, die nicht so geschützt wurde. Die beste Art, Chinin zu diesem Zweck zu verabreichen, ist in Form von Chininwein; vier Gran auf eine Unze Sherry; davon sollte, besonders während der Fieberzeit, jeden Morgen vor dem Ausgehen eine Unze eingenommen und bei Bedarf am Nachmittag wiederholt werden.[22-55]

James Africanus Beale Horton: The Diseases of Tropical Climates and their Treatment. 1874, Seite 55.
James Africanus Beale Horton: The Diseases of Tropical Climates and their Treatment. 1874, Seite 55. [22-55]

„I should strongly recommend that persons who reside in malarious districts, or who in any way are exposed to the influ+ence of malaria, should now and then take the sulphate of quinine, as it serves as a preventive; or should the person be attacked, he would have a milder and more manageable disease than another who has not been so protected. The best mode of giving quinine for such a purpose is in the form of quinine wine; four grains to every ounce of sherry; of which, especially during the fever season, one ounce should be taken every morning before going out, and repeated if required in the afternoon. [22-55]

1883

Das 1883 erschienene Handbuch der Chinabaumkultur gibt über die Chinarinde an: „Ein großer Teil der Produktion dient zur Herstellung von Chininwein; große Mengen sind auch, vor allem in Britisch-Indien, für die Herstellung von Quinetum bestimmt, das alle Cinchona-Alkaloide in sich vereint und von Dr. de Vrij so genannt und sehr empfohlen wird.[20-212]

Karel Wessel van Gorkom: A Handbook of Cinchona Culture. 1883, Seite 212.
Karel Wessel van Gorkom: A Handbook of Cinchona Culture. 1883, Seite 212. [20-212]

„A large amount of the produce serves for the preparation of quinine wine; great quantities also, in British India especially, are intended for the manufacture of Quinetum, which possesses all the Cinchona alkaloids in one, thus named and highly recommended by Dr. de Vrij.“ [20-212]

Anonymus: Army & Navy Stores General Catalogue. 1883, Seite 31.
Anonymus: Army & Navy Stores General Catalogue. 1883, Seite 31. [19-31]

Der 1883 erschienene Gesamtkatalog des Heeres- und Marinegeschäfts bietet sprudelndes Chinin feil, Quinine and Tonic, [19-31]

Anonymus: Army & Navy Stores General Catalogue. 1883, Seite 589.
Anonymus: Army & Navy Stores General Catalogue. 1883, Seite 589. [19-589]

Chininpillen, Chininwein und Chininsirup [19-589] Dies ist im Zusammenhang mit dem Militär der älteste Hinweis auf ein sprudelndes Chiningetränk, das wir finden konnten.

Wein oder Spirituose als Lösungsmittel?

Es fällt auf, daß in den von uns gefundenen Quellen regelmäßig Chinin in Wein gelöst wurde. Selten ist davon die Rede, man solle ein Destillat verwenden wie beispielsweise Rum, Brandy oder Gin. Dies entspricht den Anweisungen der Ärzte der königlich britischen Marine, auf Branntwein erst dann umzusteigen, wenn der Weinvorrat verbraucht ist. [8-46]

Ein Leserbrief aus dem Jahr 1800 bestätigt ebenfalls diesen Sachverhalt. In The Naval Chronicle steht geschrieben: „Herr Redakteur, ursprünglich war es Brauch, den Seeleuten ihre Zuteilung an Spirituosen unverdünnt zu geben: die heute gebräuchliche Methode, Wasser hinzuzufügen, wurde erstmals 1740 von Admiral Vernon eingeführt und erhielt die Bezeichnung Grog. Dies war eine bedeutende Verbesserung; denn die Menge von einem halben Pint, die die tägliche legale Zuteilung für jeden Mann ist, wird die meisten Menschen in erheblichem Maße berauschen, wenn sie unmittelbar in reinem Zustand eingenommen wird. Die Überlegenheit des Weins gegenüber Spirituosen in jeglicher Form war so auffällig, daß gegen Ende des Krieges die Flotten in den Westindischen Inseln und Nordamerika mit nichts als Wein versorgt wurden, und zwar mit einem Erfolg, der ausreichte, um die Fortführung dieser Praxis auch in Zukunft zu fördern.[1-53]

Anonymus: The Naval Chronicle. Vol. 3. 1800, Seite 53.
Anonymus: The Naval Chronicle. Vol. 3. 1800, Seite 53. [1-53]

– „Mr. Editor, It was originally the custom to serve seamen with their allowance of spirits undiluted: the method, now in use, of adding water to it, was first introduced by Admiral Vernon in 1740, and obtained the appellation of Grog. This was a great improvement; for the quantity of half a pint, which is the daily legal allowance to each man, will intoxicate most people to a considerable degree, if taken at once in a pure state. The superiority of wine over spirits in any shape was so conspicuous, that towards the end of the war, the Fleets in the West Indies and North America were supplied with nothing but wine, and with a success sufficient to encourage the continuance of the same practice in future.[1-53]

Chinin in Cocktails

Chinin gab man nicht nur in Wein und Spirituosen, sondern es war auch etwas, das man in Cocktails konsumierte. Robert Tomes schreibt in seinem 1855 erschienenen Buch „Panama in 1855“, daß man dort nicht nur Chinin-Pillen  zu sich nehme, sondern häufig auch Cocktails trinke, bei denen die Bitterstoffe durch Chinin ersetzt seien: „Ich protestiere nicht gegen die häufige Praxis, Chinin-Cocktails zu trinken, in denen Bitterstoffe durch Chinin ersetzt werden, und gegen die keineswegs angenehme, aber ständige Gewohnheit, Chinintabletten zu schlucken; denn diese sind verzeihlich, wenn nicht sogar notwendig, um der Gesundheit willen. Es ist eine düstere Tatsache, daß Aspinwall [Colón] so ungesund ist, dass seine Bewohner gezwungen sind, Medizin in ihr tägliches Getränk zu mischen und ihre Pillenschachteln mit der Häufigkeit eines französischen Schnupftabakkonsumenten des alten Regimes herumzureichen. Ich bin immer wieder ernsthaft aufgefordert worden, einen Chinin-Cocktail zu trinken und mir aus einer angebotenen Schachtel eine oder zwei Pillen zu nehmen, was ich, wie ich nicht sagen muß, höflich abgelehnt habe.“ [2-94] [13-63]

Robert Tomes: Panama in 1855. 1855, Seite 63.
Robert Tomes: Panama in 1855. 1855, Seite 63. [13-63]

„I say nothing by way of protest against the frequent practice of drinking quinine cock-tails in which quinine is substituted for bitters and the by no means agreeable but constant habit of freely indulging in quinine pills; for these are excusable, if not necessary on the score of health. It is a melancholy fact that such is the unhealthiness of Aspinwall [Colón] that its inhabitants are obliged to mix medicine with their daily drink, and to pass around their pill-boxes with the frequency of a French snuff taker of the ancient régime. I have been seriousliy invited, time and again, to drink quinine cocktail and to help myself out of a proffered box, to a pill or two, which, I need not say, I politely declined.“ [2-94] [13-63]

Christian Schulz, in Jerry Thomas: The Bartenders‘ Guide. 1862, Seite 160.
Christian Schulz, in Jerry Thomas: The Bartenders‘ Guide. 1862, Seite 160. [14-160]

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch ein Rezept in Jerry Thomas‘ Buch aus dem Jahr 1862. Im Anhang, dem „Manual for the Manufacture of Cordials, Liquors, Fancy Syrups, &c. &c.“, geschrieben von Professor Christian Schulz, gibt es ein Rezept für „Fieber-Tropfen“. Für diese wird neben anderen Drogen auch Chinarinde, im Rezept Peruvian Bark genannt, in Alkohol gelöst bzw. mazeriert. Davon solle man täglich drei bis vier Teelöffel voll nehmen, so lautet die Anweisung. [2-98] [14-160]

Zusammenfassung

Auch wenn die malariaverhütende Wirkung von Chinin schon lange bekannt war, bechäftigte man sich offensichtlich erst ab den 1850er Jahren eingehend mit Chinin; man verabreichte es entsprechend der offiziellen Empfehlung überwiegend als Chininwein. In anderen Spirituosen löste man es in der Regel erst, wenn kein Wein mehr vorhanden war. Auch war man noch in der Erprobungsphase und klinische Studien waren noch nicht abgeschlossen. Diese wurden noch am Ende der 1860er Jahre begonnen.

Es fällt auch auf, daß im Zusammenhang mit einer Malariaprophylaxe oder -behandlung niemals von einem Tonic Water die Rede ist.

Im nächsten Teil dieser Serie analysieren wir die überlieferten Rezepturen für Chininwein. Wir beantworten die Frage, wieviel Chinin im Wein enthalten war, ob er wirklich half, und wie im Verhältnis dazu die heute erhältlichen Chininweine zu verstehen sind.

Quellen
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  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Skrofulose Skrofulose.
  4. https://de.wikipedia.org/wiki/Banana_Islands Banana Islands.
  5. https://archive.org/details/b21516005_0003/page/188/mode/2up/search/%22brandy+and+water%22?q=%22brandy+and+water%22 John Coakley Lettsom: The works of John Fothergill, M.D. Vol. 3. London, 1783.
  6. https://archive.org/details/b30522225/page/209/mode/2up/search/%22brandy+and+water%22?q=%22brandy+and+water%22 John Pringle: Observations on the diseases of the army. London, 1775.
  7. https://archive.org/details/b30526966_0002/page/192/mode/2up/search/%22brandy+and+water%22?q=%22brandy+and+water%22 John Shebbeare: The practice of physic. Founded on principles in physiology and pathology hitherto unapplied in physical enquiries. London, 1755.
  8. https://archive.org/details/medizinischejah03wiengoog/page/n322/mode/2up/search/chininwein?q=chininwein Medizinische Jahrbücher. XVII. Band. Wien, 1869.
  9. https://archive.org/details/b2171695x/page/96/mode/2up/search/chininwein?q=chininwein Carl Friedel: Die Krankheiten in der Marine. Geographisch und statistisch nach den reports on the health of the Royal Navy. Berlin, 1866.
  10. https://archive.org/details/bub_gb_LwQHAAAAcAAJ/page/n139/mode/2up/search/chininwein?q=chininwein Friedrich Ludwig Meissner: Encyclopädie der medicinischen Wissenschaften nach dem Dictionnaire de Médecine frei bearbeitet und mit nöthigen Zusätzen versehen. Dritter Band. Leipzig, 1830.
  11. https://books.google.de/books?id=mJmtblWZXDYC&pg=PA247&lpg=PA247&dq=chininwein&source=bl&ots=LEV0gm_0PM&sig=ACfU3U1ZfF47G3T3XQc0d81j31cxiuiz-A&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiU-73Ry-LnAhWK-6QKHbqHCSUQ6AEwBnoECAgQAQ#v=onepage&q=chininwein&f=false Justus Radius: Auserlesene Heilformeln zum Gebrauche für praktische Aerzte und Wundärzte. Zweite Auflage. Leipzig 1840.
  12. https://books.google.de/books?id=viUEAAAAQAAJ&pg=RA1-PA286&lpg=RA1-PA286&dq=cinchona+gin+punch&source=bl&ots=AIKIopLxQV&sig=ACfU3U1fkmpX_qvBz0Pd8swIO0RDJaA8tw&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwia9riU_-bkAhVO6aQKHfJdBbwQ6AEwF3oECAoQAQ#v=onepage&q=cinchona%20gin%20punch&f=false Allan Webb: Pathologia Indica, or the anatomy of Indian diseases, based upon morbid specimens, from all parts of the Indian Empire in the museum of the Calcutta medical college. Second edition. Calcutta, 1848.
  13. https://archive.org/details/panimain185500tomerich/page/62/mode/2up/search/cock-tail Robert Tomes: Panama in 1855. An account of the Panama rail-road, of the cities of Panama and Aspinwall, with sketches of life and character on the Isthmus. New York, 1855.
  14. Christian Schulz, in: Jerry Thomas: The Bartenders‘ Guide, A Complete Cyclopædia of Plain and Fancy Drinks, Containing Clear and Reliable Directions for Mixing All the Beverages Used in the United States, Together with the Most Popular British, French, German, Italian, Russian, and Spanish Recipes, Embracing Punches, Juleps, Cobblers, Etc., Etc., Etc., in Endless Variety. To Which is Appended a Manual For The Manufacture of Cordials, Liquors, Fancy Syrups, Etc., Etc., After the Most Approved Methods Now Used in the Destillation of Liquors and Beverages, Designed For the Special Use of Manufacturers and Dealers in Wines and Spirits, Grocers, Tavern-Keepers, and Private Families, the Same Being Adapted to the Tteade of The United States and Canadas. The Whole Containing Over 600 Valuable Recipes by Christian Schultz. New York, Dick & Fitzgerald, 1862.
  15. https://archive.org/details/b3051003x/page/230/mode/2up/search/%22bark+and+wine%22?q=%22bark+and+wine%22 Peter Shaw: Chemical lectures, publickly read at London, in the years 1731 and 1732; and since at Scarborough, in 1733; for the improvement of arts, trades, and natural philosophy. London, 1734.
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  30. https://textcreationpartnership.org/docs/dox/medical.html Apothecaries‘ symbols commonly found in medical recipes.
  31. https://en.wikipedia.org/wiki/Apothecaries%27_system#Medical_recipes Apothecaries‘ system – Medical recipes.
  32. https://archive.org/details/b21935130/page/n39?q=%22quinine+wine%22 James Ormiston M’William: Medical history of the expedition to the Niger during the years 1841-2, comprising an account of the fever which led to its termination. London, 1843.
  33. https://archive.org/details/b28748517/page/260?q=%22quinine+wine%22 William Hamilton Kittoe: The pocket book of practical medicine : or, Manual for emergencies, containing a concise account of diseases incident to the human frame, with formula to meet the exigencies of the moment where medical aid is distant or not to be procured, remarks on some of the diseases of women and children, accidents, wounds, &c., poisons, bathing, climate, settlers in distant lands, sea voyages, &c., &c. London, 1844.
  34. https://archive.org/details/b2929583x/page/244?q=%22quinine+wine%22 Sir Alexander Bryson: Report on the climate and principle diseases of the African station; compiled from the documents in the office of the Director-General of the Medical Department, and from other sources: in compliance with the directions of the Lords Commissioners of the Admiralty. Under the immediate direction of Sir William Burnett. London, 1847.
  35. https://archive.org/details/druggistshandbo00brangoog/page/n66/mode/2up/search/quinine?q=%22quinine+wine%22 Thomas F. Branston: The druggist’s hand-book of practical receipts: A Manual for the Use of the Chemist and Medical Practitioner. Liverpool, Edward Howell, 1853.
  36. https://archive.org/details/b22413509/page/46/mode/2up Anonymus: Narrative of a boat expedition up the Wellington channel in the year 1852, under the command of R. M’Cormick, R.N., F.R.C.S., in H.M.B. ‚Forlorn Hope,‘ in search of Sir John Franklin. London, 1854.
  37. https://de.wikipedia.org/wiki/Wellington_Channel Wellington Channel.
  38. https://archive.org/details/b22348864/page/10/mode/2up/search/quinine Benjamin Guy Babington: Report on the cholera which visited Her Majesty’s Black Sea Fleet in the autumn of 1854.
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  40. https://archive.org/details/seamansmedicalf00fletgoog/page/n20?q=%22quinine+wine%22 Frederick Dicker Fletcher: The seaman’s medical friend. Liverpool, 1857.
  41. https://de.wikipedia.org/wiki/Vitriole Vitriole.
  42. https://archive.org/details/pastfutureofbrit00osbo/page/44?q=%22quinine+wine%22 Sherard Osborne: The past and future of British relations in China. Edinburgh and London, William Blackwood and Sons, 1860.
  43. https://en.wikipedia.org/wiki/Hai_River Hai River.
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  46. https://archive.org/details/in.ernet.dli.2015.38405/page/n373/mode/2up/search/%22quinine+wine%22?q=%22quinine+wine%22 Paul B. Du Chaillu: Explorations & Adventures in Equatorial Africa. London, John Murray, 1861.
  47. https://archive.org/details/b28522825/page/36?q=%22quinine+wine%22 Gavin Milroy: The health of the Royal Navy considered. London, Robert Hardwicke, 1862.
  48. https://archive.org/details/healthintropicso00mooruoft/page/232?q=%22quinine+wine%22 J. W. Moore: Health in the tropics; or, Sanitary art applied to Europeans in India. London, John Churchill, 1862.
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  52. https://archive.org/details/b24764449/page/132?q=%22quinine+wine%22 Charles Alexander Gordon: Army Hygiene. London & Calcutta, 1867.

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Hallo, ich bin Armin, und in meiner Freizeit als Blogger, freier Journalist und Bildungstrinker möchte ich die Barkultur fördern. Mein Schwerpunkt liegt auf der Recherche zur Geschichte der Mischgetränke. Falls ich einmal eine Dir bekannte Quelle nicht berücksichtigt habe, und Du der Meinung bist, diese müsse berücksichtigt werden, freue ich mich schon darauf, diese von Dir zu erfahren, um etwas Neues zu lernen.

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